20. Mai 2008 06:18; Akt: 20.05.2008 10:39 Print

Forschung an Mischwesen zwischen Mensch und TierForschung an Mischwesen zwischen Mensch und Tier

Chimären sind Mischwesen aus Mensch und Tier. In Grossbritannien dürfen jetzt nach einer heftigen Kontroverse im Parlament Misch-Embryonen aus beiderlei Eizellen für die Forschung geschaffen werden.

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Das Unterhaus sprach sich klar gegen ein Verbot aus. Das Unterhaus stimmte am Montagabend mit 336 zu 176 Stimmen gegen einen Antrag, generell die Produktion von solchen Chimären zu verbieten.

Umfrage
In Grossbritannien können Embryonen aus menschlichem Erbgut und Eizellen von Tieren geschaffen werden. Soll das in der Schweiz auch erlaubt sein?
29 %
71 %

Dem Votum war eine heftige Kontroverse vorausgegangen. Kritiker sprachen von «monströsen» Auswüchsen der Stammzellenforschung und einem Herumpfuschen an der Natur. Kritiker fürchten, solche Embryos könnten letztlich zur gezielten genetischen Modifikationen und «Designer-Babies» führen.

Befürworter hoffen, damit Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson besser behandeln und vielfach Leben retten zu können. Dem Gesetzesentwurf zufolge müssen die Chimären-Embryonen nach spätestens zwei Wochen zerstört werden und dürfen nicht in die Gebärmutter einer Frau eingepflanzt werden.

Keine Parteilinie

Premierminister Gordon Brown, dessen zweijähriger Sohn an Mukoviszidose leidet, ist ein flammender Befürworter des Gesetzes. Solche Massnahmen einzuführen «schulden wir uns selbst und künftigen Generationen», schrieb Premierminister Brown in der Zeitung «The Observer». Auch der konservative Oppositionsführer David Cameron sprach sich dafür aus.

Bei vielen konservativen Abgeordnete war der Entwurf allerdings sehr umstritten. Die Parlamentarier waren nicht der Fraktionsdisziplin unterworfen und durften bei dieser ethisch problematischen Frage frei entscheiden. Auch die katholische Kirche forderte ein Verbot der Forschungsmethode, die ein Geistlicher als «Frankenstein-Experiment» bezeichnet hatte.

Bereits Realität

Britischen Forschern war es Anfang April erstmals gelungen, Chimären-Embryonen aus menschlichem Erbgut und Eizellen von Kühen zu erzeugen. Die zuständige britische Aufsichtsbehörde hatte bereits im September 2007 eine grundsätzliche Zustimmung erteilt und Forschern Sondergenehmigungen für Experimente erteilt.

Grossbritannien gehört in diesem Bereich zu den europäischen Ländern mit der liberalsten Handhabung. In der Schweiz dagegen ist die Erzeugung eines Embryos zu Forschungszwecken verboten.

(SDA/AP)