Attacke an die Adresse Nordkoreas

19. September 2017 18:27; Akt: 20.09.2017 08:02 Print

«Trump steht mit dem Rücken zur Wand»

Donald Trump drohte Nordkorea vor der UNO mit der «totalen Vernichtung». Sebastian Feyock, Experte für US-Aussenpolitik, hat mit 20 Minuten über Trumps Äusserungen gesprochen.

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Herr Feyock, steht Donald Trump durch seine Drohung gegen Nordkorea nun unter Zugzwang?
Sebastian Feyock:
Das glaube ich nicht, er hat ja keinen Zeithorizont für ein militärisches Eingreifen oder für ein Einlenken Pyongyangs genannt. Allerdings glaube ich, dass der US-Präsident in Sachen Nordkorea mit dem Rücken zur Wand steht. Er hat kaum einen Hebel, mit dem er Kim Jong-un zum Einstellen seiner Raketentests bewegen kann.

Was bezweckt Trump dann?
Seine Drohung könnte auch der innenpolitischen Rückversicherung dienen. Er möchte seinen Landsleuten signalisieren, dass er sich für die Sicherheit seines Landes einsetzt, und inszeniert sich als starke Führungspersönlichkeit.

Wie könnte Kim Jong-un reagieren?
Das ist schwer abzusehen. Aber wenn man sich die Reaktionen aus der Vergangenheit anschaut, wird er eher nicht einlenken. Nordkorea ist sich bewusst, was es mit seinen Raketentests auslöst. Kim Jong-un will an der Macht bleiben, und seine Tests und Drohungen sind ein Versuch, die USA an den Verhandlungstisch zu bekommen.


Trump warnt vor der UNO Nordkorea und nennt Kim Jong-un «Raketenmann»: Der US-Präsident bei seiner Rede in New York. (Video: Tamedia/AP)

(mlr)