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Zu Berlusconis Comeback
10. Dezember 2012 23:03; Akt: 11.12.2012 11:10 Print
«Zu Hilfe, er kommt zurück!»
Silvio Berlusconi will auf das politische Parkett zurückkehren. Sein Vorhaben erntet in europäischen Medien bissige, witzige und vor allem ungläubige Kommentare.
«Man reibt sich die Augen», schreibt
die «Luzerner Zeitung», die den 76-Jährigen als «krankhaften Egozentriker» ausweist und die Berlusconis Comeback als «politische Verantwortungslosigkeit» bezeichnet.
«Berlusconi ist schlimmer als sein Klischee. Wenn man denkt, er sei endgültig entsorgt, ist er breit grinsend und selbstbewusst wie eh und je schon wieder da», nervt sich die «Berner Zeitung». Für sie ist er schlicht der «begnadetste Märchenonkel der westlichen Welt.»
Monti tritt nicht an
Italiens Ministerpräsident Mario Monti hat nach eigenen Worten derzeit nicht vor, nach seinem Rücktritt bei den Wahlen als Kandidat anzutreten. Er konzentriere sich darauf, sein Mandat zu erfüllen, sagte der Regierungschef am Montag. Seine Regierung bleibe solange im Amt, bis eine neue Regierung stehe, sagte Monti. Dies sollten sich die Finanzmarktteilnehmer bei allem Verständnis für die negativen Börsenreaktionen klarmachen. Die Marktreaktion sollte nicht dramatisiert werden, sagte Monti. Er sei zuversichtlich, dass die Wahlen eine verantwortungsvolle Regierung hervorbringen würden.
Auch der sonst so seriöse Deutschlandfunk tönt über den schönheitsoperierten «Cavaliere»: «Es ist wie im Gruselfilm: Die Untoten kehren zurück». Und die nicht minder ernsthafte «Süddeutsche Zeitung» bemüht mit «Und wieder grüsst ...» einen Hollywood-Klaumauktitel mit Bill Murray. «Spiegel Online» stöhnt auf: «Bitte nicht schon wieder!». Doch «Tagesschau.de» relativiert: Berlusconi sei der «Schwarze Mann» vor dem «hoffentlich niemand» mehr Angst habe.
Ironischer Respekt
Nicht minder scharfzüngig gehen die französischen Nachbarn mit dem «Cavaliere» ins Gericht. «Jedermann dachte, er sei endgültig am Ende, politisch tot, beinahe begraben ... doch: Zu Hilfe, er kommt zurück!», so der Kommentator von der «Nouvelle République du Centre-Ouest». Die «Libération» zeichnet ebenfalls das Bild des Untoten, der sich wieder aus dem Erdreich an die Oberfläche gräbt und zollt dem «immerwährenden Schauspieler» ironisch Respekt.
Die witzigen Einstiege aber machen der Sorge um die Zukunft Italiens Platz. So rechnet zwar niemand damit, dass es in Italien jemals wieder einen Ministerpräsidenten Berlusconi geben werde. Gleichwohl bereiten die Folgen von Berlusconis Störaktionen so manchem Kopfzerbrechen.
Antideutschenhetze und verschärfte Eurokrise
Nicht nur, dass Berlusconis losgetretene politische Unsicherheit in Italien die Vertrauensarbeit der Technokraten-Regierung von Mario Monti wieder zunichte machen könnte – schon jetzt sind die Risikoaufschläge auf italienische Staatsanleihen gestiegen und die politischen Unsicherheiten drücken auf die europäischen Leitindizes. Ein Italien, das erneut zum Spielplatz für Spekulanten wird, verschärft die Eurokrise drastisch.
Auch die antieuropäische und vor allem antideutsche Hetze, die Berlusconi und seine Populisten verbreiten und die beim vom Sparkurs gebeutelten und zunehmend wütenden Volk zunehmend ankommt, beunruhigt.
Eitelkeit als Hoffnung
Ob Italien auf (Spar-)Kurs bleiben und Europa mit weiteren Reformen und Sanierungen stützen wird, wird sich im Frühjahr 2013 bei den Parlamentswahlen zeigen. Zum Bedauern der europäischen Staatschefs ohne Mario Monti als Kandidaten. Immerhin bleibt die Hoffnung, dass die miserable Umfragewerte seiner Partei PDL den eitlen Berlusconi von einem Wahlantritt abhalten könnten.
Zum Video: Angela Merkel und Nicolas Sarkozy auf einer Pressekonferenz des Eurozonen-Gipfels im Oktober 2011. Beide hatten nachdrücklich gefordert, dass Italien weitere Reformanstrengungen unternehmen müsse, um den Schuldenstand des Landes abzubauen. Auf die Frage nach der Reaktion des italienischen Regierungschefs, reagierten die beiden unmissverständlich.
(gux)
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Alle 72 Kommentare

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Cia0 Italia
Die Italiener haben es in der Hand. Das ist der Anfang vom Ende. Wenn die den Cavalliere nochmal wählen, heisst es wohl endgültig Ciao Italia
zurück zur demokratie
ein gutes hat das ganze, der nicht gewählte monti ist weg und das italienische volk ist wieder selbst für ihren untergang oder aufstieg verantwortlich
Viva Berlusconi
Nur Berlusconi kann mit seiner Erfahrung Italien vor dem Untergang retten. Er hat die Weitsicht, welche ein Linker nie haben wird. Darum, viva Italia, viva Berlusconi!