Nachfolge von Benedikt XVI.

11. Februar 2013 11:56; Akt: 12.02.2013 14:27 Print

Papst könnte erstmals aus Afrika kommen

Nach dem überraschenden Rücktritt von Papst Benedikt XVI. wird bereits über dessen Nachfolge spekuliert. Dabei könnte erstmals ein Geistlicher aus Afrika oder Lateinamerika dem Vatikan vorstehen.

Bildstrecke im Grossformat »
Die Meldung ging in wenigen Minuten um die Welt: Papst Benedikt XVI. verkündet . «Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben», liess der deutsche Papst (Bild vom 1. Januar 2013) verlauten. Papst Benedikt wurde am von den Kardinälen zum Nachfolger von Papst Johannes Paul II. gewählt. Im Bild winkt er unmittelbar nach seiner Wahl zehntausende Menschen auf dem Petersplatz im Vatikan zu. Das Signal der Entscheidung: , dass ein Nachfolger gewählt wurde. Wenig später zeigt sich, dass nach fast 500 Jahren wieder ein Deutscher den Papst-Thron bestiegen hat. bejubelten die Wahl von Ratzinger zum Papst. Am 22. April 2005 sprach Papst Benedikt zum ersten Mal zu den Kardinälen. Am 12. Dezember 2012, fast exakt zwei Monate vor seiner Rücktrittsankündigung, setzte der Papst ab. Die Twitter-Meldung ging um die Welt. Die Rücktrittsankündigung am 11. Februar 2013 kam . Papst Benedikt XVI. ist erst der zweite Papst, der sein Amt freiwillig niederlegt. Der andere war Papst Coelestin V., der 1294 nach nur fünf Monaten freiwillig zurücktrat. Allerdings hatte Papst Benedikt XVI. auch immer wieder gesorgt. Benedikts , insbesondere die Rehabilitierung eines Holocaust-Leugners, verärgert breite Kreise in Kirche und Politik. Auf seiner ersten Reise nach Afrika sagt Benedikt im März 2009, das -Problem lasse sich mit Kondomen nicht lösen. «Im Gegenteil, das verschlimmert nur das Problem». Im Januar 2009 nahm Benedikt XVI. vier exkommunizierte Bischöfe der erzkonservativen Bruderschaft Pius X. wieder in die Kirche auf. Darunter den Briten Richard Williamson, gegen den wegen ermittelt wurde. Mit einer neuen Fassung der Karfreitags-Fürbitte im Februar 2008 zieht der Papst in mehreren Ländern auf sich. Die Fürbitte habe «missionierenden» Charakter. Im Sommer 2007 wurde die Kirche der Reformation vom Vatikan nach katholischer Auffassung nicht als «Kirche im eigentlichen Sinne» bezeichnet. Ein Affront für viele . 2006 schockte der Papst die mit einer Aussage des byzantinischen Kaisers Manuel II: «Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden [...]». In einer Ansprache vor Brasilianern und Kolumbianern verärgerte Papst Benedikt die . Der Pontifex betonte in seiner Rede, die katholische Kirche hätte die Indianer Lateinamerikas erlöst.

automatisches Update
Es tickert für Sie:
Simon Beeli
19:20
0
Die ultrakonservativen Piusbrüder haben Papst Benedikt XVI. für seinen Mut im Umgang mit der Bruderschaft gedankt. Der Papst habe trotz aller Differenzen in der Lehrmeinung stets auf das Verbindende zwischen Rom und der Bruderschaft hingewiesen, teilten die Piusbrüde in Stuttgart mit.

Benedikt XVI. war für seine Annäherung an die ultrakonservative Gruppe massiv kritisiert worden - selbst von mehreren katholischen Bischöfen. Einige Kritiker sehen darin den grössten Fehler seiner Amtszeit.

Unter anderem hatte der Vatikan die Exkommunikation mehrerer Pius-Bischöfe aufgehoben. Darunter war auch der Holocaust-Leugner Richard Williamson, den die Piusbrüder aber zwischenzeitlich ausgeschlossen haben.

Die 1970 gegründete Bruderschaft Pius X. wendet sich gegen eine Modernisierung der katholischen Kirche. Hauptstreitpunkt ist der Ablauf der Heiligen Messe. Die Bruderschaft lehnt die Ökumene und den interreligiösen Dialog insgesamt ab und beharrt auf einem absoluten Wahrheitsbegriff des eigenen Glaubens.
18:55
0
Dank ihrer Latein-Kenntnis gelang der italienischen Journalistin Giovanna Chirri der Scoop. Sie hatte als Erste die Rücktrittsankündigung von Papst Benedikt XVI. verstanden.

«Unsere Vatikan-Korrespondentin hörte sich die Rede des Papstes vor dem Konsistorium an», sagte der Informationsdirektor der italienischen Nachrichtenagentur Ansa, Luigi Contu. «Dann hörte er auf, über das Konsistorium zu sprechen - unsere Journalistin verstand, dass er müde sei, dass der Druck zu gross sei und dass er aufhören werde

Obwohl Chirri aufgrund ihrer Kenntnisse die lateinische Ansprache des Papstes richtig verstanden hatte, wollte sie ganz sicher gehen. Daher rief sie bei Vatikan-Sprecher Federico Lombardi an, um sich die Information bestätigen zu lassen. Sie konnte Lombardi nicht gleich erreichen.

Daher begann sie mit der Ansa-Chefredaktion darüber zu diskutieren, ob die Information auf der alleinigen Grundlage ihres Verständnisses herausgehen sollte. Da rief Lombardi an und bestätigte die Sensation. Um 11.46 Uhr ging die Ansa-Meldung an die Kunden, dann verbreitete sie sich wie ein Lauffeuer um die Welt.
18:48
0

«Mein Herz schlägt bayerisch»: Papst Benedikt XVI. vor dem Abflug von Rom nach München am 9. September 2006.
18:32
0
Während seiner achtjähirgen Zeit als Ponitifex sind viele Zitate zu theologischen und weltlichen Themen zusammengekommen. Hier eine Auswahl:

- «Die Völker der reichen Länder müssen dazu bereit sein, die Bürde des Schuldenerlasses der armen Länder auf sich zu nehmen.» (Botschaft vom 2. Juli 2005 vor einem G8-Gipfel in Schottland)

- «Die (...) Auflösungstendenzen bezüglich der Ehe, (...) bis hin zur Pseudo-Ehe zwischen Personen des gleichen Geschlechts, sind (...) Ausdruck einer anarchischen Freiheit, die sich zu Unrecht als wahre Befreiung des Menschen ausgibt.» (Auf einer Tagung in Rom, 6. Juni 2005)

- «Ich möchte auch sagen, dass der Papst kein Orakel und (...) nur in den seltensten Fällen unfehlbar ist.» (Ansprache an den Klerus, 25. Juli 2005)

- «Der Terrorismus, welcher Herkunft er auch sei, ist eine perverse und grausame Entscheidung, die das unantastbare Recht auf Leben mit Füssen tritt.» (Zu muslimischen Gemeinden in Köln, 20. August 2005)

- «‹Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, das er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten›.» (In einer Vorlesung an der Regensburger Universität am 12. September 2006. Aus dem Zusammenhang gerissen, löste das Zitat eines byzantinischen Kaisers in der muslimischen Welt scharfe Proteste aus)

- «Man kann das Problem nicht mit der Verteilung von Kondomen lösen. Es muss viel mehr geschehen (...). Man hatte mich gefragt, warum die katholische Kirche in Sachen Aids eine unrealistische und wirkungslose Position einnehme. Daraufhin fühlte ich mich (...) herausgefordert. (...) Weil sie als einzige Institution ganz nah und ganz konkret bei den Menschen ist (...).» (In dem Interviewbuch «Licht der Welt. Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit» von Peter Seewald zur Afrika-Reise des Papstes 2009)

- «An diesem Ort des Grauens, einer Anhäufung von Verbrechen gegen Gott und den Menschen ohne Parallele in der Geschichte, zu sprechen, ist fast unmöglich - ist besonders schwer und bedrückend für einen Christen, einen Papst, der aus Deutschland kommt.» (Im ehemaligen deutschen Vernichtungslager Auschwitz am 28. Mai 2006)

- «Euch, die ihr unseren Planeten von weitem überfliegt, muss es klar sein, dass wir alle zusammenleben, und wie absurd jeder Krieg ist.» (Im Gespräch mit Astronauten der Weltraumstation ISS am 21. Mai 2011)

- «Mein Herz schlägt bayerisch». (Zu Journalisten während eines Fluges von Rom nach München am 9. September 2006)




18:15
0
Aus Sicht der Ärzten leidet der Papst unter ganz normalen Altersbeschwerden. Nur ist sein schwieriges Amt damit eben nur mit Mühe zu bewältigen. Als Benedikt XVI. im Jahr 2005 Papst wurde, war er bereits 78 Jahre alt und damit der älteste neu gewählte Pontifex seit fast 300 Jahren.

Schon in den vergangenen Jahren hat er zurückgesteckt und seine Auslandsreisen und Audienzen begrenzt. Im Vatikan bedient er sich diverser Hilfsmittel. So fährt er die etwa 100 Meter zum Altar der Peterskirche mit einer beweglichen Plattform, um sich den Fussweg zu ersparen. Ende letzten Jahres erzählten Menschen, die Zeit mit ihm verbracht hatten, dass er abgespannt gewirkt habe und zu müde, sich auf das einzulassen, was sie sagten.

Der Vatikan betonte am Montag, dass keine akute Krankheit den Ausschlag für Benedikts Entscheidung zum Rückzug gegeben habe. Benedikt sprach allgemein davon, dass seine geistige und physische Kraft in seinem fortgeschrittenen Alter nicht mehr ausreiche, die weltweit mehr als eine Milliarde Katholiken zu führen.

Ein Arzt, der das medizinische Team des Papstes kennt, bestätigt, dass das Kirchenoberhaupt keine keine gravierenden oder lebensbedrohlichen Krankheiten hat. Der Papst habe jedoch Prostataprobleme, wie viele Männer in seinem Alter. Darüber hinaus sei er einfach alt und müde.
17:57
0
17:28
0
Auch Christophe Darbellay war überrascht vom plötzlichen Rücktritt des Papstes. Damit gerechnet hat auch der CVP-Präsident nicht. «Knapp acht Jahre sind doch eine eher kurze Amtszeit. Dass ein über 80 Jahre alter Mann angibt, die Kraft für ein derart anspruchsvolles und kräfteraubendes Amt nicht mehr aufbringen zu können, ist glaubwürdig und absolut legitim

Darbellay hat keinen Favoriten, wenn es um die Nachfolge Benedikts XVI. geht. Vom welchem Kontinent der nächste Papst kommt, spielt für den Walliser keine wichtige Rolle. Viel entscheidenener ist für ihn, dass er mit seinem Charisma die katholische Glaubensgemeinschaft zusammenbringt und den intereligiösen Dialog fördert. «Er sollte die Kirche modernisieren, um sie auch für die Jungen wieder attraktiver machen. Die Vorschläge von Abt Martin Werlen gehen in die richtige Richtung: das Zöllibat und die Rolle der Frau in der Kirche müssen thematisiert und kritisch diskutiert werden.»

Für Darbellay war Ratzinger ein guter Papst, der jedoch nicht dieselben Spuren wie Johannes Paul der II hinterlassen wird. Den Rücktritt Benedikts sieht er primär als Chance: «Ein Nachfolger kann die bestehenden Probleme mit neuer Energie anpacken.»
17:23
0

Drei gehandelte Papst-Nachfolger, die nicht aus Europa stammen (von links nach rechts): Luis Tagle (Philippinen), Peter Turkson (Ghana), Leonardo Sandri (Argentinien)
16:37
0
Mit dem Rücktritt von Papst Benedikt könnte die Zeit reif sein für den ersten Pontifex, der nicht aus Europa stammt. Vor allem Kandidaten aus Lateinamrika oder Afrika könnten in Frage kommen. Eine offizielle Liste der Papst-Kandidaten gibt es zwar nicht, doch gibt gleich mehrere «Papabili», denen das Amt zugetraut wird.

- Der 64-jährige Peter Turkson aus Ghana gilt als aussichtsreichster Kandidat aus Afrika. Als Leiter des vatikanischen Büros für Frieden und Gerechtigkeit ist er das soziale Gewissen der Kirche und plädiert für eine globale Finanzreform. Bei einer vatikanischen Synode zeigte er ein muslimkritisches Video und erregte damit Zweifel daran, wie er zum Islam steht.

- Leonardo Sandri aus Argentinien kam als Kind italienischer Eltern in Buenos Aires zur Welt und ist damit ein echter transatlantischer Brückenbauer. Von 2000 bis 2007 hatte der 69-Jährige den dritthöchsten Posten der Kirche als Stabschef des Vatikan inne. Er besitzt allerdings keine seelsorgerische Erfahrung und als Aufseher der Kirchen im Osten hat er nicht viel Macht in Rom.

- Der Brasilianer Odilo Pedro Scherer gilt als stärkster Kandidat aus Lateinamerika. Der 63-jährige Erzbischof von São Paolo, der grössten Diözese im grössten südamerikanischen Land, zählt in seiner Heimat zu den Konservativen, würde andernorts aber als gemässigt durchgehen. Das rasante Wachstum der protestantischen Kirchen in Brasilien könnte gegen ihn sprechen.

- Auch aus Asien kommt ein Gestlicher, der für das Amt des Papstes in Frage kommen könnte. Das Charisma von Luis Tagle aus den Philippinen wird oft mit der Ausstrahlung von Papst Johannes Paul verglichen. Der 55-Jährig gilt auch als Vertrauter Benedikt, nachdem er mit ihm in der Internationalen Theologenkommission zusammengearbeitet hat. Er verfügt über viele Anhänger, wurde aber erst 2012 zum Kardinal ernannt - und jüngeren Kandidaten steht das Konklave meist skeptisch gegenüber.


15:59
0
Nach den letzten Worten des Papstes, hier nochmals seien ersten: «Nach einem grossen Papst Johannes Paul II. haben die Herrn Kardinäle mich gewählt, einen einfachen und bescheidenen Arbeiter im Weinberg des Herrn.» (19. April 2005 an die Menschen auf dem Petersplatz)
Video0294999
Theologe und Publizist Erwin Koller zum Rücktritt des Papstes:

(Video: Keystone)
15:29
0
Man kann nicht Papst-Witze wiedergeben ohne das deutsche Satiremagazin Titanic zu nennen. Wir holen es hiermit nach: Nach einem Rechtsstreit mit dem Kirchenoberhaupt (es ging um ein Titelbild mit urinierendem Papst) war man eigentlich auf Kriegsfuss mit dem Vatikan.

Heute schreibt das Blatt in einer Stellungnahme aber: «Wir verlieren einen geschätzten Kollegen, mit dem wir seit Jahren vertrauensvoll zusammenarbeiten», so Chefredaktor Leo Fischer. «Und wir hoffen, dass unser kleiner Rechtsstreit im letzten Jahr kein Grund für diese vorschnelle Entscheidung war.»

Es sei schade, dass sich Benedikt nicht an seinem Vorgänger orientiere. Papst Johannes Paul II. habe gezeigt, «dass man das Amt bis zum Schluss würdevoll und erhobenen Hauptes ausüben kann.» Fischer dementierte in der Medienmitteilung Gerüchte, wonach ein im Herbst erscheinendes TITANIC-Enthüllungsbuch über den Papst mit der Entscheidung des Papstes zu tun habe.
15:06
0
Papst Benedikt XVI. wird nach dem Ende seiner Amtszeit in ein Kloster im Vatikan umziehen. Bevor Benedikt dort einziehen könne, müssten noch Umbauarbeiten abgeschlossen werde, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag.

Dort wolle Benedikt ein Leben in Gebet und Meditation führen. Für die Übergangszeit (Sedisvakanz) werde er in der päpstlichen Sommerresidenz Castel Gandolfo bei Rom wohnen. «Wenn die Sedisvakanz beginnt, wird der Papst zuerst nach Castel Gandalfo umziehen», sagte er.
14:58
0
Apropos Wetten. Nicht nur auf den nächsten Papst, sondern auch auf seinen Namen wird bereits eifrig Geld gesetzt. Auf der Pole Position stehen Peter, Pius, Johannes Paul und - Benedikt.
14:44
0
Martin Grichting, Generalvikar des Bistums Chur, war nicht wirklich überrascht vom Rücktritt des Papstes, wie gegenüber 20 Minuten sagt. «Man hat nie den Eindruck gehabt, dass Benedikt XVI. sich an sein Amt klammert. Er hat es als Dienst verstanden, den er so gut und so lange ausübt, wie er kann. Als er kürzlich seinen Sekretär Georg Gänswein zum Bischof ernannte und ihn damit für die Zukunft abgesichert hat, habe ich vermutet, dass es nun so weit kommen könnte.»

Nach der Bedeutung des vorzeitigen Rücktritts für die Katholische Kirche gefragt, meint Grichting: «Die moderne Medizin hat durch ihren Fortschritt paradoxerweise ein Problem geschaffen. Es könnte heute vorkommen, dass ein Papst einmal nicht mehr aus eigenen Kräften zurücktreten kann, aber körperlich noch lange lebt. Wenn ein Papst in eine solche Situation geraten würde, könnte die Kirche faktisch vielleicht für Jahre führungslos werden. Denn das kirchliche Recht sieht nicht vor, dass man einen Papst absetzen oder für amtsunfähig erklären kann. Papst Benedikt hat hier durch seinen Rücktritt einen Weg aufgezeigt. Er hat ein Tabu gebrochen. Aber das musste irgendwann geschehen.»
(hir)
14:35
0
Nicht alle glauben an einen Rücktritt nur aus gesundheitlichen Gründen. Max Seckler, ein langjähriger Kollege von Benedikt, sieht noch andere Gründe, die den Papst zum Rücktritt bewegt haben könnten: «Er hat sehr gelitten unter manchen Dingen, die dieses Amt mit sich bringt», sagte der 85-jährige der Nachrichtenagentur dpa. «Man kann sich schwer vorstellen, welche Intrigen es da in Rom gibt, mit denen er sich rumschlagen muss. Das hat ihn sehr belastet, weil er ja ein Theologe ist und ein edler Mensch.»
14:32
0
Die Rücktrittsansprache im Video: (Video: YouTube)
14:15
0
Der Theologe und Papst-Kritiker Hans Küng hat Benedikt XVI. für seinen Rücktritt Respekt gezollt. Dieser Schritt sei «aus vielen Gründen verständlich», sagte Küng am Montag in Tübingen der Nachrichtenagentur dpa.

«Zu hoffen ist aber, dass Ratzinger nicht Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers nimmt», betonte der 84-Jährige. Allerdings habe Benedikt XVI. in seiner Amtszeit so viele Konservative Kardinäle berufen, dass unter ihnen kaum eine Person zu finden sei, «die die Kirche aus ihrer vielschichtigen Krise herausführen könnte».
14:00
0
Zurück zum Ernsthaften: Auch die Schweizer Bischofskonferenz ist von der Nachricht «komplett überrascht» worden. «Man kann es nicht hoch genug einschätzen, das wäre vor Kurzem noch undenkbar gewesen», sagt Sprecher Simon Spengler auf Anfrage. Er äussert Verständnis für Papst Benedikts Entscheidung, sein Pontifikat habe in einer Phase eines «tiefgründigen Umbruchs der Kirche und der Gesellschaft» stattgefunden.

In dieser Situation sei es schwierig, die Kirche zu verkörpern. Benedikt habe wichtige Impulse gesetzt, z.B. im Dialog mit dem Islam, dem Judentum und der Wissenschaft, gleichzeitig habe er erhebliche Krisen wie Vatileaks oder den Skandal um Ex-Bischof Williamson nicht in den Griff gekriegt, so Spengler. Die Nachfolge sei noch völlig offen, es sei aber durchaus möglich, dass nun «aussereuropäische Kräfte» sich profilieren könnten. «Auf jeden Fall erwarte ich eine viel längere Konklave als letztes Mal», so Spengler. (fum)
13:57
0
Wenn wir gerade bei Nebensächlichem sind. Eine Auswahl der Benedikt XVI.-Witze auf Twitter: @NielsRuf schreibt: «wie - der tritt zurück? müsste der denn nicht die andere wange hinhalten?». @GebbiGibson meint: «Der Papst hat auch keinen Bock mehr. Montag halt!». @EyderBoss «der papst tritt zurück, recht kurz nachdem er sich auf twitter angemeldet hat. ich will ja nix sagen..»

...es werden wohl noch einige folgen.
13:41
0
Benedikts Rücktritt hat auf Twitter zwar längst die Runde gemacht. Er selber ist aber noch nicht online gegangen. Auf ‏@Pontifex_de heisst es immer noch: «Wir dürfen der Kraft der Barmherzigkeit Gottes vertrauen. Wir sind alle Sünder, doch seine Gnade verwandelt uns und macht uns neu.»

Dieser Tweet löste beim englischen Mirror die Spekulation aus, Benedikt habe bereits da seinen ausstehenden Rücktritt andeuten wollen. Urteilen Sie selbst.
13:41
0
Vatikansprecher Federico Lombardi beteuert auf einer Pressekonferenz, dass Benedikt XVI. aus freien Stücken und ohne jeglichen Druck von aussen erfolgt sei. Vielleicht habe der Papst die intensive Osterzeit nicht mehr durchmachen wollen, mutmasst Lombardi.
13:34
0
Neuer Papst wird vor Ostern gewählt: Ein Nachfolger für den überraschend zurückgetretenen Papst Benedikt XVI. soll bis Ostern feststehen. «Wir sollten Ostern einen neuen Papst haben», sagte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag. Der Ostersonntag fällt in diesem Jahr auf den 31. März. Das Konklave zur Wahl des neuen Kirchenoberhauptes könne 15 bis 20 Tage nach dem Rücktritt beginnen.
13:29
0
Der Papst gibt die Gesundheit für seinen Rücktritt an. Dass es um diese zuletzt nicht mehr sonderlich gut stand, zeigt auch dieses Video aus dem November des letzten Jahres. Benedikt stockt beim Verlesen eines Textes und entschuldigt sich. «Meine Augen sind nicht mehr die besten», sagt er den Anhängern.

13:20
0
Kaum hat der Papst seinen Rücktritt bekannt gegeben, laufen die Wetten um einen Nachfolger. Der britische Wettanbieter Ladbrokers hat eine Liste der Favoriten publiziert. Hier sehen Sie die Top-Vier: Cardinal Peter Kodwo Appiah Turkson (Quote 5:2); Cardinal Marc Ouellet (3:1); Cardinal Francis Arinze (4:1); Cardinal Angelo Scola (6:1)
13:15
0
Erste offizielle Reaktionen zum Rücktritt des Papstes werden bekannt. Die deutsche Regierung habe «den allerhöchsten Respekt für den Heiligen Vater, für seine Leistung, für seine Lebensleitung für die katholische Kirche», sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Auch Frankreichs Staatschef François Hollande nannte den angekündigten Rücktritt von Papst Benedikt XVI. einen «höchst achtbaren» Schritt. Frankreich würdige «den Papst, der eine solche Entscheidung trifft», sagte Hollande am Montag in Paris vor Journalisten.
13:15
0
Unter Kirchenexperten herrscht Einigkeit, dass sich der Papst im Fall eines Rücktritts sofort und vollständig aus allen Ämtern und aus dem öffentlichen Leben der Kirche zurückziehen müsste. Nur so könne gewährt werden, dass der Zurückgetretene nicht die Wahl seines Nachfolgers beeinflusst.
13:11
0
In 2000 Jahren Kirchengeschichte ist nur ein einziger Rückzug aus freien Stücken bekannt. Papst Coelestin V. gab 1294 nach nur fünf Monaten freiwillig sein Amt auf. Kirchenhistoriker sprechen von einem überforderten Sonderling, der kaum Latein konnte.
12:45
0
Der Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, nannte gegenüber der Nachrichtenagentur DPA die angeschlagene Gesundheit als Grund für dessen Rücktritt. «Das Alter drückt», sagte der 89-Jährige der Nachrichtenagentur DPA. Laut Georg hat sein Arzt ihm von Reisen, im Hinblick auf seine Gesundheit, abgeraten.
12:31
0
Aus dem Vatikan ist eine erste Reaktion zu vernehmen: «Ein Blitz aus heiterem Himmel», sagt Dekan Angelo Sodano laut «Il Corriere»
12:15
0
In seiner Erklärung schreibt der Papst, er habe lange über die Entscheidung nachgedacht, sie aber letztlich «zum Wohl der Kirche» getroffen, so der Papst. «Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben.»
13:05
0
Papst Benedikt XVI. wird am 28. Februar zurücktreten. Das kündigte das katholische Kirchenoberhaupt am Montag bei einer Vollversammlung der Kardinäle in einer auf lateinisch gehaltenen Rede an, wie ein Sprecher des Vatikans sagte.
Zum Thema
Fehler gesehen?

Papst Benedikt XVI. wird am 28. Februar zurücktreten. Das kündigte das katholische Kirchenoberhaupt am Montag bei einer Vollversammlung der Kardinäle in einer in Latein gehaltenen Rede an, wie ein Sprecher des Vatikans sagte.

Er habe lange über die Entscheidung nachgedacht, sie aber letztlich «zum Wohl der Kirche» getroffen, so der Papst. «Nachdem ich wiederholt mein Gewissen vor Gott geprüft habe, bin ich zur Gewissheit gelangt, dass meine Kräfte infolge des vorgerückten Alters nicht mehr geeignet sind, um in angemessener Weise den Petrusdienst auszuüben.»

«Ein Blitz aus heiterem Himmel»

Aus dem Vatikan ist eine erste Reaktion zu vernehmen: «Ein Blitz aus heiterem Himmel», sagt Dekan Angelo Sodano laut «Il Corriere». Benedikt hatte bereits vor einiger Zeit deutlich gemacht, dass er es sich durchaus vorstellen könne, etwa aus Gesundheitsgründen das Pontifikat abzugeben. Die Kardinäle waren eigentlich zusammengekommen, um über mehrere neue Heiligsprechungen abzustimmen.

Der Bruder des Papstes, Georg Ratzinger, nannte gegenüber der Nachrichtenagentur DPA die angeschlagene Gesundheit des Papstes als Grund für seinen Rücktritt. «Das Alter drückt», sagte der 89-Jährige der Nachrichtenagentur DPA. Laut Georg Ratzinger habe der Arzt des Papstes aufgrund der Gesundheit vom Reisen abgeraten.

Papst Benedikt XVI. war im April 2005 zum Nachfolger des verstorbenen Johannes Paul II. gewählt worden. Er ist mittlerweile 85 Jahre alt. Es ist das erste Mal seit Jahrhunderten, dass ein Papst von seinem Amt zurücktritt.

Das kam erst einmal vor

Wer zum Papst gewählt wird, tritt das Amt normalerweise für den Rest seines Lebens an. So wurde in 2000 Jahren Kirchengeschichte nur ein einziger freiwilliger Rücktritt bekannt. Papst Coelestin V. gab 1294 sein Amt nach nur fünf Monaten auf – aus Gewissensgründen. Seit 1983 ist laut Kanonischem Recht ein Rücktritt möglich. In Can. 332 § 2 heisst es: «Falls der Papst auf sein Amt verzichten sollte, ist zur Gültigkeit verlangt, dass der Verzicht frei geschieht und hinreichend kundgemacht, nicht jedoch dass er von irgendwem angenommen wird.»

Joseph Ratzinger war am 18. und 19. April 2005 nach nur vier Wahlgängen zum Papst gewählt worden. Schon vorher galt er als einer der einflussreichsten Kardinäle und in kirchenpolitischen Fragen als rechte Hand seines Vorgängers Johannes Paul II.

(fum/aeg/rey/mlu/sda)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Ausgewählte Leser-Kommentare

Genau! Es ist höchste Zeit, dass endlich ein junger, toleranter Papst die katholische Kirche im Sinne der Basis modernisiert, die Zölibatspflicht abschafft, Frauen für alle Ämter zulässt sowie dringend notwendige Reformen durchzieht! Nur so lässt sich die Kirche attraktivieren und die Abwanderung vor allem der Jugendlichen verhindern, bevor es zu spät ist! – Micina

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • johann friedrich von der schulenburg am 11.02.2013 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    ablativ und akkusativ...

    annuntio vobis gaudium magnum: ist akkusativ, das heisst nicht "mit grosser freude", sondern "eine grosse freude".

    einklappen einklappen
  • Peter Bichsel am 11.02.2013 12:29 Report Diesen Beitrag melden

    Mutig

    Eine mutige und weise Entscheidung. Es ist aber nicht zu erwarten, dass nun eine Reformation durch die Kirchenwelt geht mit dem Antritt eines neuen Papstes

  • Bambi Klasen am 11.02.2013 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Ein jüngerer Papst wäre gut

    Ein Schritt der Respekt verdient, zu hoffen wäre, dass es mal einen jüngeren Papst gibt.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Angi am 12.02.2013 08:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Religionen

    Institutionalisierte Religionen haben doch überhaupt nichts mit Gott zu tun. Denen gehts nur um Machtausübung und Geld. Wenn unser Gott so ist , dann viel Glück! Aber so ist er nicht, er hat uns lediglich den freien Willen gegeben.

  • Sandra am 11.02.2013 20:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Generell

    Hallo zusammen! Ich habe nicht alle Beiträge gelesen möchte aber mein Senf auch abgeben: Der nächste Papst sollte und muss auch gegen Kondome sein....warum? Er sollte der Ersatz sein auf Erden von Jesus Christus der am Kreuz starb! Eine Frau hat daher als Päpstin hier nichts zu suchen! Ein schwarzer oder asiatischen Papst hingegen wäre eigentlich höchste Zeit gekommen!!! Ja, aber eben .... warum der jetzige Papst sich zurückzieht ist mir auch nicht ganz klar:-(

  • Johann Wiener am 11.02.2013 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Übergangspapst

    Ich erinnere mich noch sehr gut an die Wahl von diesem Papst. Vatikanexperten sprachen schon damals von einem "Übergangspapst" also hat sich diese Prophezeihung bewahrheitet. ps: ich finde nicht das man so einen Glauben ausleben muss und über den Papst als "Funkleitung" zu Gott beten soll. Wir können direkt zu Gott beten weil er allmächtig ist und alles sind Menschen auch der Papst.

  • Toni am 11.02.2013 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    @dd

    Ob es zu recht ist, ist allein deine Meinung. Glaube hat nicht im Geringsten etwas mit Kirche zu tun. Und es ist sowieso klar, dass in einer Welt, in der nur noch Macht, Geld und Sex zählen, Selbstverwirklung zum höchsten aller Gebote geworden ist und jeder zunehmends egoistischer wird, die Bibel an Stellenwert verliert. Und falls du die Bibel kennen würdest, was du ziemlich sicher aber nicht tust, würdest du wissen, dass die Bibel sagt, dass dies genau so kommen muss ;) Mfg

  • D.A am 11.02.2013 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überschüssig...

    20 Minuten, berichtet nur über den Rücktritt des Papstes.... Es gibt etliche Infos bezüglich der Armut usw... Meiner Meinung nach, finde ich das übertrieben... Und dann noch "Auch der neue Papst wird gegen Kondome sein" Gerade gegen "Kondome", zu überflüssig und lächerlich...