Explosion vor US-Botschaft

01. Februar 2013 17:47; Akt: 01.02.2013 17:51 Print

Linksradikale stecken hinter Anschlag in Ankara

Der Selbstmordattentäter, der sich vor der US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt in die Luft gesprengt hat, soll aus linksradikalen Kreisen stammen. Zwei Menschen wurden getötet, zwei weitere verletzt.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?
Fehler beheben!
Senden

Der Selbstmordanschlag mit zwei Toten in der türkischen Hauptstadt Ankara ist Medien zufolge von einem Mitglied einer verbotenen linksradikalen Gruppe verübt worden. Dies sagte Innenminister Muammer Güler am Freitag laut einem Bericht auf der Website der türkischen Zeitung «Hürriyet».

Bei dem Anschlag auf dem Gelände der US-Botschaft starb neben dem Attentäter demnach auch ein 36 Jahre alter Sicherheitsmann. Eine Frau, die wegen eines Visaantrages vor Ort war, sei bei der Detonation schwer verletzt worden. Laut einem Bericht des Nachrichtensenders CNN zündete der Selbstmordattentäter die Bombe, als er die Sicherheitskontrolle passierte.

Die Diplomaten auf dem Gelände sollen sich zeitweise in Schutzräume zurückgezogen haben. Die US-Regierung bestätigte den Anschlag in Ankara ebenfalls und verurteilte die Tat.

Der Fernsehsender CNN-Türk berichtete, der Sprengsatz sei während der Überprüfung eines Besuchers im Eingangsbereich der Visumsstelle an einem Seiteneingang der Botschaft explodiert. Fernsehbilder zeigten Rauch über dem Gebäudekomplex sowie eine durch die Explosion beschädigte Wand eines an die Strasse grenzenden Gebäudes, in dem Wachpersonal arbeitet.

Hintergrund der Tat unklar

Ersten Ermittlungen zufolge war der Attentäter bis in eine Sicherheitsschleuse gelangt, wo Wachleute Besucher überprüfen und ihr Gepäck durchleuchten. Im Hauptgebäude der Botschaft habe es keine Schäden gegeben.

Die türkischen Behörden schickten zahlreiche Rettungswagen und Feuerwehrleute zu dem Tatort. Die Polizei hatte auch einen Helikopter im Einsatz.

Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Die Polizei sperrte das Gelände weiträumig ab. Den Berichten zufolge befürchteten die Behörden, dass ein möglicher zweiter Anschlag verübt werden könnte. Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan erklärte, er werde über die Entwicklung informiert.

Medienberichten zufolge hatten US-Vertreter in Ankara bereits mehrmals mit den türkischen Behörden über mögliche Sicherheitsrisiken für die Botschaft gesprochen, die wie andere Vertretungen im Zentrum der türkischen Hauptstadt liegt. Demnach wurde unter anderem über einen Neubau der US-Botschaft ausserhalb der Stadt gesprochen.

Proteste wegen Patriot-Raketen

Die USA, Deutschland und die Niederlande hatten kürzlich auf Bitten des NATO-Partners Türkei Patriot-Abwehrbatterien in der Türkei stationiert. Diese sollen vor möglichen Angriffen aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien schützen. Gegen die Stationierung hatte es in der Türkei Proteste gegeben.

Scohn in der Vergangenheit haben in der Türkei nebst linksradikale Gruppen, auch islamistische Terroristen sowie kurdische Extremisten und Nationalisten Anschläge verübt.

Im Jahr 2003 hatten Al-Kaida-Anhänger Selbstmordanschläge auf das britische Generalkonsulat und die Niederlassung der britischen HSBC-Bank in Istanbul verübt. Zu der Terrorwelle, bei der mehr als 60 Menschen starben, gehörten auch Autobombenanschläge auf zwei Synagogen.

Im Grossformat auf dem Videoportal Videoportal

Der TV-Player benötigt einen aktuellen Adobe Flash Player: Flash herunterladen


Bilder von der US-Botschaft kurz nach dem Anschlag:


(Quelle: YouTube/hertelden haber)

(kub/sda)