Ureinwohner gegen Trump

01. Februar 2017 21:19; Akt: 01.02.2017 21:19 Print

Indianer wollen die Mauer bekämpfen

Es könnte Lücken geben: Ein Indianerstamm in Arizona und Mexiko will verhindern, dass die geplante Grenzmauer sein Territorium durchschneidet.

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Mit einer Exekutivanordnung hat der neue US-Präsident Donald Trump das Startsignal für den Bau einer Grenzmauer zu Mexiko gegeben (Video unten). Bei der Verwirklichung seines Wahlversprechens hat er jedoch nicht mit den Indianerstämmen gerechnet, deren Territorien auf beiden Seiten der Grenze liegen.

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«Nur über meine Leiche wird eine Mauer gebaut», gelobte nach Trumps Wahlsieg im November Verlon Jose, der Vizechef des Indianerstamms Tohono O’odham Nation. In einem Radiointerview lud Jose Präsident Trump ein, seine Gemeinschaft zu besuchen. So könne er sehen, dass die Mauer für seinen Stamm keine gute Idee wäre, sagte er.

Stammesgebiet berührt USA und Mexiko

Wenn die Tohono-O’odham-Ureinwohner hart bleiben, wird in Trumps Grenzmauer eine 120 Kilometer lange Lücke klaffen. Die 28’000 Angehörigen des Stamms leben auf einem 11’300 Quadratkilometer grossen Territorium, das sowohl im US-Gliedstaat Arizona wie auf im mexikanischen Staat Sonora liegt.

In früheren Jahrzehnten markierte bloss ein Stacheldrahtzaun die seit 1853 bestehende Grenze. Doch 2006 wurde die Grenzlinie mit Stahlpfosten befestigt. Stammesmitglieder mussten sich daran gewöhnen, dass die Grenzwächter Checkpoints einrichteten und mit ihren Geländewagen durch ihr Land fuhren.

«Militarisierung» durch Grenzwächter

Wie die «Washington Post» schreibt, begrüssten manche Ureinwohner die Kontrollposten als Abwehr von Drogenschmugglern. Inzwischen protestierten viele gegen die «Militarisierung» ihrer Heimat, sagte Amy Juan, eine Stammesaktivistin. «Das erzeugt ein Klima der Angst.»

Gegenüber dem «Guardian» äusserte sich das Stammesmitglied Bradley Moreno ähnlich negativ. Die Mauer werde «unseren heiligen Boden beeinträchtigen», sagte er. «Sie wird unsere zeremoniellen Stätten beeinträchtigen. Sie wird die Umwelt beeinträchtigen. Es sind einfach so viele Dinge, die nicht stimmen.» Der 35-jährige Tohono-O’odham-Angehörige wohnt wenige Kilometer von der Grenze entfernt und ist von Grenzwächtern schon über ein Dutzend Mal kontrolliert worden. Er glaubt: «Die ganze Idee dahinter ist rassistisch.»

Widerstand könnte wirksam sein

Wie der britische «Independent» schreibt, sind auch andere Stämme von Ureinwohnern in beiden Staaten heimisch. Dazu zählen die Kumeyaay in Kalifornien, die Kickapoo in Texas und in Arizona die Cocopah. Vertreter dieser Stämme sitzen zuweilen zusammen, um Fragen der Grenzsicherheit zu diskutieren. Wenn sie sich querstellen, könnte Trumps Mauer löchrig werden.

Dass Ureinwohner mit ihren verbrieften Rechten eine wirksame Opposition bilden können, bewiesen Sioux in South Dakota. Angehörige des Stamms Standing Rock waren an vorderster Front dabei, als Umweltschützer gegen eine geplante Öl-Pipeline protestierten. Ihre Stimme hatte Gewicht, obwohl die Pipeline nicht durch Stammesgebiet führte. Angesichts der Proteste zog die US-Regierung unter Barack Obama letztes Jahr die Baubewilligung zurück.

Donald Trump hat in der ersten Amtswoche seinen Willen erklärt, den Bau der Dakota-Access-Pipeline wieder aufnehmen zu lassen. Die Ureinwohner werden mit Sicherheit wieder von sich hören lassen – ebenso, wie sie gegen den Bau der Mauer im Süden protestieren werden.

Präsident Trump gibt Mauerbau bekannt:


Am 25. Januar 2017 verkündete Trump den Mauerbau. Am gleichen Tag sagte Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto, sein Land werde nicht dafür bezahlen. (Video: Tamedia-Webvideo)

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der Ironiker am 01.02.2017 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Illegale Immigranten

    Trump will keine illegalen Immigranten. Wer ist wohl aus Sicht der Ureinwohner ein illegaler Immigrant?

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  • Eric am 01.02.2017 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Unglaublich wie die Trump Supporter blind ihrem Master folgen. Die Wünsche der Indianer sollten respektiert werden, sie sind das ursprüngliche Volk Amerikas und sie haben auch ein Recht ihre Traditionen zu wahren!

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  • Oliver Wetzikon am 01.02.2017 21:40 Report Diesen Beitrag melden

    wenig Fakten

    Mich würde interessieren, ob die Ureinwohner vor Gericht eine Chance haben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Niklaus am 02.02.2017 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Das Landrecht

    Jedes Land hat das Recht seine Grenzen zu schützen und zu Verteidigen und wenn es ein Zaun nicht kann, dann soll das eine Mauer tun um Kriminelle usw. davon abzuhalten, früher oder später werden auch bei uns die Mauern wieder hochgezogen aber bekanntlich haben wir in Sachen Weitblick immer etwas länger aber die Einsicht wird noch kommen.

    • J.Marko am 02.02.2017 15:37 Report Diesen Beitrag melden

      Mauern um die Schweiz?

      Von welchen Mauern, die bei uns wieder hochgezogen werden sollen sprechen Sie?

    • Monika am 02.02.2017 16:25 Report Diesen Beitrag melden

      Unwissenheit

      Die Ureinwohner Amerikas habe diesbezüglich höheres Recht. Den die wahren Kriminellen sind und beleiben die Weissen.

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  • Fakten am 02.02.2017 13:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spannende Zeit

    Schon krass spannend was abgeht. Die Leute fangen endlich an zu überlegen, zu diskutieren, zu erforschen, zu lesen und es kommt noch vieles mehr.. wow. Dies hat DT zumindest schon mal hingebracht..

  • Axel S am 02.02.2017 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht helfen

    beim Mauerbau. So können Mexikaner und Latinos ganz einfach den Bau mindestens verzögern wenn nicht sogar verhindern.

  • Spion am 02.02.2017 13:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wird bald abgewählt

    Diser Präsident wird nicht mrhr lange im Weissen Haus sein. So vielle finde hate ein präsident noch nie. Wer soll die Mauer bauen ? Woll die Mexicaner vergisst es.

  • CptMcROFLcopter am 02.02.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leute es ist 2017

    Indianer sind ja sowas von vorgestern.

    • Sime am 02.02.2017 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      Sehe ich anders

      Nur weil Sie nicht mehr mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gehen? Auch wenn, dann ist das egal...es ist IHR Land.

    • Makro am 02.02.2017 13:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sime

      Super Skalpell, die Haare von Trump. Den Rest können sie auch gleich behalten....

    • Manuel Egli am 02.02.2017 15:01 Report Diesen Beitrag melden

      Skalpell?

      Ein Skalpell ist ein chirurgisches Werkzeig, ein sehr scharfes Messer...Sie meinten wohl Skalp. :)

    • Daniel am 02.02.2017 16:37 Report Diesen Beitrag melden

      Trumps Toupé

      Naja vielleicht meinte er das Toupé von Trump sezieren ;-)

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