Zyklon «Evan»

14. Dezember 2012 08:51; Akt: 14.12.2012 14:51 Print

Drei Tote in Samoa – und Hauptstadt ohne Strom

Der Zyklon «Evan» richtet im Pazifik-Inselstaat Samoa schwere Verwüstung an. In der Hauptstadt Apia kamen drei Menschen ums Leben, 40'000 waren ohne Strom. Nun rast der Sturm auf Fidschi zu.

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Der Zyklon «Evan» hat im pazifischen Inselstaat Samoa den zweiten Tag in Folge grosse Schäden verursacht. Sturmböen und starker Regen peitschten nach Angaben von Augenzeugen den ganzen Freitag über die Hauptstadt Apia.

Dort hatte «Evan» innerhalb von 24 Stunden Hunderte Bäume entwurzelt und Strommasten umgerissen. Drei Menschen kamen Medienberichten zufolge ums Leben. Zwei von ihnen sind Kinder. Sie wurden von einem reissenden Strom erfasst.

Der Zyklon traf die 40'000-Einwohner-Stadt zwar nicht wie befürchtet erneut mit voller Wucht. Doch war in dem andauernden Sturm an Aufräumarbeiten zunächst nicht zu denken. Über die Lage in anderen Gebieten der Hauptinsel Upolu gab es zunächst keine Angaben.

Zahlreiche Bäume entwurzelt

«Es sieht verheerend aus», berichtete Reporterin Marjorie Moore von der Zeitung «Samoa Observer» der Nachrichtenagentur DPA. «Auf der Hauptstrasse aus der Stadt Richtung Süden liegen entwurzelte Bäume und umgerissene Strommasten. Die Leitungen liegen quer über die Strasse.» Die Leute trauten sich aus Angst kaum aus ihren Häusern.

In der Innenstadt waren viele Strassen überschwemmt, weil der Fluss Vaisigano über die Ufer trat und eine Sturmflut über die Uferpromenade peitschte. «Autos stecken dort im Schlamm fest», sagte Moore. Es gab keinen Strom und vielerorts kein Wasser. Die Behörden erklärten den Ausnahmezustand.

«Es sind unglaubliche Verwüstungen», berichtete Rachael Dempsey, Mitarbeiterin der deutschen Entwicklungsorganisation GIZ. Überall seien mächtige Bäume aus der Erde gerissen worden. «Es stehen nur noch Palmen.» Niemand habe einen Überblick über die Lage in den Dörfern, wo viele Familien in einfachen Hütten leben.

Spitzen von 160 km/h

Der Zyklon brach am Donnerstag mit Windspitzen von bis zu 160 Stundenkilometern über Apia herein. Die Behörden hatten vorgewarnt, viele Einwohner trafen Vorkehrungen.

Der deutsche Honorarkonsul Arme Schreiber verankerte das Dach seines Hauses mit Seilen am Fundament. «Wir haben Glück gehabt und keine grösseren Schäden erlitten», sagte er.

Die Pazifikstaaten werden zwischen Dezember und März oft von Zyklonen heimgesucht. «Evan» war nach Angaben der Einwohner einer der schwersten Stürme der vergangenen 20 Jahre.

(sda)