Massenproteste

04. Februar 2012 10:21; Akt: 04.02.2012 13:39 Print

Tausende Russen wollen freie WahlenTausende Russen wollen freie Wahlen

Bei eisigen Temperaturen von minus 20 Grad demonstrieren in Moskau 130 000 Menschen - die einen gegen, die anderen für Putin.

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Putin-Gegner machen sich am 4. Februar in Moskau auf den Weg zu einer angekündigten Grossdemonstration.

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Bei zwei Grossdemonstrationen in Moskau haben Gegner und Anhänger von Regierungschef Wladimir Putin jeweils zehntausende Menschen auf die Strasse gebracht. Nach unterschiedlichen Quellen mobilisierten beide Seiten bis zu 100 000 Menschen.

Die Polizei sprach am Samstag von insgesamt mehr als 130 000 Demonstranten bei den grössten Aktionen seit etwa 20 Jahren. Genau einen Monat vor der Präsidentenwahl am 4. März forderte die Opposition eine ehrliche Abstimmung und mehr politische Freiheiten.

Bei einer Gegenkundgebung von Anhängern Putins protestierten vor allem Beschäftigte von Staatsunternehmen sowie Lehrer gegen die Gefahr einer Revolution. «Putin ist super!» und «Chaos - nein, Putin - ja!» war auf Transparenten zu lesen. Putin selbst sagte am Vorabend, dass er seinen Unterstützern für die Initiative danke. Die Temperatur lag bei knapp minus 20 Grad Celsius.

Innenministerium zählt deutlich mehr Pro-Putin-Demonstranten

Das Innenministerium sprach von 100 000 Teilnehmern allein bei der Pro-Putin-Aktion. Die Zahl der Demonstranten bei der Oppositionskundgebung gaben die Behörden dagegen mit 34 000 an.

Das seien noch mehr Regierungsgegner gewesen als bei den vorherigen Oppositionsprotesten am 10. und 24. Dezember. Die Organisatoren der oppositionellen Demonstration sprachen aber von mindestens 100 000 Teilnehmern. Die Regierungskritiker trugen bei ihrer Demonstration erneut weisse Bänder als Zeichen ihrer Protestbewegung.

Bei dem Protestmarsch in Moskau und einer anschliessenden Kundgebung auf dem Bolotnaja-Platz forderte die Opposition die Zulassung des ausgeschlossenen Oppositionspolitikers Grigori Jawlinski zur Wahl.

Angst vor erneutem Wahlbetrug

Ausgelöst wurden die Proteste durch Hinweise auf Wahlbetrug zugunsten von Putins Partei bei der Parlamentswahl im Dezember. Der Ministerpräsident, der sich im März zum neuen Präsidenten wählen lassen will, hat Forderungen nach einer Wiederholung der Wahl bisher ignoriert.

Die Behörden hatten erstmals einen Protestzug der Opposition mit angemeldeten 50 000 Demonstranten durch das Zentrum zugelassen. Bisher bewilligten sie lediglich 30 000. Putins Gegner fürchten, dass der Regierungschef bei einer gefälschten Wahl zum dritten Mal in den Kreml einzieht. Er war bereits von 2000 bis 2008 Präsident.

In der Hauptstadt waren 9000 Sicherheitskräfte im Einsatz. Die Nachrichtenagentur Interfax meldete aus zahlreichen Städten Kundgebungen mit insgesamt mehreren tausend Teilnehmern. Auslöser der Proteste waren Hinweise auf Wahlbetrug zugunsten von Putins Partei bei der Parlamentswahl im Dezember.

(sda)

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