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Wut in Ägypten
28. November 2012 04:32; Akt: 28.11.2012 04:32 Print
Hunderttausende protestieren gegen Mursi
Die Proteste gegen den regierenden Islamisten in Ägypten, Mohammed Mursi, werden immer heftiger. Bei den landesweiten Demonstrationen kam es zu heftigen Schlachten. Ein Mann wurde getötet.
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Die Wut der Strasse schlägt den regierenden Islamisten in Ägypten jetzt mit voller Wucht entgegen. Hunderttausende Gegner von Präsident Mohammed Mursi protestierten am Dienstag in Kairo gegen seine umstrittene Verfassungserklärung. Es ist die bislang grösste Protestwelle seit dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak.
Bildstrecken Gewinner und Verlierer der GazakriseNeue Krawalle in den Strassen von KairoIn der Hafenstadt Alexandria kam es zu Schlägereien zwischen Islamisten und Demonstranten. In Kairo starb nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein junger Mann, als die Polizei mit Tränengas auf eine Gruppe von Jugendlichen feuerte.
Auch in den Städten Luxor, Assiut, Kena, Tanta, Al-Arisch, Bani Sueif und Suez protestierten Menschen gegen Mursis Erklärung, mit der er sich selbst und das von Islamisten dominierte Verfassungskomitee vor dem Zugriff der Justiz schützen will. Die Muslimbrüder und die Salafisten sagten eine Solidaritäts-Kundgebung für Mursi kurzfristig ab, «um Blutvergiessen zu verhindern».
Unzufriedene Revolutionäre
Auf dem Tahrir-Platz in der Kairoer Innenstadt versammelten sich mindestens 300'000 Ägypter, die Transparente mit Sprüchen wie «Die Muslimbruderschaft hat die Revolution gestohlen» in den Händen hielten. Mursi steht den Muslimbrüdern nahe.
An der Demonstration auf dem Tahrir-Platz nahmen auch führende Oppositionelle sowie Schauspieler, Anwälte und Journalisten teil. Einige von ihnen riefen: «Oh Mubarak, sag dem Mursi, auf den Thron folgt die Zelle!»
Die Mursi-Gegner zeigten sich von dem Zulauf begeistert. «Die Muslimbrüder haben immer behauptet, dass wir den Tahrir-Platz ohne ihre Unterstützung nicht voll kriegen, jetzt haben wir ihnen gezeigt, dass dies nicht simmt», erklärte ein Aktivist.
Seit fünf Tagen auf dem Tahrir-Platz
Die Gegner des Präsidenten zelten seit fünf Tagen auf dem Platz. Sie wollen erst abziehen, wenn Mursi die Dekrete zu seiner Machtausdehnung zurückgenommen hat.
Bereits vor dem Beginn der Grossdemonstration war es in Kairo zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen. In der Nähe der US-Botschaft unweit des Tahrir- Platzes warfen die jungen Demonstranten Steine auf Beamte. Die Polizei setzte daraufhin Tränengas ein.
Der Tahrir-Platz ist von hoher symbolischer Bedeutung. Hier nahmen die Proteste ihren Anfang, die zum Sturz des autokratisch regierenden Mubarak und zur Wahl Mursis zu seinem Nachfolger geführt hatten.
Mursi unbeeindruckt
Die Muslimbrüder, denen Mursi vor Amtsantritt angehört hatte, und die Salafisten sagten eine ursprünglich geplante Solidaritätskundgebung für den Präsidenten kurzfristig ab, «um Blutvergiessen zu verhindern».
Mursi will trotz des Widerstandes der Opposition und der Justiz nicht von seiner umstrittenen Position abrücken. Zahlreiche Richter erschienen aus Protest gegen die Entmachtung der Justiz auch am Dienstag nicht zur Arbeit, zum dritten Mal in Folge. Wegen er Unruhen sagten mehrere Reiseveranstalter Ausflüge in die ägyptische Hauptstadt ab.
(sda)

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