Umstrittene Honorare

11. November 2012 16:17; Akt: 11.11.2012 16:48 Print

Affäre um Steinbrück erreicht die Schweiz

Der deutsche Kanzlerkandidat Peer Steinbrück soll das Honorar, das er für einen Vortrag vom Medienhaus Ringier erhalten hat, nicht deklariert haben. Es hätte sich dabei bloss um eine Spende gehandelt, so der Politiker.

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Spende, kein Honorar: Der SPD-Spitzenpolitiker wehrt sich gegen die Vorwürfe. (Bild: Keystone/Archivbild)

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Die Affäre um den deutschen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück und seine Nebeneinkünfte erreicht die Schweiz: Steinbrück hat im Dezember 2010 beim Medienkonzern Ringier eine Rede gehalten, diese aber beim deutschen Bundestag nicht als Nebenverdienst deklariert.

«Peer Steinbrück war am 9. Dezember 2010 Referent in der Ringier Denkwerkstatt, einer internen Weiterbildungs-Veranstaltung», bestätigt Ringier-Sprecher Edi Estermann gegenüber der «NZZ am Sonntag». «Er hat dafür das in solchen Fällen übliche Honorar von 1500 Euro erhalten.» Der Kanzlerkandidat selbst wehrt sich allerdings gegen den Vorwurf, er habe den Auftritt und das Honorar dafür nicht vorschriftsgemäss deklariert. «Peer Steinbrück erhielt für die Veranstaltung bei Ringier kein Geld», sagt sein Sprecher Michael Donnermeyer. «Deshalb musste er den Anlass auch nicht deklarieren.»

Ringier habe für Steinbrücks Rede aber Geld gespendet. Wie hoch diese Spende war und an wen sie bezahlt wurde, sagt Donnermeyer aber nicht. Das Parlamentsgesetz und das Geschäftsreglement des Bundestags schreiben vor, dass Abgeordnete Nebeneinkünfte von mehr als 1000 Euro im Monat deklarieren müssen.

Steinbrück ist seit 2009 Bundestagsabgeordneter und seit 1. Oktober 2012 offizieller Kanzlerkandidat der SPD. Spätestens seit diesem Datum steht der 65-Jährige wegen seiner Nebenverdienste in der Kritik von Medien und Öffentlichkeit. Ein von ihm selbst in Auftrag gegebener Bericht kam Ende Oktober zum Schluss, dass er seit 2009 für rund 90 Reden Geld erhalten habe. Zwei davon seien nicht vorschriftsgemäss deklariert worden. Wegen der Affäre sind Steinbrücks Werte bei einer Wählerumfrage diese Woche auf einen Tiefstand gefallen.

(bee)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • j.tell am 12.11.2012 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Henker der Schweiz

    und dieser Steinbrück wird noch von einer Schweizer Institution bezahlt, vom Ringier Verlage, ist unglaublich man bezahlt den Henker noch selber.

  • Stein Peerbrück am 12.11.2012 12:54 Report Diesen Beitrag melden

    danstan

    Und vorbei.... Schade, Peer wäre so gerne Bundeskanzler geworden.

  • Fragezeichen am 12.11.2012 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    übrigens...

    Lassen wir den Kavalleristen mal weg. Was bleibt dann? Aha, der Ringier-Konzern zahlt einen deutschen Politiker für Vorträge. Der ehem. Kanzler Schröder war sogar bei Ringier angestellt nach seinem Ausscheiden aus der Politik. Und jetzt Steinbrück? Und beide von der SPD. Interessiert es ausser mir noch jemanden, was der Ringier-Konzern im Schild führt?

  • Michael am 12.11.2012 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Ach wie schön.

    Ich schwelge gerade in Schadenfreude. Die Nichtdeklaration mag ein Versehen gewesen sein - aber ich find's super, dass er erwischt wurde.

  • Mavas am 12.11.2012 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Spenden statt Zinsen

    Sofort Zinsen auf Spargeldkonten umbenennen. Zinsen werden, Rückwirkend auf 1980, als Spenden bezeichnet.