Kandidatur «überdenken»

29. November 2011 23:43; Akt: 30.11.2011 10:03 Print

Der «Pizza-Mann» wankt gewaltigDer «Pizza-Mann» wankt gewaltig

Die neuesten Sex-Vorwürfe und öffentlichen Aussetzer haben dem republikanischen Präsidentschaftsanwärter Herman Cain zugesetzt. Ein Rückzug seiner Kandidatur zeichnet sich ab.

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: Der frühere Sprecher des Repräsentantenhauses hat bislang eine Achterbahnfahrt erlebt. Mit dem Sieg bei der Vorwahl in South Carolina war er zuletzt ganz oben. Unklar ist, wie lange dies so bleibt, denn Gingrich schleppt viel Ballast mit sich herum. : Der Ex-Gouverneur von Massachusetts und Multimillionär gilt als mehrheitsfähig. Doch viele Konservative tun sich schwer mit dem Mormonen, sie halten ihn für zu glatt und abgehoben. Nach gutem Start in die Vorwahlen ist er zuletzt in Rücklage geraten. Der 53-jährige Italoamerikaner sass zwölf Jahre für den Bundesstaat Pennsylvania im Senat, ehe er 2006 abgewählt wurde. Er politisiert am rechten Rand der Partei. Lange war er ein krasser Aussenseiter, doch in Iowa gewann er knapp gegen Romney. : Der Texaner hat mit seinen libertären, staatskritischen Ansichten eine grosse Fangemeinde erobert. Diese hat ihm bei den bisherigen Vorwahlen zu teilweise guten Resultaten verworfen. Eine Chance auf die Nomination hat er trotzdem nicht. Der Gouverneur von Texas stieg im August ins Rennen ein und erreichte in den Umfragen sofort Spitzenwerte. Doch nach einigen Patzern stürzte er immer tiefer ab. Nach schwachen Ergebnissen in Iowa und New Hampshire stieg er aus dem Rennen aus. : Er war Gouverneur von Utah, US-Botschafter in China und ist bekennender Mormone, wie Mitt Romney. Huntsman wollte sich als moderate Alternative zu diesem anbieten, doch wirklich durchsetzen konnte er sich nie. Am 16. Januar warf er das Handtuch. Die Kongressabgeordnete aus Minnesota hat fünf eigene und 23 Pflegekinder. Sie ist eine Favoritin der Tea-Party-Bewegung und berüchtigt für ihr loses Mundwerk. Nachdem sie bei der Vorwahl in ihrem Geburtsstaat Iowa nur den letzten Platz belegte, gab sie ihre Bemühungen auf. Der ehemalige Chef einer Pizza-Kette inszeniert sich als Anti-Politiker und kommt damit vor allem bei der Tea-Party-Bewegung an. Vorwürfe wegen sexueller Belästigung und peinliche Patzer haben ihm jedoch geschadet - so sehr, dass er am 3. Dezember 2011 seine Kandidatur vorläufig auf Eis gelegt hat. Mit seiner zupackenden Art hat er sich als Gouverneur von New Jersey schnell Respekt verschafft. Für viele Republikaner ist er ein Hoffnungsträger, doch am 4. Oktober 2011 stellte Christie ein für allemal klar, dass er nicht kandidieren wird. : Die ehemalige Gouverneurin von Alaska erhält viel Aufmerksamkeit, doch ob sie in der Lage wäre, gegen Barack Obama zu gewinnen, haben viele bezweifelt. Am 5. Oktober 2011 hat sie ihren Verzicht auf eine Kandidatur bekanntgegeben. Der Bruder von George W. Bush (l.) hat sich als früherer Gouverneur von Florida Respekt verschafft. Einen weiteren Bush im Weissen Haus will er den Amerikanern aber offensichtlich nicht zumuten. «Ich kandidiere nicht», hielt er in einer Mitteilung fest. Der Kongressabgeordnete von Wisconsin hat den radikalen Budget-Sparplan der Republikaner entworfen. Das macht ihn für viele in der Partei zu einem möglichen Kandidaten, doch Ryan will davon bislang nichts wissen. Der populäre Gouverneur von Indiana und Budgetdirektor in der Regierung von George W. Bush galt als Favorit der Parteiführung. Am 22. Mai 2011 erklärte er jedoch aus Rücksicht auf seine Familie den Verzicht auf eine Kandidatur. : Dem ehemaligen Gouverneur von Arkansas gelang 2008 zum Auftakt der Vorwahlen ein Überraschungssieg. Dieses Mal hat der Baptistenprediger frühzeitig das Handtuch geworfen. : Der Gouverneur von Minnesota hat versucht, sich als solider Konservativer zu profilieren. Allerdings fehlt es ihm an Charisma. Im Juli stieg er als erster Kandidat aus dem Rennen aus. Der New Yorker Immobilienmogul sorgte mit markigen Sprüchen für Furore und erklomm in den Umfragen kurzzeitig den Spitzenplatz. Dann krebste er zurück: Seine vermeintliche Präsidentschaftskandidatur war wohl nur ein Werbegag für seine TV-Show «The Celebrity Apprentice».

Obamas mögliche Herausforderer.

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Nicht weniger als vier Frauen werfen dem «Pizza-Mann» Herman Cain vor, sie im Laufe der Jahre sexuell belästigt zu haben. Als Chef des nationalen Gaststättenverbandes habe er beispielsweise seine Macht ausgenutzt, um Frauen zum Geschlechtsverkehr zu zwingen, behauptete zuletzt die ehemalige Angestellte Sharon Bialek.

Zudem soll Cain, dies der neuste Vorwurf, über Jahre hinweg eine aussereheliche Affäre gehabt haben. Seine «Bekanntschaft» Ginger White plauderte dies beim Fernsehsender FOX News aus. Zwar dementierte Cain umgehend – die Dame sei lediglich eine Freundin –, doch könnte ihm dieses letzte Bekenntnis nun definitiv das politische Genick brechen.

«Erst einmal die Lage überdenken»

Herman Cain will angesichts der schwierigen Situation seine Kandidatur überdenken. Seinen über 90 Wahlkampfhelfern sagte er am Dienstag an einer Sitzung, er werde in den nächsten Tagen entscheiden, ob er die Kampagne weiterführen will. Die jüngsten Affären hätten ein schlechtes Licht auf seine Kandidatur geworfen, sagte Cain laut einem Bericht des Des Moines Register.

«Wenn eine Entscheidung gefällt wird, seid ihr die Ersten, die es erfahren», sagte Cain demnach. «Jetzt nach diesem neusten Vorwurf müssen wir erst einmal die Lage überdenken, ob dies nicht zu sehr in den Köpfen der Leute hängen bleibt und sie uns danach noch unterstützen.» Dann habe er erneut gegenüber den Angestellten seine Unschuld beteuert.

Sprecher dementiert

Ob dies nun aber das Aus für Herman Cain bedeutet, ist noch unklar. Sein Sprecher liess postwendend verlauten, Cain wolle weitermachen. Er wolle nur seinen Standort neu bestimmen, wie dies schon ein paar Mal geschehen sei. Danach wolle Cain «mit voller Geschwindigkeit vorwärtsgehen».

Die Strategen der Republikaner haben ihr Urteil aber bereits gefällt. Ed Rollins findet gegenüber der Huffington Post klare Worte: «Cain ist irrelevant. Je schneller er geht, desto besser ist es für ihn und für uns. Es ist ausgeschlossen, dass Herman Cain unser Nominierter sein wird.»

Nicht zuletzt leidet auch Cains Fundraising unter dem schlechten Image. Geld ist in den letzten Wochen nur wenig in seine Kriegskasse geflossen. Zudem dürfte die Stimmung in seiner Familie stark unter den Anschuldigungen gelitten haben. Trotzdem will er seine heutige Wahlkampfrede im Bundesstaat Michigan halten. Es wird sich zeigen, ob es die letzte sein wird.


Cains angebliche Affäre Ginger White im Interview

(aeg)

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  • Alain am 30.11.2011 11:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ron Paul wird verschwiegen

    Obschon Ron Paul ein Top-Kandidat ist, wird er ihn in den Schweizer Medien total ignoriert. Man wird den Verdacht nicht los , dass die gleichgeschalteten Schweizer Medien auf Befehl von Oben so handeln müssen. Die Journalisten versagen leider total, uns aufrichtig und neutral zu informieren.

  • Raul Pon am 30.11.2011 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Hoffnung für Amerika

    zum Glück gibts noch Ron Paul!

  • Blu am 30.11.2011 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bla

    Keiner sieht aus wie ein Präsident xD