Inferno in Bangladesch

25. November 2012 04:55; Akt: 25.11.2012 17:21 Print

Über 100 Tote bei Brand in Textilfabrik

Bei einem Brand in einer Textilfirma in Bangladesch sind in der Nacht zum Sonntag mindestens 109 Menschen getötet worden, mehr als 200 weitere wurden verletzt. Die Brandursache ist noch unklar.

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Ein Brand in einer mehrstöckigen Textilfabrik in Bangladesch hat am 25. November 2012 mindestens 110 Menschen das Leben gekostet. Mehr als 200 wurden verletzt. Das Feuer war am späten Samstagabend im Erdgeschoss des neunstöckigen Fabrikgebäudes am Rande der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen und griff dann schnell auf die anderen Etagen über. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs hätten sich mehr als 1000 Arbeiter in dem Gebäude befunden. Bei den Todesopfern handle es sich zumeist um Arbeiterinnen, die von den Flammen eingeschlossen worden seien. Die meisten von ihnen seien am Rauch erstickt. Firmenchef Delwar Hossain sprach von einem «schweren Verlust für meine Angestellten und meine Fabrik», die unter anderem für das Bekleidungsunternehmen C&A arbeitet. Die Brandursache war nach Angaben von Bangladeschs Premierministerin Sheikh Hasina Brandstiftung. «Es war kein Zufall. Es war im Voraus geplant», sagte sie am Montag im Parlament in Dhaka. Sie habe Bilder von Überwachungskameras gesehen. Zwei Männer seien festgenommen worden. «Diejenigen, die hinter dem Sabotageakt stecken, werden ebenfalls gefasst werden», sagte die Premierministerin weiter. Einer der Männer habe gestanden, für die Brandstiftung 20'000 Taka (etwa 225 Franken) erhalten zu haben. Bei den Todesopfern handle es sich zumeist um Arbeiterinnen, die von den Flammen eingeschlossen worden seien. Die meisten von ihnen seien am Rauch erstickt. Ein Sprecher der Fabrik erklärte vor Kameras, der Betrieb habe Standards der Europäischen Union eingehalten. So habe es etwa vier alternative Treppenaufgänge gegeben, doch die Arbeiter seien in der Panik zum Hauptausgang gestürmt und nur wenige hätten diese Notausgänge benutzt. Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor Bangladeschs. In dem Land gibt es etwa 4500 Bekleidungsfabriken, die unter anderem für Firmen wie H&M, Wal-Mart, JC Penney und Tesco produzieren. Die Näherinnen arbeiten meist unter schwierigen Bedingungen. Die Regierung in Bhaka entschied am ersten Sitzungstag nach der Tragödie, den Dienstag zum nationalen Tag der Trauer zu erklären. Die Nationalflagge solle auf halbmast wehen und alle Textilfabriken im Land, die Millionen Menschen beschäftigen, geschlossen bleiben. Keine zwei Tage nach dem verheerenden Brand in einer Bekleidungsfabrik in Bangladesch ist am Montagvormittag erneut ein Feuer in einem Textilbetrieb in der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen. Berichte über Todesopfer lagen zunächst nicht vor. Allerdings hätten acht Arbeiter der Fabrik in einem Vorort von Dhaka Rauchvergiftungen erlitten, sagte ein Feuerwehrsprecher. In dem Gebäude im Stadtteil Uttara waren den Angaben zufolge vier verschiedene Textilfabriken untergebracht. Der Brand konnte nach Angaben der Polizei weitgehend unter Kontrolle gebracht werden. Am Montag, 26.11.12 gingen tausende bangladeschische Arbeitnehmer auf die Strasse, um ihrer Wut über den Grossbrand vom Wochenende Luft zu machen. Dabei kam es vereinzelt zu gewaltsamen Ausschreitungen. Die Demonstranten forderten lautstark mehr Sicherheit an ihren Arbeitsplätzen, wie ein Polizeisprecher sagte. Zudem sollten die für die Katastrophe Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

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In Bangladesch ist in der Nacht auf Sonntag eine Textilfabrik komplett niedergebrannt. Mindestens 109 Menschen kamen beim Unglück ums Leben. Wie die Feuerwehr mitteilte, war das Feuer am späten Samstagabend im Erdgeschoss des neunstöckigen Fabrikgebäudes am Rande der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen und griff dann schnell auf die anderen Etagen über. Zum Zeitpunkt des Ausbruchs hätten sich mehr als 1000 Arbeiter in dem Gebäude befunden.

Näherinnen sassen fest

Hunderte Arbeiter sassen in den oberen Etagen des Fabrikgebäudes fest. Viele von ihnen seien in Panik aus den Fenstern gesprungen, sagte ein Polizeisprecher.

Bei den Todesopfern handle es sich zumeist um Arbeiterinnen, die von den Flammen eingeschlossen worden seien. Die meisten von ihnen seien am Rauch erstickt.

Insgesamt seien 109 Leichen geborgen worden, teilten die Behörden mit. Zunächst war von 121 Toten die Rede gewesen. Die Feuerwehr brauchte vier Stunden, um den Brand unter Kontrolle zu bringen.

Firmenchef Delwar Hossain sprach von einem «schweren Verlust für meine Angestellten und meine Fabrik», die unter anderem für das Bekleidungsunternehmen C&A arbeitet. Der Sprecher von C&A Europe, Thorsten Rolfes, sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Firmenleitung in Europa sei «mit ihren Gedanken und ihren Gebeten» bei den Opfern und ihren Familien.

Brandursache unklar

Die Ursache für den Brand, der das rund 30 Kilometer nördlich von Dhaka gelegene Werk verwüstete, war zunächst unklar. Ein Untersuchungskomitee wurde eingesetzt, um die Brandursache zu erkunden. Einer der Überlebenden sagte dem privaten Fernsehsender Channel I, das Feuer sei dem elektrischen Hauptschalter entsprungen: «Ein Kurzschluss könnte das Feuer verursacht haben.»

Ein Sprecher der Fabrik erklärte vor Kameras, der Betrieb habe Standards der Europäischen Union eingehalten. So habe es etwa vier alternative Treppenaufgänge gegeben, doch die Arbeiter seien in der Panik zum Hauptausgang gestürmt und nur wenige hätten diese Notausgänge benutzt.

Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor Bangladeschs. In dem Land gibt es etwa 4500 Bekleidungsfabriken, die unter anderem für Firmen wie H&M, Wal-Mart, JC Penney und Tesco produzieren. Die Näherinnen arbeiten meist unter schwierigen Bedingungen.

(sda)