Wegen Krebs

27. November 2012 20:01; Akt: 27.11.2012 20:09 Print

Chávez wieder in Kuba in Behandlung

Der an Krebs erkrankte Staatschef von Venezuela, Hugo Chávez, reist erneut nach Kuba. Vor zwei Monaten hatte er sich letztmals dort in medizinische Behandlung begeben.

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Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat seinen Kampf gegen den Krebs bisher unter relativ großer Geheimhaltung ausgefochten. Informationen verteilte er nur spärlich, auch die genaue Art seiner Krebserkrankung benannte er bislang nicht. Doch Chávez ist bei weitem nicht der einzige Staatschef, der der Öffentlichkeit Einzelheiten über seine Krankheit vorenthalten hat. Ein Überblick. Fidel Castro: Chávez' enger Vertrauter zog sich 2006 wegen einer Krankheit aus seinem Amt als kubanischer Staatschef zurück. Es wurde gemutmaßt, dass er an einer Erkrankung des Dickdarms, einer Divertikulitis, litt. Als er zwei Jahre später wieder in die Öffentlichkeit zurückkehrte, sagte Fidel Castro, er habe an der Tür zum Tod gestanden, gab aber keine genaueren Details zu seiner Krankheit bekannt. Kim Jong Il: Das nordkoreanische Regime hat sich kaum zu den Berichten geäußert, wonach Machthaber Kim Jong Il 2008 einen Schlaganfall erlitten habe. Wochenlang war im Ausland spekuliert worden, er sei tot. Das Regime veröffentlichte zwar Fotos des Diktators, um den Gerüchten entgegenzuwirken. Viele Beobachter vermuteten damals aber, es handele sich um ältere Aufnahmen. François Mitterrand: Während seiner 14-jährigen Amtszeit als französischer Präsident gab es immer wieder Gerüchte über Gesundheitsprobleme François Mitterrands, der seinen Arzt anwies, seine Gesundheitsberichte systematisch zu fälschen. Nur wenige Monate nach seinem Ausscheiden aus dem Amt im Jahr 1995 starb er an Prostatakrebs. Mao Tse Tung: Die längeren Abwesenheiten während seiner Amtszeit als chinesischer Präsident nährten immer wieder Spekulationen über seinen Gesundheitszustand. Er soll mehrere Schlaganfälle erlitten und die Parkinson-Krankheit gehabt haben. Er starb 1976. John F. Kennedy: Als Student erlitt der spätere US-Präsident eine schwere Rückgratsverletzung, die ihn Zeit seines Lebens begleitete und auch mehrere Operationen nötig machte. Doch, dass er auch an der Addison-Krankheit litt, eine Insuffizienz der Nebennierenrinde, wurde erst durch eine Studie amerikanischer Ärzte nach seinem Tod belegt. Kennedy wurde 1963 bei einem Attentat getötet. Franklin D. Roosevelt: Der 32. Präsident der USA erkrankte an Kinderlähmung und hielt dies bis zu seinem Tod im Jahr 1945 zumindest teilweise geheim.

Staatschefs und ihre geheimen Krankheiten.

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Knapp zwei Monate nach seinem Sieg bei der Präsidentschaftswahl in Venezuela will der im Vorjahr an Krebs erkrankte Staatschef Hugo Chávez seine medizinische Behandlung in Kuba fortsetzen. Die Nationalversammlung des Landes billigte am Dienstag einen Reise-Antrag des 58-Jährigen für den selben Tag.

Sechs Monate nach seiner letzten Therapie habe man ihm eine Spezial-Behandlung sowie Physiotherapie in Kuba angeraten, hiess es in einem Schreiben von Chávez, das vom Präsidenten des Kongresses, Diosdado Cabello, verlesen wurde.

Genaue Art der Krebserkrankung nie mitgeteilt

Chávez hatte am 7. Oktober die Präsidentschaftswahl gewonnen und wird am 10. Januar 2013 die bis 2019 dauernde Amtszeit antreten. Bei ihm war im Juni 2011 Krebs diagnostiziert worden.

Während der teils mehrwöchigen Behandlung auf Kuba hatte er sich mehreren Chemo- und Strahlentherapien unterzogen. Die genaue Art der Krebserkrankung wurde nie mitgeteilt. In diesem Jahr hatte er sich aber als völlig geheilt erklärt.

(sda)