Ri Yong Ho in New York

23. September 2017 20:19; Akt: 24.09.2017 12:39 Print

«Trump befindet sich auf Selbstmordmission»

Der Konflikt eskaliert weiter: Die USA schicken Kampfflugzeuge vor die nordkoreanische Küste, und Nordkoreas Aussenminister schimpft vor der UNO über Trump.

Trump sei ein grössenwahnsinniger Lügenkönig: Nordkoreas Aussenminister Ri Yong Ho vor der UNO. Video: Tamedia/AFP
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Der nordkoreanische Aussenminister Ri Yong Ho stellte einen Raketenangriff seines Landes auf das US-Festland als unvermeidbar dar. Die Beleidigung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un als «Raketenmann» durch US-Präsident Donald Trump mache «den Besuch unserer Rakete auf dem gesamten US-Festland umso unausweichlicher», sagte Ri am Samstag bei den Vereinten Nationen in New York.

Trump sei «ein psychisch gestörter Mensch, ein «Lügenkönig» voll von Grössenwahn und Selbstgefälligkeit», der seinen Finger auf dem «Atomknopf» habe und «heutzutage die grösste Bedrohung für den Frieden und die Sicherheit der Welt» darstelle, sagte Ri. «Kein anderer als Trump selbst befindet sich auf einer Selbstmordmission.» Sollten unschuldige Amerikaner «wegen dieses Selbstmordanschlags» getötet werden, «wird Trump vollständig dafür verantwortlich gemacht», sagte Ri bei seiner Rede bei dem jährlichen Ministertreffen der UN-Vollversammlung.

Trump reagierte daraufhin auf Twitter und meinte: «Ich habe gerade Nordkoreas Aussenminister bei der UNO reden gehört. Wenn er das wiedergibt, was der kleine Raketenmann denkt, dann wird es die bald nicht mehr geben.»

Zudem schickten die USA mehrere B-1B-Bomber aus Guam und Kampfjets in den internationalen Luftraum östlich von Nordkorea. Die Bomber sind nicht länger Teil der nuklearen Streitkräfte der USA, sie können jedoch eine grosse Anzahl normaler Bomben abwerfen.

Es sei das erste Mal in diesem Jahrhundert, dass amerikanische Kampfflugzeuge oder Bomber so weit nördlich der entmilitarisierten Zone vor der nordkoreanischen Küste geflogen seien, teilte das Pentagon mit. Das unterstreiche, wie ernst die USA das «verwegene Verhalten» Pyongyangs nähmen.

Nordkoreanische Rakete fliegt über Japan

«Die Mission ist eine Demonstration amerikanischer Entschlossenheit und eine klare Botschaft, dass der Präsident (Donald Trump) viele militärische Optionen hat, jeder Bedrohung zu begegnen», hiess es weiter. «Wir sind bereit, die volle Bandbreite militärischer Fähigkeiten zu benutzen, um unser Heimatland und unsere Verbündeten zu schützen.»

«Tod den amerikanischen Imperialisten»

Unterdessen hielt Nordkorea eine Anti-USA-Kundgebung in Pyongyang ab. Ranghohe Regierungsmitglieder sprachen vor einer grossen Menschenansammlung auf dem Kim-Il-Sung-Platz, der nach dem Grossvater des derzeitigen Machthabers Kim Jong-un benannt ist.

Das Publikum soll unter anderem Schilder mit der Aufschrift «Tod den amerikanischen Imperialisten» nach oben gehalten haben, wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete. Bei den Menschen soll es sich um Arbeiter, Studenten und Regierungsvertreter gehandelt haben. Nach KCNA-Angaben riefen sie nach einer «totalen Zerstörung». Ob Machthaber Kim bei der Kundgebung anwesend war, wurde zunächst nicht mitgeteilt. Der verbale Schlagabtausch zwischen ihm und US-Präsident Donald Trump spitzt sich derzeit immer weiter zu.

(kfi/sda/afp)