Fussball-WM in Russland

14. Juni 2017 14:43; Akt: 14.06.2017 14:43 Print

Mindestens 17 Arbeiter starben auf Baustellen

Todesfälle, mangelnde Sicherheit, fehlender Lohn: Vor der Fussball-WM 2018 in Russland prangert Human Rights Watch die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen an.

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Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) hat die Umstände, unter denen russische und ausländische Bauarbeiter in den russischen Stadien für die Fussball-Weltmeisterschaft schuften, scharf kritisiert. Die Arbeiter auf Stadionbaustellen in sechs russischen Städten würden über Monate hinweg nicht bezahlt, heisst es in einem am Mittwoch veröffentlichten 34-seitigen Bericht der Organisation. Oft existieren demnach nicht einmal Arbeitsverträge.

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Arbeiter hätten im Winter ohne Schutzkleidung bei Temperaturen von bis zu minus 25 Grad Celsius arbeiten müssen – ohne ausreichende Pausen zum Aufwärmen. Mindestens 17 Arbeiter seien bereits auf WM-Baustellen ums Leben gekommen, berichtete HRW unter Berufung auf Zahlen des globalen Gewerkschaftsbundes Bau- und Holzarbeiter Internationale (BHI). Den russischen Behörden warf die NGO vor, ihre Mitarbeiter einzuschüchtern. In der Stadt Wolgograd sei bereits ein Mitarbeiter festgenommen worden.

Angst vor Racheakten

Zudem verweist HRW auf die unwürdigen Arbeitsbedingungen nordkoreanischer Bauarbeiter, über die internationale Medien und auch 20 Minuten bereits im Frühjahr berichteten. Die Nordkoreaner, die im St. Petersburger WM-Stadion schufteten, mussten ihren Lohn an ihre Regierung abführen und hatten kaum jemals frei. Gemäss dem Fussballweltverband Fifa werden die nordkoreanischen Arbeiter nicht mehr beschäftigt.

Für ihren Bericht befragte HRW russische Arbeiter und ausländische Bauarbeiter aus der Ukraine, Weissrussland und Zentralasien. Viele Befragte hätten Racheakte ihrer Arbeitgeber befürchtet, wenn sie über Menschenrechtsverletzungen berichteten, betont die NGO.

Fifa weist Vorwürfe zurück

Die Organisation warf der Fifa vor, die Arbeitsbedingungen im Vorfeld des in Kürze beginnenden Confederations Cup und der WM im kommenden Jahr nicht ausreichend zu überprüfen. Die Fifa komme ihren eigenen Zusagen zu den Menschenrechten nicht nach, kritisierte die Organisation.

«Die Fifa hat versprochen, die Menschenrechte zum Herzstück ihrer weltweiten Aktivitäten zu machen. In Russland wird dieses Versprechen auf die Probe gestellt – und das Ergebnis ist nicht zufriedenstellend», sagte Jane Buchanan, stellvertretende Leiterin der Abteilung Europa und Zentralasien bei Human Rights Watch.

Die Fifa wies die Vorwürfe zurück. Der Verband «teilt das Ziel von HRW, angemessene Arbeitsbedingungen auf WM-Baustellen sicherzustellen», erklärte die Fifa. Die Angaben der Menschenrechtsorganisation stimmten nicht mit der Einschätzung der Fifa überein. Der Verband nehme vierteljährliche Inspektionen durch unabhängige Experten und Gewerkschaftsvertreter vor.

(mlr/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • äsä am 14.06.2017 15:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gleiches.....

    von WM zu WM. Und die Verantwortlichen Damen und Herren machen wieder nicht's. Hauptsache sie bekommen ihre Managerlöhne. Abschaffen!!

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  • Vortex am 14.06.2017 14:53 Report Diesen Beitrag melden

    und jetzt

    das ist noch gar nichts gegen die in Qatar.

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  • Angel Di Maria am 14.06.2017 16:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verstorbene Arbeiter

    Es wäre besser wenn Ihr euch auch für die Schweizer Arbeiter einsetzt z.b. Wieviele Arbeiter Starben in Gothard Bassistunel?? Immer nur Russland schlecht darstellen und eigene verschweigen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr. Spock am 14.06.2017 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    das war und ist

    bei jeder Fusball WM so. Auch bei den Olympischen Spielen ist es dasselbe, egal wo. Was soll jetzt diese diffamierung von Russland?

  • Ruu am 14.06.2017 19:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sicherheit geht vor:)

    Sicherlich war nicht die Baustellensicherheit schuld..

  • Cavi33 am 14.06.2017 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bringt mal was Neues

    Das ist doch überall gleich wo die WM statt findet. Oder wollt ihr da Märchenstunde machen.

  • Philipp Perna am 14.06.2017 18:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld vor Moral

    Jetzt werden Skandale angeprangert, aber schlussendlich wird SRF die Spiele medial wiederum ausschlachten, die Fernsehrechte lammfromm bezahlen und ein Fest organisieren, egal ob Blut oder Unterdrückung an den Spielen hängt. Geld vor Moral, es ist immer so.

  • Nik Meier am 14.06.2017 18:32 Report Diesen Beitrag melden

    Tut nicht so

    Bei uns kann man aufgrund von Statistiken auch die Todesfälle über die Bausumme hoch rechnen. Soviel Millionen kostet der Bau, mit entsprechender Anzahl toten wird gerechnet. Hart aber Tatsache.