Nach Kollision

06. Dezember 2012 00:14; Akt: 06.12.2012 12:52 Print

Frachter in der Nordsee gesunken – vier Tote

Rund 100 Kilometer vor der niederländischen Küste prallt das Frachtschiff «Baltic Ace» mit einem Containerschiff aus Zypern zusammen. Vier Menschen kommen ums Leben, sieben werden noch vermisst.

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Die «Baltic Ace» ist am Mittwochabend vor der niederländischen Küste gesunken. (Bild: Keystone/AP/Royal Dutch Navy)

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Elf Seeleute haben eine schwere Schiffskollision vor der niederländischen Küste wohl nicht überlebt. Vier Mitglieder der Besatzung des gesunkenen Frachters «Baltic Ace» wurden tot geborgen, sieben werden noch vermisst.

«Die Überlebenschancen sind gleich Null», sagte ein Sprecher der niederländischen Küstenwache am Donnerstag im niederländischen Radio. Die Suche nach Opfern wurde am Morgen wieder aufgenommen.

Am Mittwochabend war der unter der Flagge der Bahamas fahrende Frachter «Baltic Ace» mit dem zypriotischen Containerschiff «Corvus J» etwa 65 Kilometer südwestlich von Rotterdam zusammengeprallt.

In nur einer Viertelstunde sank der Auto-Frachter. «Es ging zu schnell, um Überlebensanzüge anzuziehen», sagte Kees Brinkman von der niederländischen Rettungsgesellschaft KNRM im Radio. Ohne Schutzkleidung könne man in der nur sechs bis sieben Grad kalten Nordsee «nur einige Minuten» überleben.

Nach der Kollision waren Helikopter und in der Nähe fahrende Frachtschiffe und Fischerboote schnell zur Stelle und konnten Seeleute aus dem Wasser und von Rettungsflössen retten. Insgesamt 13 Menschen konnten in Sicherheit gebracht werden. Elf wurden schwer unterkühlt in Spitäler in Rotterdam und Belgien gebracht.

Suche nach Überlebenden

Unter Hochdruck suchten Küstenwache und die niederländische Marine mit Rettungsbooten Infrarotgeräten und Scheinwerfern weiter nach Überlebenden. Wegen starken Windes und bis zu drei Meter hohen Wellen hatte die Suche gegen zwei Uhr nachts unterbrochen werden müssen.

Die Besatzung des Frachters kommt nach Informationen der Küstenwache aus Bulgarien, Polen, der Ukraine und den Philippinen. Von der gesunkenen «Baltic Ace» ist nichts mehr zu sehen, berichteten Augenzeugen. Nur noch Bruchstücke des Frachters, leere Rettungsflösse und Schwimmwesten trieben im Wasser.

Starker Wind

Die Ursache des Unglücks ist noch unklar. Zum Zeitpunkt der Kollision windete es stark. «Für grosse Schiffe ist das kein Problem», sagte Brinkman von der Rettungsgesellschaft. Die «Baltic Ace» war 148 Meter lang.

Die Schiffe waren auf einer der meistbefahrenen Schiffsroute der Welt unterwegs zwischen den beiden grössten Häfen Europas, Rotterdam und Antwerpen. Diese Nord-Südverbindung wird vom Ost-West-Verkehr nach Grossbritannien gekreuzt.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Internationale Seefahrtsorganisation IMO neue Fahrrouten der niederländischen Regierung genehmigt, die ab August 2013 gelten sollen. Dadurch soll der Verkehr auf der Nordsee sicherer werden.

Die «Baltic Ace» war auf dem Weg von Belgien nach Finnland. Das Containerschiff «Corvus J» fuhr von Schottland nach Belgien. Die «Corvus J» wurde bei der Kollision beschädigt, konnte jedoch noch bei Rettungsarbeiten helfen.

Der verhängnisvolle Kurs der beiden Schiffe
(Video: Youtube/VesselFinder)

(sda)