Deutschland

28. Mai 2011 19:51; Akt: 28.05.2011 19:52 Print

Proteste gegen die AtomkraftProteste gegen die Atomkraft

Umweltverbände, Anti-Atomkraft- und Friedensorganisationen hatten in 21 deutschen Städten zu Protesten geladen. Dem Aufruf sind 160'000 Menschen gefolgt.

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Atomkraftgegner demonstrieren in München für den Ausstieg aus der Atomenergie. (Bild: AFP)

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Mehr als hundertausend Menschen haben am Samstag in ganz Deutschland gegen die Atomkraft demonstriert. Die Veranstalter sprachen von 160 000 Demonstranten.

Umweltverbände, Anti-Atomkraft- und Friedensorganisationen hatten in 21 Städten zu Protesten aufgerufen. Unter dem Motto «Atomkraft: Schluss!» fanden unter anderem in Dresden, Göttingen, Hamburg, Mannheim und München Demonstrationen statt.

Die Kernkraftgegner wollten damit auch den Druck auf die Politik vor einem Treffen der schwarz-gelben Koalition erhöhen. Am Sonntagabend wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Spitzen von CDU, CSU und FDP im Koalitionsausschuss über die Energiewende beraten. Am Montag legt die Ethikkommission für eine sichere Energieversorgung unter dem Vorsitz von Ex-Umweltminister Klaus Töpfer (CDU) ihre abschliessenden Empfehlungen vor.

Von den Veranstaltern der Demonstration hiess es, Merkel gehe es scheinbar nicht mehr um die angekündigte Neubewertung des atomaren Risikos nach dem Reaktorunglück von Fukushima und einen schnellstmöglichen Atomausstieg, sondern um Frieden in der Koalition. «Eine Verzögerung des dringend und schnellstmöglich erforderlichen Atomausstiegs werde nicht hingenommen», erklärten die Veranstalter. Man werde in den kommenden Wochen weiter für die sofortige Abschaltung jeder einzelnen Atomanlage kämpfen. Für Pfingsten seien von etlichen Organisationen und Gruppen bereits grosse Blockadeaktionen an mehreren Atomkraftwerken in Planung.

Abschlusskundgebung vor CDU-Parteizentrale in Berlin

Rund 25 000 Demonstranten brachen nach Veranstalterangaben in Berlin am Samstagmorgen am Roten Rathaus zu einem Protestmarsch auf. Sie zogen über die Strasse Unter den Linden und vorbei am Bundestag bis zur Parteizentrale der CDU. Dort fand eine Abschlusskundgebung mit Vertretern von Naturschutzverbänden statt. Die Demonstranten forderten die Bundeskanzlerin auf, ohne jede Verzögerung das Ende der Atomenergienutzung in Deutschland durchzusetzen.

Mehrere Tausend Atomkraftgegner demonstrierten auch in Nordrhein-Westfalen. Allein in Münster hatten sich bis zum Mittag bis zu 3000 Teilnehmer zu einem Protestmarsch durch die Stadt versammelt, wie die Polizei mitteilte. Auch in Essen und Bonn nahmen Tausende an Demonstrationen teil.

In mehreren norddeutschen Städten forderten Tausende Umweltschützer bei Demonstrationen die Stilllegung aller Atomkraftwerke. Rund 12.000 Menschen beteiligten sich nach Angaben der Bürgerinitiative Umweltschutz Hannover an einer Kundgebung in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Die Polizei sprach allerdings nur von etwa 2.000 Teilnehmern.

Mehrere tausend Atomgegner zogen auch in Hamburg vom Jungfernstieg über das Millerntor zum Fischmarkt. In Göttingen demonstrierten nach verschiedenen Angaben zwischen 2.000 und 3.000 Menschen. Der Zug durch die Innenstadt wurde von 30 Traktoren angeführt. Auch in Kiel, Bremen und Güstrow gab es Demonstrationen.

dapd/kem/vf/

(dapd)