Besuch in Pristina

31. Oktober 2012 14:06; Akt: 31.10.2012 14:57 Print

Clinton betont Souveränität des Kosovos

Die amerikanische Aussenministerin Hillary Clinton ist zu einem Besuch im Kosovo eingetroffen. Im Zentrum standen der immer noch grassierende Konflikt mit Serbien.

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Hillary Clinton mit Hashim Thaci in Pristina. (Bild: Keystone)

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Bei einem Besuch in Pristina hat US- Aussenministerin Hillary Clinton die Souveränität des Kosovos unterstrichen. Zugleich forderte sie das Land zu einer stärkeren Annäherung an die serbische Minderheit auf.

Diese habe eine Heimat in dem jungen Staat, sagte Clinton beim Besuch einer serbisch-orthodoxen Kirche in Pristina. Die US- Aussenministerin war mit der EU-Aussenbeauftragten Catherine Ashton in die Stadt gereist, wo sie mit Ministerpräsident Hashim Thaci und Staatspräsidentin Atifete Jahjaga zusammen kamen.

Danach unterstrich Clinton, der jüngste europäische Staat müsse die EU und die NATO ansteuern: «Die Zukunft Kosovos liegt in der EU», sagte Clinton. Clinton forderte die kosovarische Führung auf, sich der Bedenken der Serben anzunehmen, sodass ein Umfeld entstehe, in dem «alle Menschen die Chance haben, erfolgreich zu sein».

Ebenso müssten aber auch die Serben einen Schritt nach vorne machen, und nicht nur «Veränderungen durch die Regierung» fordern, sondern ebenso durch das Volk.

Normalisierung

Die ehemalige serbische Provinz Kosovo hat sich 2008 für unabhängig erklärt. Serbien erkennt den Staat nicht an. Ebenso wenig erkennen die im Norden des Kosovos lebenden Serben die Autorität Pristinas über sie an.

Die USA und die Europäische Union dringen auf eine Normalisierung der Beziehungen der beiden Länder. Die EU-Aussenbeauftragte Catherine Ashton teilte am Mittwoch mit, die beiden Regierungschefs des Kosovos und Serbiens träfen sich schon in wenigen Tagen wieder in Brüssel.

Die Unabhängigkeit des Kosovo ist nach den Worten von Clinton aber nicht verhandelbar. Washington lehne «jede Diskussion über territoriale Veränderungen oder den Status der Unabhängigkeit des Kosovo» ab, sagte Clinton. Die USA stünden weiterhin fest zur «Souveränität und territorialen Integrität» des Kosovo sowie zur Etablierung eines Rechtsstaats.

Autonomie für Kosovo-Serben?

Regierungschef Hashim Thaci sagte, «Kosovo und seine Bürger sind lebenslang dankbar» für die Unterstützung der Unabhängigkeit. Die USA gelten als mit Abstand engster Verbündeter Pristinas. Der frühere US-Präsident Bill Clinton wird als «Vater» der Unabhängigkeit des Kosovos verehrt, weil er 1999 mit NATO-Bomben die serbischen Militärs hatte vertreiben lassen.

Ein zentrales Thema bei den Gesprächen in Pristina war die Zukunft von Nordkosovo, wo rund 40'000 Serben die örtliche Mehrheit bilden. Nach Medienberichten in Pristina streben die USA und die EU eine weitgehende Autonomie dieses Gebiets an.

Die Kosovo-Regierung widersetzt sich diesen Plänen mit aller Kraft. Sie will für die Serben nur Sonderrechte akzeptieren, wie sie im Friedensplan des UNO-Kosovo-Vermittlers Martti Ahtisaari von 2007 festgelegt sind.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Witzblatt am 01.11.2012 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Duennbrett-Bohrer

    Da hat die Clinton ja wieder eine Glanzleistung vollbracht, welche ungeahnte Folgen haben wird. (vergleichbar mit einem Billig-Warmluftgeblaese im Winter in den Waeldern Sibiriens)

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  • CaptainAmerica am 01.11.2012 00:44 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenbruch naht...

    So sieht es eben aus wenn eine frustrierte, gehörnte Person für Aussenpolitik einer untergehender Grossmacht zuständig ist.Wenn sie so stark für dieser "unabhängiger Staat" engagiert ist, wieso müssen wir (und ganze Europa) dafür zahlen (mit Geld)?Wieso müssen unsere Steuerzahler dafür büssen?Letzter Bericht der EU-Komission sagt klar: Geldverschwendung- ohne Geld vom aussen können die Kosovaren nicht überleben!Es wäre besser die USA verwenden dieses Geld um Opfern des Hurricans zu helfen!

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  • Deeskalierer am 31.10.2012 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso gibt man den Norden nicht Serbien?

    Wenn dort eh nur Serben leben, es an Serbien grenzt und Pristina nicht anerkennt, dann sollte man doch nicht andauernd auf das Territorium verweisen, sonst könnte Serbien ja auch sagen, dass Kosovo zu ihrem Territorium gehört. Der gleiche Mist findet auch in Bosnien statt, wo die Serben auch nichts mit der Regierung in Sarajewo zu tun haben will. Das führt doch nur zu andauernden Spannungen und vielleicht irgendwann zu einem neuen Krieg. Lieber jetzt die Angelegenheiten klären als später.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Witzblatt am 01.11.2012 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Duennbrett-Bohrer

    Da hat die Clinton ja wieder eine Glanzleistung vollbracht, welche ungeahnte Folgen haben wird. (vergleichbar mit einem Billig-Warmluftgeblaese im Winter in den Waeldern Sibiriens)

    • Leser am 02.11.2012 23:53 Report Diesen Beitrag melden

      Folgen

      Hä, was hat sie denn gemacht das Folgen haben wird?

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  • Böru am 01.11.2012 07:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur Interesse

    Allgemein gesagt: wenn sich die Amis irgendwo in der Welt in ein Konflikt reinmischen dann hat das nichts mit Menschenrechten oder sonst irgendwelchen moralischen Aspekten zutun sondern aus reiner Interesse und Geldgier. Ich frage mich nur warum die z.B. in Afrika nicht so präsent sind wie in Europa oder nahe Osten... Na ja, raten sie mal...

  • CaptainAmerica am 01.11.2012 00:44 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenbruch naht...

    So sieht es eben aus wenn eine frustrierte, gehörnte Person für Aussenpolitik einer untergehender Grossmacht zuständig ist.Wenn sie so stark für dieser "unabhängiger Staat" engagiert ist, wieso müssen wir (und ganze Europa) dafür zahlen (mit Geld)?Wieso müssen unsere Steuerzahler dafür büssen?Letzter Bericht der EU-Komission sagt klar: Geldverschwendung- ohne Geld vom aussen können die Kosovaren nicht überleben!Es wäre besser die USA verwenden dieses Geld um Opfern des Hurricans zu helfen!

    • 20Leser am 02.11.2012 23:57 Report Diesen Beitrag melden

      Aussen

      Aha, ohne Geld von Aussen können die Kosovaren nicht überleben? Und denkst du die Schweiz versorgt sich nur selbst? Mehr als die Schweiz kann man ja nicht mehr von Aussen haben..

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  • sandra ineichen am 31.10.2012 16:36 Report Diesen Beitrag melden

    verecherstaat der US

    das mit der unabhängigkeit kosovos ist eingiges faul. klar wollen die amis diesen staat, unter anderem wegen dem camp bondsteel, der US-Basis. aber es gibt noch andere gründe. Andere frage wenn Kosovo unabhänig sein darf, wieso dann nicht das Basenland, Palästina, zypern, die Kurden in der Türkei/Irak, Südosentien, abchasien? etc..

  • Deeskalierer am 31.10.2012 16:12 Report Diesen Beitrag melden

    Wieso gibt man den Norden nicht Serbien?

    Wenn dort eh nur Serben leben, es an Serbien grenzt und Pristina nicht anerkennt, dann sollte man doch nicht andauernd auf das Territorium verweisen, sonst könnte Serbien ja auch sagen, dass Kosovo zu ihrem Territorium gehört. Der gleiche Mist findet auch in Bosnien statt, wo die Serben auch nichts mit der Regierung in Sarajewo zu tun haben will. Das führt doch nur zu andauernden Spannungen und vielleicht irgendwann zu einem neuen Krieg. Lieber jetzt die Angelegenheiten klären als später.

    • Sebastian am 01.11.2012 08:58 Report Diesen Beitrag melden

      Angst vor Gross Albanien.

      Sie haben vollkommen Recht. Ich bin der Gleichen Meinung wie Sie, nachher muss aber Serbien 4 Grosstäten wo im Grenze mit Kosovo auch 98 % mit Albaner bewohnt an Kosovo geben,Mazedonien muss 7 Stäten unteranderem auch den Hauptstadt Skopie auch an Kosovo geben Montenegro die Beste Tourismus Küsste Ulçin und noch zwei drei andere Stäte auch an Kosovo geben, Mein Lieber deswegen wird nicht die Norden Kosovas an Serbien gegeben nicht das Kosovo dass nicht möchte sondern Die EU und USA möchte das nicht und Serbien Selber möchte das auch nicht, weil dan würde es es ein GROSS ALBANIEN geben.

    • Peter am 01.11.2012 09:18 Report Diesen Beitrag melden

      Komplizierter Balkan

      Bitte sich zuerst genau erkundigen: Es leben noch mehr als 70ooo Albaner im Südwesten von Serbien dieses Territorium ist Serbien auch nicht bereit abzugeben. Ein territorialer Austusch würde zudem weitere Problem mit sich führen da in Westmazedonien die Mehrheit auch albanisch ist, sowie in Bosnien eine Mehrheit Serben im Gebiet von Bosnien Herzegowina lebt, welche folglich auch den Anschluss an die Mutterrepubliken fordern würde.

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