Missbrauchsskandal

12. November 2012 09:55; Akt: 12.11.2012 12:48 Print

Weitere BBC-Newschefs nehmen den Hut

Nach dem Rücktritt des BBC-Direktors George Entwistle lassen die Nachrichtenchefin des britischen Senders sowie deren Stellvertreter ihre Ämter ruhen.

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Die Krise beim britischen Radio- und TV- Sender BBC zieht weitere Kreise: Nach dem Rücktritt von Generaldirektor George Entwistle lassen die Nachrichtenchefin des britischen Senders sowie deren Stellvertreter ihre Ämter ruhen.
Das teilte der BBC-Medienkorrespondent Torin Douglas am Montag in London mit. Nachrichtenchefin Helen Boaden und ihr Stellvertreter Steve Mitchell hätten ihre Aufgaben bis auf Weiteres an Kollegen übertragen.

Beide seien angesichts laufender Untersuchungen zur Zurückhaltung von Informationen im Fall des verstorbenen BBC-Starmoderators Jimmy Savile, der hunderte Kinder missbraucht haben soll, zum Rücktritt aufgefordert worden.

Kindsmissbrauch vorgeworfen

Der Sendung «Newsnight» wird vorgeworfen, entsprechende Hinweise auf Savile zurückgehalten zu haben. Die BBC hatte im Oktober einräumen müssen, dass Savile Kinder missbraucht hatte. Savile ist vergangenes Jahr gestorben, war aber offensichtlich bis nach seinem Tod durch die BBC gedeckt worden.

Am Samstagabend war bereits BBC-Chef George Entwistle zurückgetreten. Auslöser dafür war ein unzutreffender Bericht über einen anderen Missbrauchsskandal. Der Sender hatte Anfang November eine Sendung ausgestrahlt, in der ein Politiker der britischen Konservativen fälschlicherweise des Kindesmissbrauchs in einem Kinderheim beschuldigt wurde.

Entwistle war erst vor acht Wochen zum Generaldirektor der BBC ernannt worden. Der Chef des BBC-Weltdienstes, Tim Davie, übernimmt nun die Leitung des Senders, bis ein Nachfolger für Entwistle gefunden ist.

(sda)