Australien

17. August 2017 12:18; Akt: 17.08.2017 12:18 Print

Politikerin provoziert mit Burka im Senat

Die australische Senatorin Pauline Hanson hat im Parlament für einen Eklat gesorgt: Verhüllt von Kopf bis Fuss forderte sie, die Burka im Land zu verbieten.

Die australische Senatorin Pauline Hanson mit Burka im Parlament. (Video:Tamedia/AP)
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Die Vorsitzende von Australiens Rechts-aussen-Partei One Nation, Pauline Hanson, ist am Donnerstag vollverschleiert mit einer schwarzen Burka im Parlament in Canberra erschienen.

Die 63-jährige Senatorin hatte Körper und Gesicht ganz mit dem schwarzen Schleier verhüllt und sass so dann mehr als zehn Minuten auf ihrem Platz im Senat, dem Oberhaus des australischen Parlaments.

Rechts-Politikerin kommt mit Burka ins Parlament

«Werden die Burka nicht verbieten»

Hanson wollte damit ihrer Forderung Nachdruck verleihen, das Tragen der Burka in der Öffentlichkeit zu verbieten. Bei den anderen Parteien löste der Auftritt Proteste aus.
Australiens konservativer Justizminister George Brandis warf der Rechtspopulistin vor, Zwietracht zu säen. «Ich würde sehr, sehr vorsichtig damit sein, die religiösen Gefühle von anderen Australiern zu beleidigen.» Daraufhin erhielt er der BBC zufolge Standing Ovations von Politikern der Opposition.

In seiner emotionalen Rede warf Brandis Hanson vor, sie riskiere rund 500'000 Australier muslimischen Glaubens zu verprellen. Zugleich versicherte er: «Wir werden die Burka nicht verbieten.»

Einwanderungsstopp für Muslime

Hanson nahm den Schleier ab, um eine Frage an die Regierung zu stellen, und erklärte, sie wolle, dass solche Kleidung aus Gründen der nationalen Sicherheit verboten werde. «Es hat eine grosse Mehrheit von Australiern gegeben, (die) das Verbot der Burka sehen wollen», sagte Hanson, die offen zu ihrer Begeisterung für US-Präsident Donald Trump steht.

Sie verliess den Senat unverschleiert, mit der Burka in der Hand. Ein muslimischer Senator der oppositionellen Labor-Partei, Sam Dastyari, bezeichnete sie als «Schande» für das Parlament. One Nation hat vier Sitze im Senat. Die Partei fordert seit vielen Jahren ein Burka-Verbot und einen Einwanderungsstopp für Muslime.

Hanson sorgte bereits häufiger für Kontroversen. Im vergangenen Jahr wurde sie heftig für eine Rede kritisiert, in der sie sagte, dass Australien «von Muslimen überschwemmt» werde. Vor zwei Monaten forderte die Politikerin, Schüler mit Autismus sollten aus den Klassenzimmern entfernt werden.

(mlr/sda/ap)