Schweizerin vergewaltigt

30. März 2013 19:17; Akt: 30.03.2013 19:45 Print

Angeklagte beteuern ihre Unschuld

Zwei Wochen nach der Vergewaltigung einer Schweizer Touristin in Indien hat der Prozess gegen sechs Männer begonnen. Diese plädieren auf nicht schuldig.

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Die vergewaltigte 39-jährige Schweizerin wird in Gwalior von Polizistinnen ins Spital gebracht. Sie wurde am 15. März 2013 in der Nähe von Datia in Zentralindien von mehreren Männern und vor den Augen ihres Mannes vergewaltigt. Am 30. März 2013 begann der Prozess gegen die sechs Männer, die beschuldigt werden, eine Schweizerin vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt zu haben. Am ersten Prozesstag . Am Sonntag, dem 17. März 2013 kann die Polizei fünf Täter den Medien präsentieren. Die Männer sind geständig, das Schweizer Paar überfallen und die 39-jährige Lehrerin aus Lausanne vergewaltigt zu haben - vor den Augen ihres Freundes. Die Polizei in Datia im Bundesstaat Madhya Pradesh zeigt den anwesenden Medien das Raubgut, darunter ein Laptop. Das Medienecho auf die Vergewaltigung der Schweizer Touristin, die in Zentralindien auf einer Velotour war, ist riesig. Das EDA hat die indische Polizei gebeten, alles zu tun, um die Verbrecher zu finden. Der Erfolg traf schnell ein. Die fünf Männer, allesamt in ihren 20ern, haben gestanden, das Paar beobachtet zu haben, wie sie das Zelt im Wald aufstellten. In einem geeigneten Moment haben sie zugeschlagen. Derweil machte der Innenminister des Bundesstaates Madhya Pradesh das Opfer für die Tat mitverantwortlich. Touristen würden oft Regeln missachten und die Polizei nicht über ihre Pläne informieren, so Umashankar Gupta. Die 39-Jährige stand unter Schock, hat die Klinik am Samstag aber bereits wieder verlassen. Nach dem Vorfall wurde das Waldgebiet weiträumig durchsucht. Im Verlauf konnten 13 Verdächtige festgenommen werden. Fünf davon haben später gestanden. Die Polizei am Tatort. Hier sollen die Schweizerin und ihr Ehemann gezeltet haben, als sie von der Bande überfallen wurden. Das Schweizer Paar war auf einer Velotour in Indien. Am Freitagabend wollte das Paar im District Datia von Madhya Pradesh ausserhalb des Dorfes Jhadia im Zelt übernachten. Das Dorf liegt 400 Kilometer nördlich von Bhopal. Die Gegend ist bei Touristen sehr beliebt. Am Samstag kam es wegen der Gruppenvergewaltigung der Schweizer Touristin wieder zu Protesten, hier in Bhubaneswar. Diese indischen Kinder beklagen die den zunehmenden Missbrauch von Kindern und die wachsende Kriminalität.

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Die Angeklagten behaupten, nicht schuldig zu sein: In Indien hat der Prozess gegen die sechs Männer begonnen, die vor zwei Wochen eine Schweizer Touristin vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt haben sollen.

Die Verhandlung startete am Samstag mit Aussagen der ersten Zeugen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten im Alter von 20 bis 25 Jahren unter anderem vor, die 39-jährige Schweizerin im zentralindischen Bundesstaat Madhya Pradesh vergewaltigt zu haben. Im Falle einer Verurteilung droht den Angeklagten bis zu 20 Jahre Haft.

Das Paar, das am Mittwoch aus Indien abgereist ist, war beim Campen im Wald von einer Gruppe Männer überfallen und ausgeraubt worden. Die Täter fesselten den Mann und vergewaltigten die Frau vor seinen Augen.

«Die Angeklagten haben sich in ersten Anhörungen für nicht-schuldig erklärt», sagte der Distriktchef der Polizei. Die leitenden Ermittler betonten jedoch, dass sie genug Beweise gegen die Angeklagten hätten, inklusive DNA-Spuren.

Opfer gegen Todesstrafe

Die vergewaltigte Schweizerin hatte vor ein paar Tagen über den Botschafter in Indien mitteilen lassen, dass sie und ihr Partner zwar wollen, dass die Täter angemessen bestraft werden, sie jedoch die Todesstrafe ablehnen.

Vergewaltigern droht in Indien nach einem neuen Gesetz bis zu 20 Jahren Haft. Die Todesstrafe kann verhängt werden, wenn der Täter bereits zum zweiten Mal wegen einer Vergewaltigung verurteilt wird, das Opfer an den Folgen der Tat stirbt oder dauerhaft im Koma liegt.

Seit im Dezember eine 23-Jährige von mehreren Männern in einem Bus in Neu Delhi vergewaltigt wurde und später an ihren Verletzungen starb, gibt es eine rege Debatte in Indien über Gewalt gegen Frauen. Seitdem wurden Gesetze geändert und die Polizei sensibilisiert.

(aeg/sda)