Gazprom

25. November 2015 14:49; Akt: 25.11.2015 14:49 Print

Russland stoppt Gaslieferungen an die Ukraine

Nachdem der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine erst vor wenigen Wochen beigelegt wurde, nehmen die Spannungen zwischen den beiden Ländern wieder zu.

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Alles vorab gezahlte Gas angeblich bezogen: Ein Arbeiter im ukrainischen Ort Mryn. (15. Oktober 2015) (Bild: Keystone)

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Der russische Energiekonzern Gazprom hat seine Gaslieferungen an die Ukraine gestoppt. Gazprom-Chef Alexei Miller sagte, die Zahlungsrückstände der Ukraine brächten «ernsthafte Risiken» für die Belieferung Europas mit Gas mit sich, das durch die Ukraine nach Westen geleitet wird.

Der ukrainische Konzern Naftogas habe alles vorab bezahlte Gas bezogen, teilte Gazprom mit. Erst im Oktober war der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine beigelegt worden. Die Einigung sah Vorauszahlungen vor.

Warenlieferung gestoppt

Die Lieferungen wurden am 12. Oktober wieder aufgenommen. In den vergangenen Tagen nahmen jedoch die Spannungen zwischen Kiew und Moskau wegen der von Russland annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim wieder deutlich zu.

Die ukrainische Regierung stoppte am Montag die Warenlieferungen auf die Krim, auf der zudem nach Sabotageakten am Sonntag auf Leitungen vom Festland viele Bewohner weiter ohne Strom waren.

Die Ukraine erklärte dagegen, es sei die eigene Entscheidung gewesen, auf Gas aus Russland zu verzichten. Man bekomme es aus anderen Ländern zu besseren Preisen. Diese anderen Länder importieren Gas aus Russland, können es aber in die Ukraine zurückleiten. Russland und die Ukraine hatten im September ein Abkommen unterzeichnet, das die Gasversorgung bis März garantieren sollte.

Ukraine sperrt Luftraum für russische Flüge

Und der Konflikt zwischen den beiden Staaten verschärft sich weiter. Kurz nach der Entscheidung über den Gaslieferstopp hat die Ukraine ihren Luftraum für russische Flugzeuge gesperrt.

«Die ukrainische Regierung untersagt alle Transitflüge russischer Fluglinien durch den ukrainischen Luftraum», erklärte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk bei einer Kabinettssitzung in Kiew.

Bis zu minus 20 Grad Celcius

Die Annektierung der Krim durch Russland im März 2014 und die russische Unterstützung für die Separatisten im Osten der Ukraine führten zwischen den beiden Staaten zu einer politischen Eiszeit. Bei den Kämpfen zwischen den Rebellen und Regierungstruppen starben mehr als 8000 Menschen. Die Ukraine hat immer noch keinen Zugang zu den von den Rebellen kontrollierten Gebieten. Seit den Auseinandersetzungen hat die Ukraine versucht, ihre Abhängigkeit von russischem Gas zu verringern, indem es Gas von anderen europäischen Ländern kaufte, die es von Russland zu einem niedrigeren Preis bezogen hatten.

Vorherige Gasstreits zwischen Russland und der Ukraine hatten bereits dazu geführt, dass die Gasversorgung eingestellt wurde. 2009 kam es mitten im Winter zu schweren Störungen bei Lieferungen in EU-Länder. In der Ukraine können die Temperaturen zu dieser Jahreszeit auf bis zu minus 20 Grad Celsius sinken.

(woz/sda/afp)