Venezuela

13. April 2017 02:50; Akt: 13.04.2017 07:20 Print

Maduro-Anhänger töten zwei Demonstranten

Seit einer Woche protestieren die Menschen in Venezuela gegen die sozialistische Regierung. Hunderte wurden verletzt und festgenommen.

Schwere Ausschreitungen: Zahlreiche Tote und Verletzte in Venezuela. (Video: Tamedia/AFP)
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Bei Demonstrationen gegen die sozialistische Regierung in Venezuela sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein Mann und ein Jugendlicher seien in der Stadt Barquisimeto erschossen worden, teilte der Gouverneur des Bundesstaates Lara, Henri Falcón, am Mittwoch mit.

Mehrere Tote bei Demonstrationen in Venezuela

Laut einem Bericht der lokalen Zeitung «El Impulso» waren die Opfer von bewaffneten Regierungsanhängern angegriffen worden. Die so genannten Colectivos attackieren immer wieder Regierungsgegner.

Damit stieg die Zahl der Todesopfer bei den seit einer Woche andauernden Protesten auf fünf. Hunderte Menschen wurden verletzt und festgenommen. Zuletzt gingen im ganzen Land Tausende auf die Strasse, um die Freilassung der politischen Gefangenen und Neuwahlen zu fordern.

Tränengas und Gummisgeschosse

Präsident Nicolás Maduro wittert hinter den Protesten eine Verschwörung konservativer Kreise und des Auslands. Die Polizei setzt Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein.

Die katholische Kirche verurteilte das harte Vorgehen. «Wir sind besorgt über die brutale Unterdrückung», sagte der Erzbischof von Caracas, Jorge Urosa. «Die Regierung solle die Demonstrationen zulassen, aber vor allem die Probleme des Landes lösen. Es ist normal, dass die Bürger protestieren, wenn ihre Bedürfnisse nicht befriedigt werden.»

OAS fordert Neuwahlen

Auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) forderte Neuwahlen in dem südamerikanischen Land. «Es hat sich gezeigt, dass das Regime nicht zum Dialog bereit ist. Wir rufen die Regierung auf, auf die Forderung des Volkes einzugehen», sagte OAS-Generalsekretär Luis Almagro in einer am Mittwoch veröffentlichten Videobotschaft.

Seit Monaten liefert sich die sozialistische Regierung einen harten Machtkampf mit dem von der Opposition dominierten Parlament. Zuletzt hatte der regierungstreue Oberste Gerichtshof die Nationalversammlung entmachtet. Wenig später wurde die Entscheidung aber wieder zurückgenommen.

Dem einflussreichen Oppositionsführer Henrique Capriles wurde für 15 Jahre das passive Wahlrecht entzogen. Er kann also nicht mehr kandidieren. Dabei hatte Capriles die letzte Präsidentschaftswahl nur ganz knapp verloren.

Venezuela leidet unter hoher Kriminalität und einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise. Das ölreichste Land der Welt steht vor dem Bankrott und muss fast monatlich mehrere Milliarden Dollar an Auslandskrediten bedienen. Deshalb können kaum noch Lebensmittel und Medikamente importiert werden.

Maduros Wagenkolonne attackiert

Wegen der schlechten Versorgungslage nimmt der Unmut der Bevölkerung immer mehr zu. Am Dienstagabend bewarfen aufgebrachte Menschen im Süden des Landes Maduros Wagenkolonne mit Eiern und Steinen. «Ganz Venezuela hasst dich und deine korrupte Regierung. Sofort Wahlen», twitterte Oppositionsführer Capriles.

Dennoch kann Maduro weiterhin auf breite Unterstützung – vor allem unter den armen Venezolanern – setzen. Tausende Regierungsanhänger erinnerten am Mittwoch in Caracas an den gescheiterten Putsch gegen den früheren Präsidenten Hugo Chávez vor 15 Jahren.

«In diesen Momenten erleben wir einen Staatsstreich gegen das Vaterland», sagte der Minister für soziale Bewegungen, Aristóbulo Istúriz, mit Blick auf die Proteste. «Aber die Rechte wird scheitern wegen der Einigkeit des Volkes.»

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Cavi33 am 13.04.2017 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Maduro - Anhänger ?????

    Kaum zu glauben dass es noch Maduro Anhänger in diesem Land gibt, frage mich was die denn noch verlieren wollen.

    einklappen einklappen
  • rebel am 13.04.2017 03:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krieg

    ich befinde mich gerade in Venezuela, hier ist krieg. Die polizei und das Militär atackieren uns auch aus der luft.

    einklappen einklappen
  • marko 32 am 13.04.2017 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich diese Tat

Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 13.04.2017 16:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chaotische Zustände

    in einem Land, dass Politiker zerstört haben.

  • marko 32 am 13.04.2017 09:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schrecklich

    Schrecklich diese Tat

  • Cavi33 am 13.04.2017 06:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Maduro - Anhänger ?????

    Kaum zu glauben dass es noch Maduro Anhänger in diesem Land gibt, frage mich was die denn noch verlieren wollen.

    • USMC am 13.04.2017 19:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Cavi33

      Es gibt noch sehr viele Maduro Anhänger in Venezuela. All diejenigen welche die Essensverteilungen vom Militär bekommen sind "Chavistas". Diese Chavistas verkaufen dann das Essen zu horrenden Preisen.

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  • rebel am 13.04.2017 03:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    krieg

    ich befinde mich gerade in Venezuela, hier ist krieg. Die polizei und das Militär atackieren uns auch aus der luft.

    • Basler91 am 13.04.2017 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @rebel

      Muss ein schönes Land sein, jedoch würde ich zur Zeit nicht in diesm Land herumreisen...ausser mit einem one way ticket...viel zuwenig Berichte, wie es um die Wirtschaftslage bzw. Politik im Ausland besteht...

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