«Nicht schon wieder»

07. November 2012 18:08; Akt: 07.11.2012 18:18 Print

New Yorker müssen Häuser verlassen

Die Sturmschäden des Hurrikans Sandy sind noch nicht weggeräumt, da droht New York bereits neues Ungemach: Wegen eines drohenden Schneesturms werden wieder mehrere Stadtteile evakuiert.

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Am 30. Oktober 2012 lag im Dunkeln. Zeitweise waren über 8 Millionen Menschen ohne Strom. Rund 100 Personen kamen durch die Folgen des Sturms ums Leben. (Stand 2. November) Weite Teile New Yorks stehen unter Wasser. . . Allein in New York kamen mindestens ums Leben. (Stand: 2. November) Meereswasser dringt in die Baustelle am . Schwer betroffen ist auch der in Lower Manhattan, New York. Mehrere Unterführungen und Metrostationen sind . Die Subway rollte zwar am Donnerstag, 1. November 2012, nach dreitägiger Schliessung im Grossteil der Stadt wieder an, allerdings nicht in den Süden Manhattans und nach Brooklyn, wo die Tunnel überflutet waren. Im Viertel im New Yorker Stadtteil Queens hat ein verheerender Brand gewütet. Das Feuer zerstörte 80 bis 100 Häuser, 200 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Auch aus dem Viertel , ebenfalls im New Yorker Stadtteil Queens, sind die Schäden verheerend. Auf strandete ein Schiff. Am Tag nach dem Strum versuchen die Menschen, sich einen Überblick zu verschaffen. , New York, ist völlig überschwemmt. Die Nachbildung der legenären überlebte den Sturm nicht. Der Kapitän, der hofte, dass sein Schiff auf hoher See sicherer war als im Hafen, ist immer noch vermisst. Die Crew wurde gerettet, aber Claudene Christian - Nachfahrin des berühmten Meuterers Fletcher Christian - erlag ihren Verletzungen im Spital. auf einem völlig überfluteten Parkplatz in Hoboken, New Jersey. Ebenfalls in , New Jersey: Wasser dringt in eine Metrostation ein. , New Jersey, steht unter Wasser. , New Jersey, stand genau im Weg von Sandy. Schon am 29. Oktober regnete es wie aus Kübeln. In der Nacht auf den 30. Oktober fegte dann der Sturm das Wahrzeichen der Stadt weg - die . Der mehrere Kilometer lange Holzsteg galt als längster seiner Art weltweit. Schwer betroffen ist ganze . Die Insel am Tag danach. Grassy Sound in , New Jersey, steht im Wasser. In , New Jersey, kommt man nur noch per Schiff vorwärts. In , New Jersey, dagegen stehen die Schiffe auf dem Trockenen. In , Connecticut, wurden ganze Häuser eingedrückt. Eine Surferin paddelt durch im US-Bundesstaat Delaware. In der Küstenstadt , North Carolina, hats den Belag von der Strasse gelupft. Im US-Bundesstaat sorgte Sandy für heftigen Schneefall. Sandy zieht weiter ostwärts. Der Tropensturm verliert an Stärke. In , Wisconsin, sorgt er aber noch hohe Wellen im Lake Michigan.

Der Sturm Sandy hat massive Schäden verursacht - und schon droht neues Unheil.

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New York kommt nicht zur Ruhe: Wegen eines weiteren herannahenden Sturms werden in der von «Sandy» schwer getroffenen Metropole mehrere Stadtteile evakuiert. Zudem werden 770 Flüge aus und in den Grossraum New York gestrichen. Schweizer Flüge sind auch betroffen.

Für Mittwoch und Donnerstag wurden Regen, starker Wind sowie möglicherweise Schnee vorausgesagt. Meteorologen zufolge soll es bitterkalt werden. Das ist besonders dramatisch, da eine Woche nach dem Sturm «Sandy» vielerorts immer noch viele Menschen ohne Strom sind.

Die Fluglinie United Airlines kündigte an, zwischen Mittwoch Mittag und Donnerstag Mittag (jeweils 18 Uhr in der Schweiz) die Mehrzahl der Flüge von und nach New York wegen des Sturms zu annullieren. Von den Annullierungen betroffen sind die drei New Yorker Flughäfen JF Kennedy, LaGuardia und Newark.

Der Flug der Swiss von Mittwoch ab Genf wurde ebenfalls gestrichen, ebenso der für Donnerstag geplante Rückflug, wie ein Sprecher des Flughafens Genf auf Anfrage mitteilte. Im Flughafen Kloten konnte der Flug der United Airlines nach New York durchgeführt werden, die anderen drei für den Mittwoch vorgesehenen Flüge - zwei der Swiss und einer der American Airlines - mussten annulliert werden.

«Nicht schon wieder»

Der neue Sturm soll nach Angaben der Wetterexperten deutlich schwächer sein als «Sandy». Dennoch sollten einige am Wasser gelegene Stadtteile in den New Yorker Bezirken Queens und Staten Island vorsichtshalber geräumt werden, wie Bürgermeister Michael Bloomberg am Dienstag an einer Medienkonferenz sagte. Es handle sich aber nicht um eine allgemeine Evakuierung.

In Rockaway, einem von «Sandy» bereits schwer betroffenen Stadtteil New Yorks, wurden mehrere Altersheime evakuiert und die rund 600 Bewohner in andere Einrichtungen verlegt. Parks und Spielplätze der Millionenmetropole mussten auf Anweisung des Bürgermeisters vorübergehend erneut geschlossen werden. Auf Baustellen unter freiem Himmel durfte nicht mehr gearbeitet werden.

In der ebenfalls schon von «Sandy» heimgesuchten Stadt Brick Township im Bundesstaat New Jersey mussten zahlreiche Bewohner ihre Häuser verlassen. Das galt besonders für tieferliegende Gebiete. Wie viele der insgesamt rund 75 000 Einwohner betroffen sind, war zunächst nicht bekannt.

«Oh nein, nicht schon wieder», schrieb die «New York Times» in ihrer Internetausgabe. «Was sollen wir noch alles verlieren», sagte die 17-jährige Alyssa Carpuso der Zeitung und blickte dabei auf einen Müllcontainer vor ihrem Haus. «Sandy» hatte bereits das Wohnzimmer zerstört und Autos der Familie davongespült.

Immer noch ohne Strom

Auch eine Woche nach dem Monstersturm waren in den betroffenen Gebieten noch immer hunderttausende Menschen ohne Elektrizität oder fliessendes Wasser. Das gilt auch für Teile der Stadt New York, besonders in der Bronx und in Queens haben viele Haushalte weiterhin keine Elektrizität. Auch Benzin war weiter knapp.

Es wird befürchtet, dass der neue Sturm Zehntausende Tonnen Trümmer, die «Sandy» hinterlassen hat, aufwirbeln und zu lebensgefährlichen Geschossen werden lassen könnte. Laut dem Nachrichtensender CNN starben allein in den USA bei dem Sturm «Sandy» 110 Menschen, davon 47 in New York. Zuvor hatte «Sandy» in der Karibik bereits 67 Menschen in den Tod gerissen.

(sda)