Syrien

14. April 2017 07:09; Akt: 14.04.2017 15:59 Print

Russland und Iran warnen USA vor neuen Angriffen

Nach dem US-Angriff auf eine syrische Militärbasis hat der russische Aussenminister die Haltung Moskaus mit seinen Verbündeten abgestimmt.

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Russland, Syrien und der Iran haben die USA vor neuen Angriffen auf Syrien gewarnt. Der russische Aussenminister Sergej Lawrow verurteilte den US-Angriff in der vergangenen Woche und erklärte, jegliche weitere Schritte dieser Art würden «ernste Konsequenzen nicht nur für die regionale, sondern auch die globale Sicherheit» beinhalten. Lawrow war Gastgeber eines trilateralen Treffens mit seinen iranischen und syrischen Amtskollegen heute in Moskau.

Die USA haben die syrische Regierung für einen mutmasslichen Chemimewaffenangriff verantwortlich gemacht, bei dem über 80 Menschen ums Leben kamen und als Reaktion darauf einen syrischen Luftwaffenstützpunkt angegriffen. Nach Angaben Russlands wurden die Opfer durch Giftstoffe getötet, die von einem Rebellen-Chemiestoffarsenal freigegeben wurden. Das Land forderte eine internationale Untersuchung. Der syrische Aussenminister Walid al-Muallim lud internationale Inspektoren ein, den Stützpunkt zu besuchen, der nach Angaben Washingtons bei dem mutmasslichen Chemiewaffenangriff eine Rolle spielte.

Syrien zu Zusammenarbeit mit OPCW bereit

Zur Klärung des mutmasslichen Giftgaseinsatzes hat die Regierung in Damaskus der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) ihre Unterstützung zugesagt.

«Wir werden alles fördern, was zum Erfolg führt, einen objektiven Bericht zu ermöglichen», sagte der syrische Aussenminister Walid al-Muallem der Agentur Interfax zufolge heute in Moskau.

Evakuierung von vier Städten hat begonnen

Nach mehrfacher Verzögerung hat die zwischen Regierung und Rebellen vereinbarte Evakuierung von vier belagerten Städten in Syrien begonnen. Wie ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP aus al-Raschidin westlich von Aleppo berichtete, trafen dort heute mindestens 80 Busse aus den von Aufständischen umzingelten Städten Fua und Kafraja in der Provinz Idlib ein.

Aus den Reihen der Rebellen bestätigte eine Quelle in Idlib, die «Umsetzung der Vereinbarung hat diesen Morgen begonnen». Auch die oppositionsnahe syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Informationen. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen.

Wer will, darf bleiben

Nach der unter Vermittlung von Katar und dem Iran zustande gekommenen Vereinbarung sollen insgesamt mehr als 30'000 Menschen aus den von Rebellen belagerten Städten Fua und Kafraja sowie aus den von Regierungstruppen umzingelten Städten Madaja und Sabadani gebracht werden.

Alle 16'000 Bewohner von Fua und Kafraja sollen nach Aleppo, Damaskus oder in die Provinz Latakia gehen. Zivilisten aus den Rebellen-Hochburgen Madaja und Sabadani sollen Berichten zufolge auf eigenen Wunsch bleiben dürfen. Die bewaffneten Aufständischen sollen die Städte in Richtung der Provinz Idlib verlassen. Durch die jahrelange Belagerung gab es in den vier Städten kaum Lebensmittel und medizinische Versorgung.

Bereits am Mittwoch waren als erster Teil der Vereinbarung mehrere Gefangene ausgetauscht worden. Katar unterstützt im syrischen Bürgerkrieg die Rebellen, der Iran die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad.

(chk/nag/sda)