Augenzeugen in Barcelona

17. August 2017 22:45; Akt: 18.08.2017 13:11 Print

«Der Van kam 20 Meter vor uns zum Stehen»

Nach dem Terroranschlag in Barcelona herrschte zunächst Chaos. Schweizer Augenzeugen berichten.

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Zehntausende nahmen an einem Marsch gegen Terrorismus in Barcelona teil. König Felipe VI (Mitte) steht zwischen dem Premierminister Mariano Rajoy (links) und dem Präsidenten Kataloniens, Carles Puigdemont (rechts). (26. August 2017) Menschen haben Einsatzfahrzeuge der Polizei mit Blumen zugedeckt. Auf dem Plakat steht «Recht und Friede». (26. August 2017) Polizisten zünden in Cambrils Kerzen für die Opfer an. (25. August 2017) Wieder auf freiem Fuss: Polizisten führen Salah El Karib ins Gericht. (22. August 2017) Ein Richter hat die Ausschaffung von Imam Abdelbaki Es Satty im März 2015 gestoppt, erklärten die Behörden am Mittwoch: Ein Bild des Kopf der Terrorzelle von Katalonien. Bild: Twitter Anhörung in Madrid: Neben dem 34-Jährigen müssen sich Mohamed Houli Chemlal ... ... und Driss Oukabir vor dem Richter verantworten. Die spanische Polizei hat im Versteck der Terrorzelle von Katalonien einen echten Sprengstoffgürtel gefunden: Die Ermittler in Katalonien arbeiten auf Hochtouren. (22. August 2017) Die Terrorzelle hatte eigentlich einen noch grösseren Anschlag mit Sprengstoff geplant – unter anderem wollten die Jihadisten die Sagrada Família in die Luft sprengen, wie einer der Jihadisten vor Gericht aussagte: Ein Polizist vor der Basilika Sagrada Família in Barcelona. (20. August 2017) Das Tatortfahrzeug von Cambrils war vor dem Anschlag im Raum Paris geblitzt worden: Der schwarze Audi, mit dem die Angreifer auf der Strandpromenade von Cambrils Menschen überfuhren – eine Frau erlag später ihren Verletzungen, fünf weitere Personen wurden verletzt. Die fünf Angreifer wurden von der Polizei erschossen. (18. August 2017) Ramblas-Fahrer erschossen: Polizeieinsatz in Subirats, einem westlichen Vorort Barcelona. (21. August 2017) Im Weinberg Ventura Soler wurde der 22-jährige Younes Abouyaaqoub getötet. Polizisten bewachen in Subirats einen Strassenabschnitt. Sprengstoffspezialisten kommen zum Einsatz. Wenige Sekunden nach dem Anschlag: Aufnahmen einer Überwachungskamera bei der Markthalle «La Boqueria» sollen angeblich den Hauptverdächtigen zeigen. Nach Younes Abouyaaqoub wird in ganz Europa gesucht. Der 22-jährige Marokkaner hat den Lieferwagen in Barcelona gelenkt, wie die Ermittler bestätigen. Der Fahrer des Anschlagsfahrzeugs könnte nach Frankreich geflüchtet sein: Die Polizei kontrolliert Grenzübergänge. (20. August 20017) Der in Marokko geborene 22-jährige Younes Abouyaaqoub wird gesucht. (20. August 20017) Die spanische Polizei kontrolliert Fahrzeuge an der Grenze zu Frankreich. (20. August 20017) Die spanische Polizei kontrolliert Fahrzeuge an der Grenze zu Frankreich. (20. August 20017) Die spanische Polizei kontrolliert Fahrzeuge an der Grenze zu Frankreich. (20. August 20017) Polizei hat Anschlagspläne durchkreuzt: Eine Polizistin in Alcanar vor Dutzenden Gasflaschen. In der Basilika Sagrada Familia in Barcelona haben Hunderte Menschen der Opfer der Terroranschläge gedacht. An der Messe am Sonntag in dem weltberühmten Gotteshaus nahmen auch das spanische Königspaar Felipe VI. und Letizia teil. (20. August 2017) Antwort auf den Terror: Familienangehörige der mutmasslichen Terroristen gehen in Ripoll auf die Strasse. (19. August 2017) «Nicht in meinem Namen»: Eine Frau hält in Ripoll ein Plakat in die Luft um zu zeigen, dass sie sich von Terror distanziert. (19. August 2017) Der spanische Innenminister Ignacio Zoido sagte nach einer Sitzung mit Experten, man könne «praktisch sagen», dass die Terrorzelle hinter den Anschlägen in Barcelona und Cambrils «total zerschlagen» sei. Die katalanische Polizei widersprach ihm postwendend. (Symbolbild) Hier soll der Imam Abdelbaki Es Satty gewohnt haben: Nach den Anschlägen von Barcelona und Cambrils hat die Polizei die Wohnung in Ripoll durchsucht. (19. August 2017) Flaggen wehen auf Halbmast: Der Palacio de Cibeles in Madrid. (18. August 2017) Am Freitagabend leuchtete die Fassade des Gebäudes, das Sitz der Stadtverwaltung Madrids ist, in den Farben der Flaggen Barcelonas. (18. August 2017) Im Zentrum Madrids haben die Behörden Zufahrten zu Fussgängerzonen mit Blumenkisten aus Beton blockieren lassen. Bewaffnete Polizisten bewachen die Las Ramblas (19. August 2017) Am Samstag waren noch 54 Verletzte hospitalisiert, zwölf von ihnen befinden sich in kritischem Zustand: Die Königsfamilie besuchte Opfer der Anschläge in verschiedenen Spitälern – im Bild spricht Prinzessin Letizia mit einem Verletzten in Barcelona. (19. August 2017) Grossfahndung: Katalanische Polizisten führen einen Verdächtigen in Handschellen ab. Ort des tödlichen Anschlags: Menschen versammeln sich am Abend um eine Gedenkstätte auf der Ramblas. (18. August 2017) Am Tag nach dem Anschlag: Eine Polizistin steht auf der Ramblas in Barcelona. (18. August 2017) Die Trümmer eines Hauses in Alcanar, einem Ort rund 200 Kilometer südlich von Barcelona. Hier hatte sich in der Nacht auf Donnerstag eine Explosion ereignet. Die Polizei berichtete von einem Zusammenhang mit dem Terroranschlag in Barcelona. Tausende Menschen versammelten sich um 12 Uhr auf der Placa de Catalunya, wo die tödliche Attacke am Vorabend ihren Anfang nahm, um der Opfer zu gedenken. (18. August 2017) Tatort Cambrils: Die Angreifer rasten auf der Strandpromenade in die Menge, bevor sie von Sicherheitskräften gestoppt wurden. Der Tag danach: Die mediale Aufarbeitung der Attacke in Barcelona beginnt. (18. August 2017) Der Bruder des Verhafteten: Die spanische Polizei sucht nach Mussa Oukabir, der Bruder des in Ripoll verhafteten Driss Oukabir. (Quelle: Facebook) Die Polizei gab dieses Fahndungsfoto von Driss Oukabir heraus. Am Abend wurde aber bekannt, dass er sich bei der Polizei gemeldet haben soll. Angeblich sei ihm der Ausweis gestohlen worden. Das Fahrzeug, welches in Barcelona 13 Menschen getötet hat, wird abtransportiert. (18. August 2017) Sieben Verletzte, darunter ein Polizist: Sicherheitskräfte sperren in Cambrils eine Strasse ab. (18. August 2017) Spanische Polizisten durchsuchen in Cambrils ein Auto. (18. August 2017) Beschädigter Lieferwagen im Hintergrund: Grosses Polizeiaufgebot auf den Ramblas nach dem Anschlag. (17. August 2017) «Gespenstisch ruhig»: Die Ramblas am Abend nach dem Anschlag. Politiker und Spitzensportler haben auf den Terroranschlag in Barcelona reagiert: Die britische Premierministerin Theresa May spricht von einem «sinnlosen Verlust von Menschenleben.» (Archivbild) Die Betroffenheit ist überall gross. Die Polizei sichert die Gegend ab. Bei der Evakuierung einer Burger-King-Filiale bittet die Polizei die Gäste, das Lokal mit erhobenen Händen zu verlassen. Familien flüchten vom Anschlagsort. Verletzte werden vor Ort versorgt. Passanten helfen einer verletzten Person auf der Ramblas. Eine verletzte Person wird von Passanten und Einsatzkräften der Polizei getragen. Schwerbewaffnete Polizeieinheiten suchen nach dem Verdächtigen: Nach spanischem Gesetz müssen ihre Gesichter verpixelt werden. Um Verletzte sorgen sich die Einsatzkräfte vor Ort. Passanten flüchten nach dem Vorfall. Eine Person wird von Rettungskräften aus dem Einkaufshaus «El Corte Inglés» getragen. (17. August 2017) Der Fahrer des Lieferwagens soll noch flüchtig sein: Auf Twitter verbreiteten sich schnell Bilder von Augenzeugen des Vorfalls. Polizei und Sanität auf dem abgesperrten Boulevard Las Ramblas. Nachdem ein weisser Lieferwagen in Passanten gerast ist, wird der Bereich abgesperrt. Polizisten sind auch in Zivil unterwegs. Naheliegende U-Bahn-Stationen und andere öffentliche Verkehrsmittel seien geschlossen worden.

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Ein Leser, der mit einem Freund für einen Kurzurlaub in Barcelona ist, hat das Geschehen auf der Rambla hautnah miterlebt. «Wir waren auf dem Weg vom Strand ins Hotel. Der Lieferwagen kam 20 Meter vor uns zum Stehen. Extreme Panik und Angst war ausgebrochen», beschreibt er die Szene.

Die beiden seien danach in einen Souvenirshop geflüchtet. Als sie realisierten, was geschehen ist, seien sie zum Hotel gerannt. Die Strassen seien voll von Polizisten und Helikopter im Einsatz gewesen. «Ich hätte mit allem gerechnet, aber nicht, dass ich jemals so etwas erlebe», so der Augenzeuge.

«Ich packte meine Freundin am Arm»

Ein weiterer Leser aus Liechtenstein befand sich zur Tatzeit mit seiner Freundin im Einkaufszentrum El Corte Inglés, das sich unweit der Rambla befindet. «Wir waren gerade an der Kasse, als plötzlich eine Welle von Menschen hineinstürmte», schildert er. «Als die ersten Personen herein kamen, schreiend, weinend und so panisch rannten, wie wir es noch nie gesehen haben, wussten wir, dass es sich um etwas sehr Schlimmes handeln musste.»

Er habe seine Freundin am Arm gepackt und sie hinter ein Regal gezogen. Innert weniger Minuten seien alle Eingänge des Einkaufszentrums geschlossen worden. Nach rund einer halben Stunde hätten sie dann das Gebäude durch eine Seitentüre verlassen können, die Polizei habe die Leute gebeten, ihnen in Richtung eines Parks zu folgen. «In den Gesichtern sieht man Trauer, Schock und Unfassbarkeit», beschreibt er die Stimmung.

«Es hat ein riesiges Chaos geherrscht»

Der 20-jährige Silvan K. aus Frauenfeld befindet sich ebenfalls in Barcelona in den Ferien. Zum Zeitpunkt des Anschlags am Donnerstagnachmitag sei er gerade unterwegs zum Food Market an der Rambla gewesen. Auf einmal seien Dutzende Polizisten an ihm vorbei gerannt. Auf der Hauptstrasse seien etliche Polizeiautos, Krankenwagen und bewaffnete Polizisten im Einsatz gewesen. «Es hat ein riesiges Chaos geherrscht», sagte Silvan K. gegenüber 20 Minuten.

Fliehende Passanten seien in die umliegenden Souvenirshops und andere Läden geflüchtet, die danach ihre Türen und Tore geschlossen hätten. Auch Silvan K. sei in einen Laden gegangen, der dann abgeriegelt wurde. Nach ungefähr zehn Minuten seien die Tore wieder geöffnet worden. Danach habe er zurück ins Hotel gehen können.

Bereits Anschläge in London erlebt

Silvan K. arbeitet in London und hat bereits zwei Anschläge in der britischen Hauptstadt aus der Nähe erlebt. Dort sei die Stimmung ruhiger gewesen als in Barcelona. «Alles wirkt sehr angespannt hier», sagt er.

Eine Schweizerin vor Ort berichtet gegenüber 20 Minuten: «Ich war in der Nähe, da kamen mir plötzlich Menschen entgegen gerannt. Sieht übel aus, die Stimmung auf der Strasse ist schlimm.»

Eine weitere Augenzeugin beschrieb die Stimmung gegenüber 20 Minutenso: «Ganz Barcelona ist zu Hause, die Strassen sind leer, es ist gespenstisch ruhig.»

(chi/kaf/kf)