Muslimische Proteste

17. September 2012 18:01; Akt: 17.09.2012 20:09 Print

Hisbollah-Chef zeigt sich öffentlich

Der öffentlichkeitsscheue Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah hat in Beirut überraschenderweise persönlich an einer Demonstration gegen den Mohammed-Film teilgenommen.

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Der pakistanische Eisenbahnminister Ghulam Ahmad Bilour bietet aus eigener Tasche 100 000 Dollar Belohnung für die Ermordung von Nakoula Basseley Nakoula, den Regisseur des Anti-Islam-Films. Bei Ausschreitungen in Bangladesch wurden dutzende Menschen verletzt. Viele der Demonstranten wurden verhaftet. Bei Protesten in der pakistanischen Stadt Peshawar ist der Fahrer eines Fernsehjournalisten durch Polizeikugeln getötet worden. Die Beamten hätten auf die Demonstranten geschossen, weil diese ein Kino in Brand gesteckt hätten. (Bild aus Rawalpindi, Pakistan) Das deutsche Satiremagazin «Titanic» hat für Ende September ebenfalls eine Ausgabe zum Islam angekündigt. «Der Westen in Aufruhr - Bettina Wulff dreht Mohammed-Film!», soll die Schlagzeile der Nummer heissen. Inmitten der Protestwelle druckte das französische Satiremagazin «Charlie Hebdo» neue Mohammed-Karikaturen. Die Zeichnungen, würden diejenigen schockieren, die schockiert sein wollten, sagte der verantwortliche Redaktor Stéphane Charbonnier vor der Veröffentlichung dem Nachrichtensender iTele. Er verwies auf die Pressefreiheit. Die ersten Bilder des nicht-vermummten Nakoula Basseley Nakoula, dem Macher von «Unschuld der Muslime», sind aufgetaucht. «Daily News» veröffentlichte ein Foto vom Set des umstrittenen islam-feindlichen Filmes, das Nakoula mit der 21-jährigen Schauspielerin Anna Gurji zeigt. Sie hatte zu dem Zeitpunkt keine Ahnung, wovon der Film handelte. erhalten. Zentralrats-Aushängeschild Nicolas Blancho gehört zwar nicht zum Organisationskomitee, findet die Aktion aber eine «gute Sache». verübt. Dabei kamen am frühen Dienstagmorgen mindestens neun Menschen ums Leben. Die Attentäterin steuerte ihren mit Sprengstoff beladenen Wagen in einen Minibus, der ausländische Arbeiter zum Flughafen bringen sollte, wie die Polizei erklärte. Die Explosion sei gewaltig gewesen. . Mit Hunderten Anhängern stürmte er mitten durch die Reihen der Polizei. Zuvor hatte Hassine gesagt, die Demo vor der US-Botschaft, bei der am Wochenende vier Menschen getötet worden waren, hätte friedlich verlaufen sollen. Die Polizei sei schuld an der Eskalation. ausgerufen. In Windeseile verbreitet sich der Mordaufruf auf diversen dschihadistischen Foren im Internet. Der Regisseur des Films ist unterdessen mit seiner Familie untergetaucht. Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah zeigt sich in Beirut überraschend an einer Demonstration gegen den Mohammed-Film. Aus Angst vor Anschlägen meidet er für gewöhnlich die Öffentlichkeit. Bei Demonstrationen hunderter Menschen in der Unruheprovinz Khyber Pakhtunkhwa kam es nach Behördenangaben zu Zusammenstössen, bei denen ein Mensch getötet und zwei Menschen verletzt wurden. Zudem starb eine Person, die am Sonntag bei Protesten in Karachi verletzt worden war. Demonstranten in mehreren indonesischen Städten haben am Montag die Proteste gegen den Anti-Islam-Film fortgesetzt. Mohamed al-Magariaf, der lybische Präsident, erwägt einen Militärschlag gegen die Verantwortlichen des Angriffs auf die US-Botschaft. Bei der Attacke am Donnerstag, 13. September 2012 waren vier Menschen gestorben, unter ihnen der US-Botschafter Chris Stevens. Die deutsche Bundeskanzlerin hat sich dafür ausgesprochen, eine öffentliche Vorführung des anti-islamischen Videos «Die Unschuld der Muslime» in Deutschland zu verbieten. SP und Grüne sind gegen die Zensur. Allgemeine Zustimmung erntete das Einreiseverbot für den US-Prediger und Islamfeind Terry Jones. . Sie wurden mit Steinen beworfen und mit Stöcken attackiert. Zudem zündeten Demonstranten mehrere Polizeifahrzeuge an. Muslime aller Altersklassen skandierten in Afghanistan: «Tod für Amerika!» In Kabul und bei einem US-Militärstützpunkt in Dschalabad erkalierte die Situation. Auch am Sonntag kam es erneut zu Demontrationen. Unter anderem in Libanon (Bild), Afghanisitan, Pakistan, Indien und der Türkei. In Pakistan starb am Sonntag ein Demonstrant bei Zusammenstössen zwischen der Polizei und aufgebrachten Muslimen, die auf das US-Konsulat in Karachi marschierten. Aber auch in Europa gingen Muslime vielerorts auf die Strasse. So in ... ... in , ... ... oder in den . Allerdings scheine die Gewalt abzuflauen, sagte US-Verteidigungsminister Leon Panetta. , libanesischer Politiker und Chef der radikalislamischen Hisbollah, ruft in einer im ganzen Libanon übertragenen TV-Rede seine Anhänger zu Protesten auf und kündigt an, dass seine Organisation Demonstrationen im ganzen Land organisieren werde. Er fordert seine Anhänger aber ausdrücklich auf, auf Attacken auf Botschaften zu verzichten. . Die Polizei nahm 150 Personen fest. auf die US-Botschaft. Auch eine in der Nachbarschaft der Botschaft wurde völlig verwüstet. rufen die Demonstranten Anti-USA-Slogans. machen die Menschen ihrem Ärger immer noch Luft. . Auch die wird das Oberhaupt der katholischen eine Veranstaltung für Jugendliche abhalten. Der droht Rechtsradikalen, die den Film «Die Unschuld der Muslime» auf ihre Homepage stellen wollen: Die Behörden würden mit allen rechtsstaatlichen Möglichkeiten gegen sie vorgehen. geplant gewesen sein. (Auf dem Bild vom 14.9. besucht er verletzte libysche Botschaftswächter in Benghasi) In aus. Auf den Plakaten steht unter anderem «Im Islam gehts nicht darum, Menschen zu töten. Benghasi wird dich immer lieben, Chris (Stevens, der getötete US-Botschafter; Anm.d.Red.). Du wirst immer in unseren Herzen sein». (links) hat mit seinem Anti-Islam-Film «Unschuld der Muslime» in der ganzen muslimischen Welt Proteste beispiellosen Ausmasses ausgelöst. Am Samstag, 15.9., liess sich der ägyptisch-stämmige Christ in Los Angeles von der Polizei vernehmen. . FREITAG, 14. SEPTEMBER Ägypten:wurde die ganze Nacht auf Samstag weiterprotestiert. In der Strasse, die zur US-Botschaft in Kairo führt, kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten. Ein Grossaufgebot an Polizisten sperrt den Zugang zur diplomatischen Vertretung der USA ab. Die Muslimbrüder haben mittlerweile den landesweiten Protest gegen den Film abgesagt. Sie wollen sich auf «symbolische Proteste» auf dem Tahrir-Platz in Kairo beschränken. abgehalten. verlangte Gerechtigkeit für die Opfer: «Wir werden diejenigen zur Verantwortung ziehen, die sie uns nahmen.» stockte bei ihrer Ansprache zeitweilig die Stimme. Sie sagte, die Menschen in Ägypten, Tunesien, Libyen und dem Jemen sollten nicht die «Tyrannei der Diktatur, gegen die Tyrannei des Mobs» eintauschen. gehandelt haben, bei denen die umstrittenen Mohammed-Karikaturen gezeigt wurden. «Al Jazeera» hatte zuvor dieses . Den Eindringlingen soll es gelungen sein, die deutsche Flagge herunterzuholen und stattdessen eine islamische Fahne zu hissen. Nach dam Angriff auf die deutsche Botschaft zogen die Demonstranten Richtung US-Botschaft. Auch in Israel, in der Nähe des Damaskus-Tors, hat sich ein Protestzug formiert. Die Demonstranten spiegeln sich im Helm eines Polizisten. Inzwischen ist der Papst in Beirut gelandet. In der libanesischen Stadt haben sich die Demonstranten ein US-Fastfood-Restaurant als Ziel genommen und es völlig verwüstet. Bei den Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten soll ein Mensch ums Leben gekommen sein. . Manche versuchen, aufs Botschaftsgelände zu gelangen. Dabei reissen sie die US-Flagge herunter und ersetzen sie durch eine Dschihad-Fahne. Vier Demonstranten wurden getötet und 49 verletzt. werden nach dem Freitagsgebet US-amerikanische und israelische Flaggen verbrannt. Der Protestmarsch führt zu US-Botschaft in der Hauptstadt Doha. Im Jabalya-Camp verbrennen aufgebrachte Palästinenser US-amerikanische und israelische Flaggen. verbrennen sie israelische und amerikanische Flaggen. nimmt nach dem Freitagsgebet an einem Protestmarsch gegen den Anti-Islam-Film teil. Das Plakat zeigt US-Präsident Barack Obama mit einer Brille in Form des Davidsterns. Östlich der Hauptstadt Kabul verbrennen erzürnte Muslim US-Flaggen und eine Obama-Puppe. Lautstark protestieren sie gegen den Film und rufen anti-amerikanische Slogans. , im indischen Bundesstaat Kaschmir. Auch hier werden Flaggen verbrannt. Im indischen haben die Demonstranten eine Strasse mit US-Flaggen ausgelegt, damit möglichst viele auf sie treten können. Im Staat mit der grössten muslimischen Bevölkerung der Welt protestieren die Menschen ebenfalls gegen den Islam-kritischen Film. führt, stehen sich Polizei und Demonstranten gegenüber. Der Präsident der Nationalversammlung, Mohammed Yusef el-Megarief, besucht das zerstörte US-Konsulat und drückt sein Mitgefühl mit den getöteten US-Amerikanern aus. In Dhaka protestieren rund 10 000 Menschen gegen den Islam-feindlichen Film. Sie verbrennen US-Flaggen und versuchen, die US-Botschaft zu erreichen. bereiten sich die Sicherheitskräfte auf Proteste vor der US-Botschaft vor. Die Sicherheitsmassnahmen in US-Einrichtungen wurden weltweit verstärkt und alle diplomatische Vertretungen in höchste Alarmbereitschaft versetzt - auch in Tokio. sind die Proteste gegen den Muslim-feindlichen Film bereits im Gang. DONNERSTAG, 13. SEPTEMBER 2012 Deutschland: Die US-Botschaft in Berlin wurde teilweise evakuiert, da anscheinend verdächtiges weisses Pulver gefunden wurde. Feuerwehr, Rettungswagen und Polizei sind vor Ort. Eine Mitarbeiterin soll über Atemprobleme geklagt haben. verurteilte die Angriffe auf diplomatische Vertretungen und verurteilte zugleich jegliche Beleidigung des muslimischen Propheten Mohammed. 500 Personen versammelten sich vor der Schweizer Botschaft in Teheran und forderten den Tod des Machers des islamfeindlichen Mohammed-Films. Die Schweiz vertritt in Iran die US-Interessen. 200 Sicherheitsleute schützen die Botschaft vor Übergriffen. Vor genau zwei Jahren, am zu stürmen (Bild). Ziel eines Angriffes. Am war sie von Terroristen angegriffen worden. 19 Menschen kamen damals ums Leben, ein Grossteil des Konsulats brannte nieder. (Archivbild vom Tag nach dem Anschlag 2008) , die mit Al-Kaida verbündet sein sollen. DIENSTAG, 11. SEPTEMBER Libyen: Am Mittwoch wurde die US-Vertretung in der libyschen Stadt Bengasi angegriffen. Die Attacke hat vier Todesopfer gefordert. Bei den Angriffen wurde sind ebenfalls ums Leben gekommen. «Ich verurteile die empörenden Attacken auf unsere diplomatische Einrichtung auf das Schärfste», erklärte (im Bild mit US-Aussenministerin Hillary Clinton) nach der Attacke. Da weitere Ausschreitungen befürchtet werden, soll das US-Kriegsschiff «USS McFaul» (hier im Golf von Aden) nach Libyen verlegt werden. Der Zerstörer «USS Laboon» ist bereits vor Ort. . Vor dem Gebäude protestierten gegen den Film, der in den USA produziert worden war.

automatisches Update
Es tickert für Sie:
Roman Rey/Jean-Claude Gerber
19:07
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20 Minuten Online beendet für heute die Live-Berichterstattung über die Proteste gegen den umstrittenen Mohammed-Film. Eine Zusammenfassung der Ereignisse des Tages finden Sie hier.
19:04
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Bei seinem überraschenden Auftritt vor Zehntausenden Anhängern im Libanon hat der Chef der radikalislamischen Hisbollah, Scheich Hassan Nasrallah, zu weiteren Protesten gegen den islamfeindlichen Film über den Propheten Mohammed aufgerufen. «Dies ist der Beginn einer ernsthaften Bewegung, die zur Verteidigung des Propheten Gottes überall in der muslimischen Welt weitergehen muss», sagte Nasrallah unter dem Jubel der Menschenmenge im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut. «Solange es Blut in uns gibt, werden wir nicht über Beleidigungen gegen unseren Propheten schweigen.»
18:13
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Der tunesische Salafistenführer Saif-Allah Benahssine, auch bekannt als Abu Iyadh, ist laut Reuters aus der Al-Fatah-Moschee in der Hauptstadt Tunesiens entkommen. Zuvor sei die Moschee von mehr als 1000 Sicherheitskräften umstellt worden. Benahssine wird von der Polizei im Zusammenhang mit den Ausschreitungen vor der US-Botschaft von letzter Woche gesucht.
17:48
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Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah hatte in Beirut einen seltenen Auftritt bei einer Massendemonstration gegen den Anti-Islam-Film. Tausende Männer und Frauen, unter ihnen Geistliche mit weissen Turbanen, versammelten sich in den Hisbollah-Hochburgen in der libanesischen Hauptstadt. Dies berichtet Al-Jazeera. Die meisten Männer trugen Stirnbänder in den Hisbollah-Farben grün und Gelb. Auf den Bändern stand «zu Ihren Diensten Prophet Gottes».
17:29
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In Aserbaidschan hat die Polizei rund 30 muslimische Aktivisten verhaftet. Sie hatten versucht, in der Hauptstadt Baku zur US-Botschaft vorzudringen, wie AFP berichtet. Sie gehörten zu einem unbewilligten Demonstrationszug von rund 100 Personen. Die Polizei ging mit Schlagstöcken gegen sie vor.
17:06
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In Tunesien haben mehr als 1000 Sicherheitskräfte die Al-Fatah-Moschee in der Hauptstadt Tunis umstellt. In der Moschee hält sich laut Reuters der tunesische Salafistenführer Saif-Allah Benahssine, auch bekannt als Abu Iyadh, auf. Er wird von der Polizei im Zusammenhang mit den Ausschreitungen vor der US-Botschaft von letzter Woche gesucht. Benahssine hatte zuvor vor hunderten Anhängern erklärt, er habe nicht an den Ausschreitungen, die zwei Tote und 29 Verletzte forderten, teilgenommen.
16:45
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Laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP hat der öffentlichkeitsscheue Hisbollah-Chef Scheich Hassan Nasrallah in Beirut persönlich an einer Demonstration teilgenommen.
16:41
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Mehr zu den Protesten im Süden der Philippinen: Bei den 3000 Demonstranten handelte es sich um Schüler und Lehrer. Sie hätten neben einer amerikanischen Flagge auch eine Puppe von US-Präsident Barack Obama in Brand gesteckt, teilte die Polizei mit.

Seine Lehrer hätten ihm gesagt, der Film sei von den USA und Israel produziert worden, sagte der zwölfjährige Schüler Abdul Waris gegenüber der Nachrichtenagentur AP. Sie hätten den Unterricht ausfallen lassen und die Kinder aufgefordert, sich an den Protesten zu beteiligen.
16:34
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Die Hisbollah-eigene Fernsehstation Al Manar TV überträgt gemäss BBC Bilder von tausendenden Demonstranten die im Süden von Beirut Parolen skandieren und Flaggen schwenken.
15:37
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Amal, die grösste schiitische Organisation des Libanon, nimmt an den angekündigten Protesten von 16:00 Uhr teil. Da scheint sich etwas zusammenzubrauen. Alexander Marcquardt von ABC ist vor Ort und twittert: «Es sieht aus, als würde die Hisbollah-Kundgebung riesig werden. Die Stadt Daieh dröhnt nur so vor Aktivität.»
15:26
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Im Süden der Philippinen haben 3000 Menschen demonstriert und Flaggen von der USA und Israel verbrannt, berichtet «bbc.com».

Nach den Aufrufen des Hisbollah-Führers Scheich Nasrallah werden heute um 16.00 Uhr auch im Libanon grössere Proteste erwartet.
15:18
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Gewalt bei der Demo im pakistanischen Karachi: Die Demonstranten werfen Steine in Richtung Polizei, diese schiesst mit Tränengas zurück. Angeblich sollen auch Schüsse abgefeuert worden sein.
14:32
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Die libysche Regierung erwägt einen Militärschlag gegen die Verantwortlichen des Angriffs auf die US-Botschaft, berichtet «The Guardian». Bei der Attacke letzten Donnerstag waren vier Menschen gestorben, unter ihnen der US-Botschafter Chris Stevens.

Der libysche Präsident Mohamed al-Magariaf bestätigt auch, dass Amerikaner Gespräche abgehört haben, bei denen der Angriff auf das Konsulat geplant wurde. Eine islamistische Brigade, die möglicherweise in den Botschafts-Angriff involviert war, soll mit Al-Kaida in Verbindung stehen.
14:28
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Der geistlichen Führer des Irans, Ayatollah Ali Chamenei, hat den Westen aufgefordert, Respekt gegenüber Muslimen zu zeigen und gegen den Anti-Islam-Film «Unschuld der Muslime» vorzugehen. Westliche Staatschefs müssten beweisen, dass sie keine «Komplizen» bei einem «grossen Verbrechen» seien, sagte Chamenei nach Angaben des Staatsfernsehens am Montag. Einige Staaten würden die Meinungs- und Redefreiheit beschränken, etwa Webseiten mit Nazi-Bezug, bemerkte Chamenei. Im Iran war es zu mehreren gewaltfreien Demonstrationen gegen den umstrittenen Film gekommen.

Vertreter der USA haben bisher erklärt, sie könnten wegen der Verfassung nicht gegen den Film vorgehen. Google lehnte es ebenfalls ab, das Video weltweit zu sperren.
14:23
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In Karachi, der grössten Stadt von Pakistan, dauern die Demonstrationen an. Tausende von Aktivisten der Islami Jamiat Talaba, einem Studenten-Flügel einer religiösen Partei, bewegen sich auf die US-Botschaft zu.

Gestern sind bei Zusammenstössen in der Nähe der Botschaft sechs Menschen verletzt worden. Die Polizei hat nun das Gebiet um das Konsulat grossräumig abgesperrt, um die Demonstranten davon fernzuhalten.
13:29
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In Ägypten hat ein Menschenrechtsanwalt zwei prominente ultra-konservative Muslime verklagt. Sein Vorwurf: Sie sollen zwei Minuten des Filmes «Unschuld der Muslime» vorgeführt haben. Das habe zu den Tumulten geführt, bei denen zwei Menschen gestorben sind.

«Die Menschen werden fürs Demonstrieren verhaftet, während die, die sie dazu angespornt haben in Sicherheit sind», so der Kläger Amr Emam. Bei den Verklagten handelt es sich um den TV-Moderator Khaled Abdallah und den Nader Bakkar von einer salafistischen Partei.
12:18
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In Deutschland wird ein Verbot von öffentlichen Vorführungen des Films debattiert. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich dafür ausgesprochen, eine öffentliche Vorführung des anti-islamischen Videos «Die Unschuld der Muslime» in Deutschland zu unterbinden. Es gebe Anzeichen dafür, dass das Zeigen des Films zu einer erheblichen Störung der öffentlichen Sicherheit führen könne, sagte Merkel am Montag vor der Bundespressekonferenz in Berlin. Deshalb werde jetzt ein Verbot geprüft: «Ich kann mir vorstellen, dass es gute Gründe für ein Verbot gibt.»

Abgeordnete von SPD und Grünen warnten am Montag vor einem solchen Verbot. Auch die Gewerkschaft der Polizei äusserte sich zurückhaltend. Politiker der CDU befürworteten hingegen solche Bestrebungen. Bayerns CSU-Fraktionschef Georg Schmid ist gegen eine öffentliche Vorführung des anti-islamischen Videos «Die Unschuld der Muslime» in Deutschland. Weitere «Provokationen» bei diesem Thema müssten vermieden werden, sagte Schmid am Montag der Nachrichtenagentur dapd.

Zustimmung über die Parteigrenzen hinweg erntete Friedrich für das Einreiseverbot für den US-Prediger und Islamfeind Terry Jones. «Wir müssen keine Hassprediger ins Land lassen», sagte der Grünen-Abgeordnete Beck.
12:16
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Die Polizei nennt einen Grund, warum Demonstranten im Nordwesten Pakistans einen Presseclub in Brand gesetzt haben. Offenbar seien sie über die aus ihrer Sicht unzureichende Berichterstattung über die Proteste erbost gewesen, sagte ein Beamter.
12:14
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Auch in mehreren Städten in Indonesien gingen am Montag wieder Menschen gegen das antimuslimische Video auf die Strasse. In der Hauptstadt Jakarta schleuderten Demonstranten Steine und Brandsätze auf die US-Botschaft und entzündeten Reifen vor dem Gebäude. Mindestens ein Polizist wurde bei den Zusammenstössen mit den Sicherheitskräften verletzt. Die Demonstranten forderten ein juristisches Vorgehen gegen die für den Film Verantwortlichen. «Wir werden die Proteste fortsetzen, bis die US-Regierung angemessene rechtliche Schritte gegen sie einleitet», sagte der Sprecher der Front der Verteidiger des Islams, Munarman.
11:42
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Die Menge an Demonstranten in Afghanistan schwillt an: War heute morgen noch von 800 Demonstranten in Kabul die Rede, spricht die Polizei nun von 3000 bis 4000. Die Menge zog durch die Strassen und rief in Sprechchören «Tod für Amerika». Mehrere Autos standen in Flammen.

«Wir werden unseren Propheten verteidigen, bis wir Blut an unserem ganzen Körper haben», sagte ein Teilnehmer. «Die Amerikaner werden für diese Schande bezahlen.»
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Scheich Hassan Nasrallah, Führer der radikalislamistischen Hisbollah im Libanon, hatte am Sonntag zu weiteren Protesten aufgerufen. Man müsse nicht nur die Macher des Films «Unschuld der Muslime» zur Verantwortung ziehen, sondern auch die, die hinter ihnen stünden. Namentlich die US-Regierung. Hier ein Video mit Ausschnitten seiner am TV übertragenen Rede.
11:24
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Scheich Hassan Nasrallah, Führer der radikalislamistischen Hisbollah im Libanon, hatte am Sonntag zu weiteren Protesten aufgerufen. Man müsse nicht nur die Macher des Films «Unschuld der Muslime» zur Verantwortung ziehen, sondern auch die, die hinter ihnen stünden. Namentlich die US-Regierung. Hier ein Video mit Ausschnitten seiner am TV übertragenen Rede.

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10:14
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In Pakistan wurde am Montagmorgen ein Demonstrant bei einem Feuergefecht mit der Polizei getötet. Zwei weitere Personen wurden verletzt. Rund 800 Demonstranten hatten in Warai ein Polizeirevier, das Haus eines Beamten und einen örtlichen Presseklub angezündet.
10:09
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Auch in Indonesien kehrt keine Ruhe ein: Demonstranten in mehreren indonesischen Städten haben am Montag die Proteste gegen ein antimuslimisches Video fortgesetzt. Die Kundgebungen in den Städten Medan und Bandung verliefen zunächst friedlich. Auch in der Hauptstadt Jakarta war eine Protestaktion geplant. Die US-Botschaft teilte in einer Erklärung an amerikanische Staatsbürger in Indonesien mit, es würden etwa 1.000 Demonstranten vor der Vertretung erwartet. Rund 1.500 Polizisten seien vor Ort.

Am Wochenende hatten in der Stadt Solo auf Java Demonstranten mehrere Filialen von US-Schnellrestaurants gestürmt, die daraufhin geschlossen wurden.
09:19
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Nach Libyen, Ägypten, Indien und Indonesien sperrt Youtube das umstrittene Video auch in Malaysia.

Am Freitag hatte das Weisse Haus die Youtube-Mutterfirma Google gebeten, «Die Unschuld der Muslime» auf Verstösse gegen die Nutzungsbedingungen zu prüfen. Google stellte keine Verstösse fest und gab bekannt, das Video nicht zu löschen. Es werde aber in den Ländern gesperrt, in denen es gegen das Gesetz verstosse.
09:45
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«Al Jazeera» meldet, dass bei den Protesten in Afghanistan zwischen 40 und 50 Polizisten verletzt wurden. Mehrere hundert Demonstranten haben eine Strasse in Kabul fünf Stunden lang blockiert. Dabei haben sie Polizisten mit Steinen beworfen und mit Stöcken angegriffen. Zudem sind zwei angezündete Polizeifahrzeuge komplett ausgebrannt.
09:19
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In Australien treffen sich die Anführer der grössten muslimischen Gemeinschaften, um weitere gewaltsame Demonstrationen zu verhindern. Wie «Sky News» berichtet, befürchten muslimische Organisationen und die Polizei weitere Ausschreitungen nach der Eskalation einer Demo in Sydney, bei der 17 Menschen verletzt wurden.

Die Demonstration mit rund 200 Teilnehmern endete in Scharmützeln mit der Polizei, die Tränengas einsetzte und mehrere Personen verhaftete. Angeblich habe ein SMS, das verbreitet wurde, zur Gewalt aufgerufen. «Kommt und verteidigt den Propheten», wurden Muslime darin aufgefordert.
08:29
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Nahe einem US-Militärstützpunkt in Afghanistan haben am Montag mehrere hundert Menschen gegen den den Film protestiert. Ein Polizeibeamter erklärte, bis zu 800 Menschen hätten am Morgen auf einer Strasse in Dschalalabad demonstriert und Steine geworfen. Sie hätten Schiffscontainer und Reifen angezündet und «Tod für Amerika» skandiert. Die Beamten hätten in die Luft geschossen, um die Menge zu vertreiben. Polizeichef Daud Amin sagte, mindestens ein Polizeifahrzeug sei ausgebrannt.
08:27
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Die Unruhen im Zusammenhang mit dem anti-islamische Film «Innocence of Muslims» («Unschuld der Muslime») breitete sich am Wochenende auf mehr als 20 Ländern in Nahost, Afrika und Südostasien. Die Proteste führten zu mehreren Todesopfern und mehreren hundert Verletzten. Eine detaillierte Ausführung der Ereignisse können Sie hier nachlesen.

Nach dem Angriff die US-Botschaft in Libyen, die zum Tod des US-Botschafters und zwei weiteren Menschen geführt hatte, wurden in den überwiegend muslimischen Ländern weitere westliche Botschaften angegriffen. Bei Gefechten vor der US-Botschaft in Tunis, Tunesien, sind drei Menschen ums Leben gekommen. Im Sudan wurde unter anderen die deutsche und britische Botschaft angegriffen. Auf dieser Karte finden Sie eine Übersicht über die Proteste in der islamischen Welt.

Die Proteste dürften im Verlaufe der Woche weitergehen: Im Libanon hat die radikalislamische Hisbollah zu weiteren Protesten gegen den islamfeindlichen Film aufgerufen. Der Führer der Miliz, Scheich Hassan Nasrallah, forderte seine Anhänger auf, nicht nur ihren Ärger gegen US-Botschaften zu richten, sondern ihre Regierungen zum Handeln aufzurufen. Die Proteste sollten am (heutigen) Montag beginnen und in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.

Auch die Mullahs im Iran, das Terrornetzwerk Al-Kaida und die radikalislamischen Taliban forderten Muslime auf, weiter gegen den in den USA produzierten Film zu protestieren, der den Propheten Mohammed lächerlich macht. Bald könnte auch die Schweiz betroffen sein: Der Islamische Zentralrat plant eine Kundgebung vor der US-Botschaft in Bern.
05:56
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Der ehemalige US-Aussenminister Henry Kissinger hat angesichts der neuen gewaltsamen Unruhen vor einer Idealisierung des Arabischen Frühlings gewarnt. «Ich habe den Arabischen Frühling nie so wahrgenommen, wie er in weiten Teilen der westlichen Welt und der Medien gesehen wurde», sagte Kissinger der «Bild»-Zeitung (Montagausgabe). In Ägypten hätten 75 Prozent der Wähler für Muslimbrüder und radikale Islamisten gestimmt, sagte der 89-jährige Friedensnobelpreisträger. «Das bedeutet nicht, dass man keine guten Beziehungen zu Ägypten haben kann. Dennoch leben wir nicht unbedingt in der gleichen Wertegemeinschaft.»
05:34
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Die radikalislamische Hisbollah im Libanon hat für heute und für die Folgetage zu Protesten gegen den islamfeindlichen Film aufgerufen. Der Führer der Miliz, Scheich Hassan Nasrallah, forderte seine Anhänger auf, nicht nur ihren Ärger gegen US-Botschaften zu richten, sondern ihre Regierungen zum Handeln aufzurufen. Gleichzeitig machte er die USA für den Film verantwortlich. «Diejenigen, die zur Verantwortung gezogen und boykottiert werden sollten, sind diejenigen, die die Produzenten unterstützen und beschützen, nämlich die US-Regierung», sagte Nasrallah am Sonntag in einer im Fernsehen übertragenen Rede.

Die Staaten auf der ganzen Welt müssten darauf dringen, dass der Prophet Mohammed und der Koran respektiert würden. Nasrallah kündigte an, die Hisbollah werde die ganze Woche über Demonstrationen im gesamten Libanon organisieren.
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Der Stand am Montagmorgen: Die Unruhen im Zusammenhang mit dem anti-islamischen Film «Innocence of Muslims» («Unschuld der Muslime») breitete sich am Wochenende auf mehr als 20 Länder in Nahost, Afrika und Südostasien aus. Die Proteste führten zu mehreren Todesopfern und mehreren hundert Verletzten.

Nach dem Angriff auf die US-Botschaft in Libyen, die zum Tod des US-Botschafters und zwei weiteren Menschen geführt hatte, wurden in den überwiegend muslimischen Ländern weitere westliche Botschaften angegriffen. Bei Gefechten vor der US-Botschaft in Tunis, Tunesien, sind drei Menschen ums Leben gekommen. Im Sudan wurde unter anderen die deutsche und britische Botschaft angegriffen. Auf dieser Karte finden Sie eine Übersicht über die Proteste in der islamischen Welt.

Im Libanon hat die radikalislamische Hisbollah zu weiteren Protesten gegen den islamfeindlichen Film aufgerufen, der in den vergangenen Tagen zu Angriffen auf westliche Einrichtungen in der muslimischen Welt führte. Der Führer der Miliz, Scheich Hassan Nasrallah, forderte seine Anhänger auf, nicht nur ihren Ärger gegen US-Botschaften zu richten, sondern ihre Regierungen zum Handeln aufzurufen. Die Proteste sollten am (heutigen) Montag beginnen und in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.

Die Regierungen müssten darauf dringen, dass der Prophet Mohammed und der Koran auf der ganzen Welt respektiert würden, erklärte Nasrallah. Gleichzeitig machte er die USA für den Film verantwortlich. «Diejenigen, die zur Verantwortung gezogen und boykottiert werden sollten, sind diejenigen, die die Produzenten unterstützen und beschützen, nämlich die US-Regierung», sagte Nasrallah am Sonntag in einer im Fernsehen übertragenen Rede.

Nasrallah kündigte an, die Hisbollah werde die ganze Woche über Demonstrationen im gesamten Libanon organisieren. Ausserdem forderte er eine internationale Vereinbarung, die Angriffe auf Religionen in Zukunft verbietet. Er erklärte, er habe sich mit Äusserungen zu dem Film zurückgehalten, bis Papst Benedikt XVI. seinen dreitägigen Besuch im Libanon am Sonntag beendet habe.

Al Kaida verlangt Botschaftsstürmungen

Auch die Mullahs im Iran forderten Muslime auf, weiter gegen den in den USA produzierten Film zu protestieren, der den Propheten Mohammed lächerlich macht. Ahmad Chatami, ein Verbündeter des geistlichen Führers des Landes, Ayatollah Ali Chamenei, erklärte bei einer Versammlung in der Stadt Kom, dass die Proteste weitergehen sollten, um den USA und dem Iran zu zeigen, dass sie es nicht mit dem Islam aufnehmen könnten.

Das Terrornetzwerk Al Kaida und die radikalislamischen Taliban wollten die Empörung über den von vielen Muslimen als blasphemisch empfundenen Mohammed-Film für sich nutzen. Al Kaidas Unterorganisation auf der arabischen Halbinsel rief zu neuen Botschaftsstürmungen auf und wandte sich ausdrücklich auch an «unsere muslimischen Brüder im Westen», die ihren «Pflichten zur Unterstützung des Propheten» nachkommen sollten.

Bald könnte auch die Schweiz von der Welle erfasst werden: Der Islamische Zentralrat plant eine Kundgebung vor der US-Botschaft in Bern.

Google will Video nicht entfernen

Die Unruhen breiteten sich am Wochenende auf mehr als 20 überwiegend muslimische Länder in Nahost, Afrika und Südostasien aus. Zwar blieben die Demonstrationen in den meisten Ländern friedlich, doch mancherorts eskalierte die Gewalt. Die höchste religiöse Autorität in Saudi-Arabien, Grossmufti Scheich Abdel Asis al Scheich, mahnte die muslimischen Gläubigen unterdessen zur Besonnenheit. «Muslime sollten sich nicht von Zorn und Wut von legitimer zu verbotener Aktion hinreissen lassen und so unwissentlich einige Ziele des Films erfüllen», erklärte der Grossmufti.

Google lehnte eine Bitte des Weissen Hauses ab, den islamfeindlichen Film von der Internetplattform YouTube zu entfernen. Der Zugang werde lediglich in einzelnen Ländern gesperrt, hiess es. Der mutmassliche Urheber des islamfeindlichen Films wurde am Samstag von Beamten der US-Behörde für Bewährungsstrafen vernommen.