«Vertreibe Putin!»

16. August 2012 12:21; Akt: 16.08.2012 14:26 Print

Wer sagt was im Pussy-Riot-Prozess

Am Freitag wird das Urteil im Prozess gegen die drei Putin-kritischen Pussy-Riot-Frauen erwartet. Aussagen verschiedener Beteiligten zeigen, wer wo steht und wer wie denkt.

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Die Protestaktion von Musikerinnen der russischen Band Pussy Riot und deren Verfolgung durch die Behörden haben Anlass zu zahlreichen Äusserungen gegeben. Eine Auswahl an Zitaten:

«Mutter Gottes, du Jungfrau, vertreibe Putin!» (Die Band Pussy Riot in dem «Punkgebet» gegen Wladimir Putin am 21. Februar in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau)

«Ich hoffe, dass sich so etwas nicht mehr wiederholt.» (Wladimir Putin in einem Kommentar zu der Aktion am 7. März, kurz nach seiner Wahl zum Präsidenten)

«Der Teufel hat uns alle ausgelacht.» (Patriarch Kirill, Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, am 24. März in einer Reaktion auf die «Gotteslästerung»)

«Damit haben sie auf gotteslästerliche Weise an den jahrhundertealten Grundfesten des Russisch-Orthodoxen Kirche gerüttelt.» (Aus der Anklage der Generalstaatsanwaltschaft im Juli)

«Ich bin überzeugt, dass Gott das verurteilt, was sie gemacht haben. Ich bin überzeugt, dass diese Sünde in diesem Leben und im künftigen Leben bestraft wird.» (Der Chefideologe der russisch- orthodoxen Kirche, Wsewolod Tschaplin, im Juni auf die Frage, ob Pussy Riot bestraft werden sollte)

«Hätte Pussy Riot gerufen: 'Mutter Gottes, gib uns Putin noch für ein Jahrhundert!' - dann hätten sie den Mädchen einen Orden gegeben.» (Die prominente russische Schauspielerin Lija Achedschakowa in einem Interview mit dem russischen Fernsehsender Doschd)

«Das ist radikale Kunst. Das ist Jugendkunst. Sie hat das Recht, so zu sein, wie sie ist.» (Die russische Schriftstellerin Ljudmila Ulizkaja in einem Interview zum Fall Pussy Riot)

«Das ist ein politischer Gewaltakt, Rache.» (Der russische Oppositionspolitiker und frühere Vizeregierungschef Boris Nemzow am 30. Juli über den Prozess gegen Pussy Riot)

«Das Wort «Richten» wird hier nur in dem Sinne gebraucht, wie ihn auch mittelalterliche Inquisitoren verwendet haben.» (Der inhaftierte Kreml-Gegner Michail Chodorkowski in einem am 6. August im Internet veröffentlichten Kommentar zum Verfahren)

«Sie sind völlig verrückt geworden. Es ist eine Schande, was der Staatsanwalt gefordert hat.» (Die Grande Dame der russischen Menschenrechtsbewegung, Ljudmila Alexejewa von der Moskauer Helsinki- Gruppe, am 7. August zur Forderung der Anklage nach drei Jahren Haft)

(sda)