Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Grillo vs Berlusconi
13. Dezember 2012 19:11; Akt: 13.12.2012 19:11 Print
«Jetzt kommt wieder dieser Psycho-Zwerg»
von F. Suessli - Jeder 5. Italiener will seine Stimme der Protestbewegung um Beppe Grillo geben. Im Interview beleidigt der Komiker Berlusconi und schwärmt von der Schweiz.
(Bild: Keystone/AP/Pier Paolo Cito)
Beppe Grillo, die Regierung Monti ist zu Fall gekommen. Wie ist die Lage in Italien?
Es ist wie ein Delirium, die Leute sind quasi mental bankrott. Monti hinterlässt das Land in einem schlechteren Zustand, als es bei seinem Antritt war. Und jetzt kommt wieder der Psychozwerg.
Beppe Grillo (64) ist das Enfant Terrible der italienischen Politik: Seine Bewegung Cinque Stelle (Fünf Sterne) ist Sammelbecken für all jene Italiener, die von den bisherigen Politikern die Nase voll haben. Ende Oktober wurde sie in Sizilien stärkste Partei. Wahlforscher rechnen damit, dass sie bei den Parlamentswahlen im Frühling 20 bis 25 Prozent holen könnte. Politisch ist Grillo, der als Komiker und Schauspieler bekannt wurde, kaum zu fassen.
Silvio Berlusconi?
Genau. Obwohl er praktisch schon tot ist, trägt er ein bisschen Schminke auf und kommt ins Leben zurück. Jetzt kämpft er weiter gegen zu hohe Steuern. Und die Leute sind unzufrieden - deshalb wird ein Teil von ihnen Berlusconi wieder wählen.
Nach Umfragen ist Ihre Partei die zweitgrösste in Italien. Wer ist euer Kandidat für das Amt des Premiers?
Wir haben keinen. Wir haben auch keinen Leader, wir sind nur das Volk. Wir werden die politische Lücke, die in Griechenland oder Frankreich von Rechtsradikalen besetzt ist, mit normalen Menschen füllen: Studenten, Hausfrauen, Ärzte, Ingenieuren. Dank uns werden das erste Mal Personen mit einem normalen Lohn und ohne Vorstrafen im Parlament sitzen.
Was würde Ihre Partei in den ersten zehn Tagen in der Regierung tun?
Als erstes würden wir alle Finanzhilfen an die Parteien streichen, Steueruntersuchungen bei alle Parlamentariern durchführen und ihnen nur noch einen normalen Lohn auszahlen sowie ihre Renten streichen.
Wie stehen Sie zur Schweiz?
Wir müssen von den Schweizern kopieren, so viel wir können, obwohl wir Italiener sind. Wir wollen dem Volk die Instrumente geben, die es bei euch schon seit hundert Jahren hat. Dann wäre es nicht mehr wichtig, wer in der Regierung sitzt.

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt















