Kriegsverbrecher

10. Juli 2012 10:20; Akt: 10.07.2012 11:01 Print

14 Jahre Haft für Rebellenführer Lubanga

Der kongolesische Milizenführer Thomas Lubanga wurde zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Lubanga hatte während des Bürgerkriegs im Kongo tausende Kindersoldaten zwangsrekrutiert.

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Thomas Lubangas Milizen entführten Kinder, bewaffneten diese und setzten sie als Soldaten ein. (Bild: Keystone)

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Der Internationale Strafgerichtshof (ICC) in Den Haag hat den kongolesischen Ex- Milizenführer Thomas Lubanga zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Die Zeit, die Lubanga seit 2006 im Gefängnis verbrachte, wird von der Strafe abgezogen, wie Richter Adrian Fulford am Dienstag sagte.

Im ersten Urteil seit seiner Gründung vor zehn Jahren hatte das Gericht Lubanga Mitte März wegen Kriegsverbrechen und der Zwangsrekrutierung von Kindersoldaten schuldig gesprochen. Die Anklage hatte 30 Jahre Haft gefordert.

Die Richter billigten Lubanga mildernde Umstände wegen der Kooperation mit dem Gericht zu. Er kann gegen das Urteil Berufung einlegen.

Kinder mit Drogen gefügig gemacht

Der frühere Kommandant der Patriotischen Kräfte für die Befreiung des Kongo (FPLC) und mutmassliche Gründer der Union Kongolesischer Patrioten (UPC) hatte während des Bürgerkriegs in Kongo-Kinshasa in der Provinz Ituri 2002 und 2003 tausende Kindersoldaten zwangsrekrutieren lassen. Diese wurden in Ausbildungslager gesteckt, geschlagen und mit Drogen gefügig gemacht.

Seine Milizen holten die Kinder, von denen manche erst elf Jahre alt waren, aus ihren Häusern und Schulen; junge Mädchen wurden als Sexsklavinnen missbraucht.

Lubanga war 2006 nach Den Haag überstellt worden, Anfang 2009 begann der Prozess gegen ihn. Während der insgesamt 204 Prozesstage riefen Staatsanwaltschaft und Verteidigung mehr als 60 Zeugen auf. Auch frühere Kindersoldaten kamen zu Wort. Lubanga hatte auf nicht schuldig plädiert.

(sda)