Rekordzahl

02. November 2015 10:56; Akt: 02.11.2015 15:48 Print

218'000 Mittelmeer-Flüchtlinge im Oktober

Im Oktober sind mehr als 218'000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Das sei die höchste Zahl, die jemals innerhalb eines Monats registriert worden sei.

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Noch nie haben so viele Menschen innerhalb eines Monats das Mittelmeer überquert: Ein Flüchtlingsboot vor der griechischen Insel Chios. (31. Oktober 2015) (Bild: Keystone/Santi Palacios)

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Nach Angaben der Vereinten Nationen sind im letzten Monat mehr als 218'000 Flüchtlinge über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Das ist die höchste Zahl, die jemals innerhalb eines Monats registriert worden sei, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit.

Mit 218'394 Bootsflüchtlingen flohen im Oktober fast genau so viele Menschen über das Mittelmeer wie im gesamten Jahr 2014 mit 219'000 Flüchtlingen. In diesem Jahr wagten den Angaben zufolge bislang insgesamt mehr als 744'000 Menschen die gefährliche Überfahrt. Der Oktober sei der bisherige «Rekordmonat» gewesen, sagte UNHCR-Sprecher Adrian Edwards der Nachrichtenagentur AFP.

Die allermeisten Bootsflüchtlinge kamen im Oktober in Griechenland an. Nur rund 8000 landeten nach Angaben des UNHCR in Italien. Im vergangenen Jahr hatten noch mehr als drei Viertel aller Bootsflüchtlinge über Italien die EU erreicht.

Mindestens 3440 Bootsflüchtlinge kamen nach UN-Angaben in diesem Jahr bereits auf dem Mittelmeer ums Leben.

Mehr als 1400 Migranten in drei Tagen gerettet

Mehr als 1400 Migranten sind in den vergangenen drei Tagen aus den Gewässern der Ägäis gerettet worden. Freiwillige Helfer, Einwohner und Beamte der griechischen Küstenwache beteiligten sich an den Hilfseinsätzen, wie die Küstenwache am Montag mitteilte. Für 19 Menschen sei aber jede Hilfe zu spät gekommen. Unter den Opfern seien auch zahlreiche Kinder, hiess es.

Am Montagmorgen erreichte ein Fischerboot mit rund 200 Migranten die Küste der Insel Rhodos. Einwohner eilten zur Hilfe und bildeten eine Menschenkette, um Kleinkinder an Land zu bringen, wie örtliche Medien berichteten.

Zuvor hatten es Tausende Migranten an Bord von Schlauch- und Plastikbooten geschafft, die griechischen Inseln aus eigener Kraft zu erreichen. Allein auf Lesbos sollen Schätzungen örtlicher Medien zufolge allein am Sonntag fast 5000 Flüchtlinge angekommen sein.

Ansturm auf Balkanroute ungebrochen

Tausende Flüchtlinge streben derweil weiter über die Balkanroute in Richtung Österreich und Deutschland. In Slowenien seien von Sonntag bis zum frühen Montagmorgen (5 Uhr) 8500 Menschen angekommen, berichtete die Nachrichtenagentur STA unter Berufung auf die Polizei. Weiter südlich erreichten allein in den ersten Stunden des Montags rund 3500 neue Flüchtlinge Kroatien, meldete das Innenministerium.

Das jüngste EU-Mitglied transportiert die meisten von ihnen mit dem Zug nach Slowenien. Von dort gelangen fast alle nach Österreich und weiter nach Bayern. Am slowenisch-österreichischen Grenzübergang Spielfeld warteten nach Angaben der Nachrichtenagentur APA etwa 2200 Menschen auf ihren Weitertransport.

(slw/sda/afp)