Gouverneur via PayPal?

17. Januar 2017 20:22; Akt: 18.01.2017 16:19 Print

Trump-Fans planen ihre Karrieren im Windschatten

Der Tech-Milliardär Peter Thiel denkt daran, als Gouverneur von Kalifornien zu kandidieren. Auch Trump-Fan Laura Ingraham zieht es in die Politik.

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Donald Trump schaffte das Unglaubliche und wurde als Geschäftsmann auf Anhieb US-Präsident. Das können wir auch, scheinen jetzt manche politische Gesinnungsfreunde zu glauben. Die prominentesten darunter: Peter Thiel und Laura Ingraham.

Der 49-jährige Thiel ist Tech-Investor und unter den Milliardären des Silicon Valley als Republikaner eine Ausnahmefigur. Der in Deutschland geborene Vordenker wurde reich, weil er den Bezahlservice PayPal mitzugründen half und früh in Facebook investierte.

Minderheitspartei in Kalifornien

Wie «Politico» berichtet, denkt Thiel jetzt daran, im nächsten Jahr womöglich als Gouverneur von Kalifornien zu kandidieren. Der jetzige Amtsinhaber Jerry Brown kann aufgrund einer Amtszeitbeschränkung nicht noch einmal antreten.

Thiel würde aber eine schwierige Aufgabe anpacken, denn in Kalifornien stellen die Demokraten die allermeisten Amtsinhaber. Trump erhielt im grössten US-Gliedstaat bloss 30 Prozent der Stimmen. Und mit dem Vizegouverneur Gavin Newsom, dem Finanzminister John Chang und dem Bürgermeister Antonio Villaraigosa aus Los Angeles halten die Demokraten starke Kandidaten für 2018 bereit.

Drahtzieher im Silicon Valley

Thiel hat jedoch am Parteikongress im Sommer eine weitherum beachtete Rede gehalten. Er wirkte im Hintergrund bei der erfolgreichen Daten-Operation Trumps mit. Und nach der Wahl organisierte er ein Spitzentreffen von Top-Leuten aus dem Silicon Valley mit dem «President-elect»:

Den Wahlkampf könnte er mit seinem Vermögen aus eigenen Mitteln bestreiten. Kenner des als öffentlichkeitsscheu bekannten Mannes halten eine Kandidatur zwar immer noch für unwahrscheinlich. Doch auffälligerweise hat Thiel entsprechende Gerüchte nicht abgestritten.

Schon Website-Adressen gekauft

Laura Ingraham ist da schon weiter. Die «Königin des konservativen Talk-Radios» soll laut «Washington Examiner» daran denken, sich nächstes Jahr um den Senatssitz des Gliedstaates Virginia zu bewerben. Ihr Geschäftspartner hat eifrig Internet-Domainadressen gekauft. Darunter: ingrahamsenate.net, ingrahamsenate.com, ingrahamforvirginia.com und ingraham2018.com

Der Sitz wird heute von Tim Kaine gehalten, dem Vize-Partner von Hillary Clinton in der vergangenen Wahl. Könnte die Republikanerin Ingraham den Demokraten diesen Sitz wegnehmen, wäre die konservative Mehrheit im Senat noch besser abgestützt als bis anhin.

Handstellung wie beim Hitlergruss

Ingraham schielt allerdings nicht als einzige Republikanerin auf Kaines Sitz. Zwei Parteikollegen haben auch ihr Interesse angemeldet. Ingraham ist landesweit bekannter als die anderen. Die Radiofrau sieht man oft als Kommentatorin auf Fox News, und sie betreibt die eigene Website Lifezette. Auf dem Parteitag hielt sie eine stürmisch beklatschte Rede. Auf dem Internet gaben vor allem ihre Handgesten zu reden, die wie Nazi-Grüsse wirkten:


(Quelle: YouTube/G4ViralVideos)

Eine Zeit lang war Ingraham bei Trump als Pressesprecherin im Gespräch. Der Job ging dann aber an Sean Spicer. Sie selbst will zu ihren allfälligen Plänen keine Auskunft geben.

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Giancarlo am 17.01.2017 20:41 Report Diesen Beitrag melden

    Kalifornien ist nicht Trump-Land

    Das dürfte allerdings schwierig werden. Bei einer Akzeptanz von gerade mal 32% (und er ist noch nicht mal Präsident) ist Trump ziemlich unbeliebt hier. Dazu kommt, dass wir Kalifornier bereits Massnahmen gegen den trump'schen Irrsinn eingeleitet haben. Outed sich also einer als Trump-Fan und will auch noch Gouverneur werden, dürfte das ziemlich schwierig (und teuer) werden.

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  • Einer, der durchgreift am 17.01.2017 21:08 Report Diesen Beitrag melden

    Vorbildlich

    Der Deutsche-Bank-Chef plant, den Führungskräften Bonuszahlungen drastisch zusammenzustreichen. Damit bekämen viele Top-Verdiener die Krise erstmals zu spüren.

  • Jackie O. am 17.01.2017 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen schwindet

    Trumps Zustimmungsquote ist auf 40 % gesunken, das ist die tiefste Zustimmungsquote, de ein Präsidenschaftskandidat bei Antritt seines Amts je ausgewiesen hat. Zum Vergleich: 2009 Barack Obama: 84%, 1992 Bill Clinton: 67 %; 2001George W. Bush: 61 %.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vor Denker am 18.01.2017 13:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie Meg Whitman

    Schon Meg Whitman, ex CEO von Ebay und ihres Zeichens auch Ebay / PayPal Milliardärin, hatte dies auch versucht und ist dabei auch auf die Nase gefallen. Nun ist sie CEO bei Hewlett Packard Enterprise, ein Job bei dem sie bedeutend besser ist.

  • Carla am 18.01.2017 09:26 Report Diesen Beitrag melden

    Berechtigte Frage

    Sollten diese Springinsfeld nicht besser warten, bis sich abzeichnet wohin die Reise mit Trump geht, wie erfolgreich das ist und wer davon profitiert? Könnte sonst aus dem Windschatten recht schnell ein Fahrwasser werden, aus dem man nicht mehr so schnell herauskommt.

  • Jackie O. am 17.01.2017 21:41 Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen schwindet

    Trumps Zustimmungsquote ist auf 40 % gesunken, das ist die tiefste Zustimmungsquote, de ein Präsidenschaftskandidat bei Antritt seines Amts je ausgewiesen hat. Zum Vergleich: 2009 Barack Obama: 84%, 1992 Bill Clinton: 67 %; 2001George W. Bush: 61 %.

    • Karl Aplöanalp am 18.01.2017 09:11 Report Diesen Beitrag melden

      Umfragen ?????

      Die Umfragen sind wohl eher Fake-News wie man aus Erfahrung weiss. Und es gibt auch solche mit bedeutend besseren Resultaten für Trump. Aber Glauben macht selig...

    • Dr. Unwichtig am 18.01.2017 10:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Karl Aplöanalp

      So, so - Fake News. Nur zur Info: die Umfragen vor den Wahlen waren an sich korrekt (letzte Prognose von Real Clear Politics Clinton +3,2% - Resultat: Clinton +2,1%). Durch das Wahlsystem der USA können aber schon kleine Abweichungen in bestimmten Staaten das gesamte Resultat kippen. Wirkliche "Fake News" waren Pizzagate und anderer Schwachsinn, der über Clinton verbreitet wurde...

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  • Vorsicht... am 17.01.2017 21:20 Report Diesen Beitrag melden

    ... besser als Nachsicht!

    Ist vielleicht besser, wenn die sich schon mal ein zweites Standbein aufbauen: Bei einem Chef, der beim Twittern sogar seine eigene Wonneproppen-Prinzessin verwechselt...

  • Bekanntes Vorgehen? am 17.01.2017 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Verbergen, verschleiern, täuschen...

    ... so lautet die Schlagzeile... Nein: einmal nicht für den designierten US-Präsidenten, für die Rechtsextreme Beate Zschäpe...