Grösster Gläubiger

14. Juli 2011 23:00; Akt: 14.07.2011 23:59 Print

China nimmt sich verschuldete USA zur BrustChina nimmt sich verschuldete USA zur Brust

Die USA ringen immer noch um eine Lösung im Budgetstreit. Vor allem einem Land gefällt dies gar nicht: Dem grössten Gläubiger der USA, China.

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Die USA müssen sich wegen ihrer Schuldenprobleme massive Kritik von ihrem grössten ausländischen Geldgeber China gefallen lassen. Die Regierung in Peking verlangte am Donnerstag den Schutz ihrer Investitionen.

Berater der chinesischen Zentralbank prophezeien bereits einen Dollar-Verfall und empfehlen, die enormen Exportüberschüsse künftig stärker anderswo anzulegen. Eine chinesische Ratingagentur droht den USA zudem mit der Herabstufung ihrer Kreditwürdigkeit und folgt damit dem US-Ratingriesen Moody's.

«Wir hoffen, dass die US-Regierung verantwortungsvolle Beschlüsse und Massnahmen verabschiedet, die die Interessen der Investoren garantiert», sagte der Sprecher des Aussenministeriums, Hing Lei.

Grösster Gläubiger

China hält US-Staatsanleihen im Wert von mehr als einer Billion Dollar und ist damit der grösste Gläubiger der US-Regierung. Der Druck auf US-Präsident Barack Obama und den Kongress wird damit stärker, bei den Gesprächen über eine Anhebung der Verschuldungsgrenze zu einer Einigung zu kommen und einen Zahlungsausfall damit zu vermeiden.

Zum einen wird die Zeit langsam knapp, zum anderen droht die mächtige Ratingagentur Moody's mit einem umgehenden Entzug der Bonitäts-Bestnote «Aaa».

Berater der chinesischen Zentralbank erwarten in den kommenden Jahren einen Dollar-Verfall. «Langfristig, so in zehn bis 20 Jahren, wird es mit dem Dollar bergab gehen», sagte Xia Bin, akademisches Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Notenbank, zu Reuters. «Wir sollten deshalb unsere Währungsreserven stärker streuen.»

Durch hohe Exportüberschüsse und den massiven Kapitalzufluss sind die Devisenreserven Chinas im Frühjahr um 153 Milliarden Dollar auf den Rekordwert von 3,2 Billionen Dollar gestiegen.

Etwa 70 Prozent davon stecken in Dollar-Anlagen, schätzen Analysten. Bekommen die USA ihre Schuldenprobleme nicht in den Griff, droht eine Abwertung des Dollar - und damit Verluste für Dollar-Investoren.

Mögliche Herabstufung

Die chinesischen Ratingagentur Dagong will die Bonitätsnote für die USA zum zweiten Mal seit November herabsetzen, sollte die Regierung das Schuldenproblem nicht rasch in den Griff bekommen.

«Wenn sich die Finanzlage in den den kommenden drei bis sechs Monaten nicht merklich bessert, werden wir die US-Staatsanleihen definitiv herabstufen», sagte Dagong-Chef Guan Jianzhong zu Reuters.

Das gelte auch für den Fall, dass die US-Notenbank Federal Reserve der angeschlagenen grössten Volkswirtschaft der Welt mit weiteren Milliarden-Spritzen unter die Arme greift.

Im Frühjahr hatten bereits mehrere Ratingagenturen den USA mit einer Herabstufung gedroht. Moody's signalisierte nun jedoch als erste, dass der Schritt unmittelbar bevorstehen könnte, indem sie die Note auf «Überprüfung auf eine mögliche Herabstufung» setzte.

Für die Finanzmärkte kam dies offenbar überraschend. Der Dollar reagierte mit deutlichen Verlusten, der Euro legte innerhalb von Sekunden einen halben Cent zu. Der US-Aktienmarkt war zum Zeitpunkt der Ankündigung jedoch bereits geschlossen.

US-Präsident Barack Obama braucht die Zustimmung des Kongresses, um die Verschuldungsgrenze von derzeit 14,3 Billionen Dollar anzuheben. Falls die Gespräche - die am Donnerstagabend fortgesetzt werden sollten - scheitern, sind die USA voraussichtlich ab dem 2. August zahlungsunfähig.

Ein solcher «Super-GAU» der weltgrössten Wirtschaftsmacht würde die Finanzmärkte erschüttern. Das US-Finanzministerium erklärte, die Drohung von Moody's sei eine passende Erinnerung daran, dass der Kongress nun endlich eine Einigung erzielen müsse.

Nerven liegen blank

Die Nerven bei den Beteiligten liegen mittlerweile blank. Der US- Präsident habe am Mittwochabend gesagt, genug sei genug und die Gesprächsrunde abrupt verlassen, verlautete aus Reihen der Republikaner. Obama habe erklärt, er werde nicht weiter nachgeben, auch wenn er seine Präsidentschaft riskiere.

Ein ranghoher Berater Obamas sagte dazu, der Fraktionschef der Republikaner im Repräsentantenhaus, Eric Cantor, habe sich in den Gesprächen wie ein Kind benommen, den Präsidenten mehrfach unterbrochen und mit seiner Darstellung über den Verlauf der Gespräche völlig übertrieben.

Sein Parteikollege, der Präsident des Repräsentantenhauses John Boehner, solle Cantor zügeln und dafür sorgen, dass «die Erwachsenen ihre Arbeit machen können».

(sda)

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  • redcloud1 am 15.07.2011 08:01 Report Diesen Beitrag melden

    arme USA

    arme USA, jetzt sind sie doch im Irak einmarschiert um mit Oel einen Haufen Kohle zu machen, aber die Petrofirmen die davon am Meisten profitieren liefern ihre enormen Gewinne nicht in die Staatskasse ab? Nun ja, versuchen wir es halt in Afganistan, die habe ja auch enorme Rohstoffe. Da gibt es Opium und Gold und... Ach so, da gibts auch Talibans und die machen Probleme. Nun da gibts wohl nur eine Lösung: Alle Kriege beenden und Ausgaben für Militär stoppen, bis der Haushalt wieder stimmt. Wie kommen die zu AAA Rating? So pleite ist nicht mal Griechenland

  • rhein sheist am 15.07.2011 06:59 Report Diesen Beitrag melden

    Hops

    2012...bald :D

  • Fabi S. am 15.07.2011 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schuldentilgung durch weitere Schulden

    Schulden mit Schulden tilgen... Das wird auf Dauer nicht gutgehen und bald wird über eine weitere Erhöhung der Schuldenobergrenze diskutiert werden... Und so zieht sich das weiter und weiter... Die USA werden niemals ihre Schulden unter Kontrolle kriegen, wenn sie nicht endlich grundlegend etwas zu ändern beginnen. Diese übermässige Import- und geringe Exportwirtschaft wird sie noch den Kopf kosten. Da sollten sie ansetzen... Ich frage mich ohnehin schon seit geraumer Zeit wie die hochverschuldete USA die Rating-Bestnote "AAA" verdienen.