Venezula

27. August 2017 14:16; Akt: 27.08.2017 15:23 Print

Maduro antwortet Trump mit riesiger Militärübung

Venezuela hat Hunderttausende Soldaten aufmarschieren lassen – als Reaktion auf die Drohung einer US-Militärintervention.

Antwort an Trump: Maduro lässt eine riesige Militärübung durchführen. (Video: Tamedia/AFP)
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Als Geste der Stärke gegenüber den USA hat die venezolanische Führung für ein Grossmanöver mehrere hunderttausend Soldaten aufmarschieren lassen. Armee und Bevölkerung sollten mit der Militärübung ihre Bereitschaft zur «Verteidigung des Territoriums und der Souveränität» demonstrieren, erklärte der linksnationalistische Präsident Nicolás Maduro zu Beginn des Manövers am Samstag über den Kurzbotschaftendienst Twitter.

An der zweitägigen Übung sind rund 200'000 aktive Soldaten sowie 700'000 Reservisten und Angehörige von Zivilschutzeinheiten beteiligt. Auch Panzer und Kampfflugzeuge sollen zum Einsatz kommen. Venezuelas bedrängte Führung hatte bereits zuvor klar gemacht, dass das Grossmanöver eine direkte Reaktion auf die Drohung von US-Präsident Donald Trump mit einer militärischen Intervention sei.

Maduro antwortet Trump mit riesiger Militärübung

Manöver gegen die «imperialistische Aggression»

Der US-Präsident hatte vor zwei Wochen erklärt, dass er zur Lösung der Krise in Venezuela auch eine militärische Option für denkbar hält. Hochrangige Vertreter seiner Regierung waren danach aber um Beschwichtigung bemüht und beteuerten, dass es keine konkreten Pläne für eine militärische Intervention in Venezuela gibt. Am Freitag hatte das Weisse Haus dann Finanzsanktionen angekündigt, die Venezuela empfindlich treffen könnten.

Trump gegen Maduro

Verteidigungsminister Vladimir Padrino López erklärte am Samstag, das Grossmanöver richte sich gegen die «imperialistische Aggression». Am Samstag stünden Schiessübungen im Mittelpunkt, am Sonntag solle es dann um Gefechtsübungen gehen.

125 Menschen bei Protesten getötet

Nach Einschätzung der venezolanischen Militäranalysten Rocío San Miguel verfolgt das Manöver auch das Ziel, die Streitkräfte auf Loyalität zur Regierung einzuschwören. Mit der Betonung der «anti-imperialistischen Linie» sollten kritische Stimmen in den Streitkräften zum Verstummen gebracht werden, sagte San Miguel. Präsident Maduro hatte die Streitkräfte am Donnerstag dazu aufgerufen, die Ränge zu schliessen. «Diejenigen, die Zweifel hegen, sollen die Armee sofort verlassen», hatte er gesagt.

In Venezuela tobt seit Monaten ein erbitterter Machtkampf zwischen der linksnationalistischen Regierung und der Mitte-rechts-Opposition. Kritiker im In- und Ausland werfen der Regierung vor, die Demokratie in dem wirtschaftlich schwer gebeutelten Ölstaat abzuschaffen und eine Diktatur zu errichten. Mindestens 125 Menschen wurden bei den politischen Unruhen seit Anfang April getötet.

(sep/afp)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Al Bundy am 27.08.2017 14:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Öl?

    Was hat die USA mit den inneren Angelegenheiten in Venezuela zu tun? Das wäre höchstens eine Sache für die UNO...oder geht es hier wieder um Öl?

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  • Marianne am 27.08.2017 14:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gute Idee

    Wir sollten auch mal so eine Übung veranstalten , um der EU zu zeigen wer wir sind.

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  • Mehr Frieden am 27.08.2017 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gegendruck

    Man kann sich auch mal gegen ein Imperium wehren, scheint als passiere dies häufiger, gut so.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Selten so gelacht am 28.08.2017 17:07 Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Also wenn ich mir das Video anschaue muss ich herzlich lachen :) Trump wird wohl kaum im Kriegsfall den Kuschelkurs von Obama fahren.... da hat ein Land wie Venezuela keinen Stich... was bringen 100'000 Soldaten am Boden, wenn Bomben von unbemannten Drohnen abgeworften werden. Und Venezuela kann kaum in die USA einmarschieren... auf dem Seeweg wären die Schiffe ein leichtes Ziel...

    • FernLeser am 28.08.2017 19:51 Report Diesen Beitrag melden

      Eventuel nochmal nachdenken

      Die Worte könnten direkt von JFK stammen. Der war genauso überheblich als sie damals mal eben in nem Wochenende die paar Reissbauern im Vietnam Wegpusten wollten.

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  • Patricia Z am 28.08.2017 15:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld verschwendung 

    Das Geld hat die Regierung für diesen Zirkus benutzt statt in Lebensmittel und Medizin, Grundbedürfnisse die meine Land sehr nötig hat. Jetzt sind arme und hungrige Leute unterwegs mit Gewehr bereits alles tun für etwas zu Essen. Ziemlich verrück

  • Marc B. am 28.08.2017 15:00 Report Diesen Beitrag melden

    Venezuela

    Wieso sollte Trump Venezuela angreifen? In spätestens 2 Monaten haben die eh nichts mehr zu essen und verhungern - dank der Linken - von ganz alleine. Und wen will Maduro mit diesem Video einer bewaffneten Omi abschrecken? Sextouristen?

    • FernLeser am 28.08.2017 19:53 Report Diesen Beitrag melden

      Kaum

      Dass die Leute in Venezuela wegen der nationalistischen Regierung verhungert darauf hofft die USA schon 30 Jahre. Manchmal hallten kleine Nationalstaaten voll mit Patrioten halt doch länger durch als wir Globalisten glauben.

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  • Schützenmeister am 28.08.2017 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Scharschütze

    Der Schütze 0:08 wird wohl mit dem rechten geschlossenen Auge nicht viel sehen.

    • FernLeser am 28.08.2017 19:55 Report Diesen Beitrag melden

      Past scho

      Naja, er hällt das Gewehr aber immerhien nach vorne, die generelle Richtung stimmt also schon mal.

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  • Kain Spam am 28.08.2017 10:54 Report Diesen Beitrag melden

    Handbuch des kleinen Diktators

    Handbuch des kleinen Diktators, Kapitel 1, Absatz 1: Schau zu dass es den Angehörigen der Polizei und vor allen der Militärs gut geht. Sei immer nett zu ihnen. Auch wenn sie Mist bauen lobe sie. Ein Verstoss gegen diese Regel endet normalerweise tödlich! Das Restliche Volk kann ruhig verhungern...

    • Ferdi am 28.08.2017 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kain Spam

      Also wie es eigentlich in jedem Staat passiert?

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