Atomstreit

14. Oktober 2012 06:08; Akt: 14.10.2012 13:51 Print

«Iran ist bereit, sich flexibel zu zeigen»

Die westlichen Sanktionen gegenüber dem Iran scheinen ihre Wirkung zu zeigen. Zugeständnisse im Atomstreit scheinen möglich. Dennoch gibt sich der geistliche Führer Chamenei kämpferisch.

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«Wir sollten den Feind nicht ausser Acht lassen»: Irans Oberhaupt Ayatollah Ali Chamenei spricht am 10. Oktober 2012 zu seinem Volk.

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Teheran/Brüssel Angesichts der harten Sanktionen ist die Regierung in Teheran offenbar zu Zugeständnissen im Atomstreit bereit. Der Iran wolle der Besorgnis des Westens entgegentreten, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA am Samstag den Sprecher des Aussenministeriums, Ramin Mehmanparast.

«Der Iran ist bereit, sich flexibel zu zeigen (...), aber das sollte auf Gegenseitigkeit beruhen.» Vor allem müsse die andere Seite das Recht des Irans anerkennen, Uran zu friedlichen Zwecken anzureichern. Einen entsprechenden Vorschlag hatte Präsident Mahmud Ahmadinedschad bereits vor zehn Tagen unterbreitet.

Teheran hatte bereits früher Bereitschaft signalisiert, auf eine höhere Anreicherung von Uran zu verzichten, wenn die Sanktionen aufgehoben und das Recht des Irans auf Urananreicherung grundsätzlich anerkannt würden.

Der Westen will verhindern, dass Uran im Iran auf mehr als 20 Prozent angereichert wird. Ab diesem Reinheitsgrad lässt sich das Uran schnell zu waffenfähigem Material verarbeiten. Allerdings braucht es dazu einen Reinheitsgrad von rund 90 Prozent.

Der Westen wirft Teheran vor, die Entwicklung von Atomwaffen voranzutreiben. Der Iran hingegen besteht auf seinem Recht auf zivile Nutzung der Atomtechnik.

Die Atomgespräche zwischen dem Iran und den fünf ständigen Mitgliedern des Weltsicherheitsrats und Deutschland waren im Juni ausgesetzt worden. Israel droht bereits seit Längerem, auch militärisch gegen iranische Atomanlagen vorzugehen.

Chamenei appelliert an Widerstandswillen

Unterdessen rief der geistliche Führer Ayatollah Ali Chamenei die Iraner zum Widerstand gegen westliche Sanktionen und Drohungen auf. «Wir sollten den Feind nicht ausser Acht lassen. Der Feind kommt auf verschiedenen Wegen», sagte er am Samstag laut staatlichem Fernsehen. «Unsere Feinde werden mit all ihren Verschwörungen und Tricks scheitern.»

Der Ayatollah forderte die Bevölkerung auf, einheimische Produkte zu kaufen. «Es ist falsch, dass einige immer ausländische Marken und Namen wollen», sagte Chamenei. «Wenn die inländische Produktion steigt, bekämpft das die Arbeitslosigkeit und senkt die Inflation.»

Die westlichen Sanktionen, die den Iran zur Aufgabe seines Atomprogramms zwingen sollen, zeigen immer mehr Wirkung. Die Landeswährung Rial verlor zuletzt stark an Wert. Zudem fehlen der Regierung in Teheran wichtige Deviseneinnahmen.

EU verschärft Sanktionen

Die EU-Aussenminister wollen nach Angaben von Diplomaten bereits am Montag in Brüssel neue Sanktionen gegen den Iran beschliessen. Nach Angaben von Diplomaten standen die Details bis kurz vor Beginn des Ministertreffens aber noch nicht fest.

Im Gespräch sind ein Importverbot für iranisches Erdgas und ein Verbot, iranisches Öl zu transportieren oder zu lagern. Die Öleinfuhren sind bereits verboten. Auch neue Finanzsanktionen und das Einfrieren weiterer iranischer Guthaben seien im Gespräch.

Hackerangriff aus Iran?

Die USA glauben nach einem Bericht des «Wall Street Journal», dass die iranische Regierung hinter einer Offensive von Hackern steckt. In den vergangenen Wochen hatte es eine Welle von Angriffen auf Banken in den USA gegeben.

Bei den Hackern handle es sich anscheinend um ein Netzwerk von weniger als 100 iranischen Spezialisten für Netzwerksicherheit, berichtete die Zeitung. Demnach könnten die Cyber-Attacken eine Vergeltung für harsche US-Sanktionen sein. Experten gehen davon aus, dass die USA und Israel ihrerseits Cyberangriffe auf das Atomprogramm im Iran gestartet haben.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rene am 14.10.2012 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Aprospos Iran...

    Wo sind die Sozis, welche damals dieser Regierung im Iran zur Macht verholfen hatten. Ich glaube der Schah von Persien und seine Nachfolger wären heute weiter und sicherer als der Iran heute ist. Bis heute habe ich noch Keinen und auch Keine gehört oder gelesen, dass die sich Entschuldigt hätten. Es gibt Schweizer die brüsten sich noch heute damit, im gleichen Flieger gewesen zu sein wie K.

  • Eidgenosse am 14.10.2012 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Iran, Iran , Iran!

    Und wer sanktioniert die Israelis??? Die haben die Bombe ja schon!!!

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  • Bob Rock am 14.10.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sanktionen wirken,Benzin wird teurer...

    Es wird schon seit mehreren Jahren behauptet "die westliche Sanktionen zeigen Wirkung, Iran wird bald einlenken".Die Wirkung der Sanktionen merke ich an den Zapfsäulen bei uns.So zahlen WIR für NATO/EU "die Welt gehört uns" Träume...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Knock am 14.10.2012 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    genauere infos bitte!

    Warum wird eigentlich nirgends in den Medien berichtet, dass die USA den Iran noch nicht angegriffen hat, weil China und Russland sofort einen Gegenangriff starten würden. Der Iran ist für China der grösste Ölexporteur. Beide haben die USA mehrmals gewarnt. China sagte sogar, dass sie einen 3. Weltkrieg in Anspruch nehmen würden, wenn der Iran angegriffen werden würde. Liebe 20min-Redakteure, könntet ihr einmal über die ganzen Hintergründe berichten? Danke! :)

  • Rene am 14.10.2012 14:31 Report Diesen Beitrag melden

    Aprospos Iran...

    Wo sind die Sozis, welche damals dieser Regierung im Iran zur Macht verholfen hatten. Ich glaube der Schah von Persien und seine Nachfolger wären heute weiter und sicherer als der Iran heute ist. Bis heute habe ich noch Keinen und auch Keine gehört oder gelesen, dass die sich Entschuldigt hätten. Es gibt Schweizer die brüsten sich noch heute damit, im gleichen Flieger gewesen zu sein wie K.

  • Faryad am 14.10.2012 13:46 Report Diesen Beitrag melden

    USA muss Sanktionen gegen Iran verschärfen.

    Die Grenze zwischen Afghanistan und Iran soll blockiert werden, damit die Terroristen nicht einfach in Afghanistan kommen können. Durch Afghanistan kann USA seine Sanktionen gegen Iran verschärfen. Iran hat das internationales Recht, die Menschenrechte und Islam nie eingehalten.

  • Bob Rock am 14.10.2012 12:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sanktionen wirken,Benzin wird teurer...

    Es wird schon seit mehreren Jahren behauptet "die westliche Sanktionen zeigen Wirkung, Iran wird bald einlenken".Die Wirkung der Sanktionen merke ich an den Zapfsäulen bei uns.So zahlen WIR für NATO/EU "die Welt gehört uns" Träume...

  • baba am 14.10.2012 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Iran hat keine Atomwaffen

    Der Iran hat keine Atomwaffen. Das haben Obama und Netanjahu erfunden weil der Iran sein Erdöl in Euro anstatt in Dollar verkauft.

    • patrick fischer am 14.10.2012 15:22 Report Diesen Beitrag melden

      wahrheit

      danke! ein bischen licht in diese dunkle welt. aber das mit dem euro ist nur die eine seite.. :)

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