Donald Trump Jr.

12. Juli 2017 03:01; Akt: 12.07.2017 07:33 Print

«Es war einfach nichts, es gab nichts zu erzählen»

In der Russland-Affäre geht der älteste Sohn von US-Präsident Trump in einem Interview in die Offensive: Sein Vater habe von dem Treffen mit der russischen Anwältin nichts gewusst.

«Rückblickend hätte ich es anders gemacht»: Donald Trump Jr. Video: Tamedia/AP/AFP
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Donald Trump Jr., der älteste Sohn des US-Präsidenten, hat seinem Vater nach eigenen Angaben nie von dem Treffen mit einer russischen Anwältin erzählt, das in der Russland-Affäre belastend ausfallen könnte. «Es war einfach nichts. Es gab nichts zu erzählen», sagte Trump Jr. in einem Interview mit dem US-Fernsehsender Fox News am Dienstag. Im Rückblick habe er die Dinge rund um das Treffen im Sommer 2016 vielleicht etwas anders machen sollen. Dennoch sah er bei sich kein Fehlverhalten.

In dem Interview verteidigte er seine Reaktion auf die E-Mails, die blossstellende Informationen über die damalige Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton versprachen. «Jemand hat mir eine E-Mail geschickt. (...) Ich lese sie, ich antworte entsprechend.» Die Sache sei für ihn Recherche gewesen: «Sie hatten etwas, was konkrete Hinweise auf alle Geschichten hätten sein können, die ich gehört hatte.»

Schlussendlich sei das Gespräch mit der Anwältin Natalia Weselnizkaja aber Zeitverschwendung gewesen, sagte er. Der 39-Jährige wiederholte seine vorherige Aussage, bei dem Treffen sei es nicht zu einem Informationsaustausch gekommen. Bei Zusammenkünften mit seinem Vater habe er nicht darüber gesprochen.

Treffen mit Musikverleger Goldstone

Trump Jr. hatte an dem Treffen im Trump Tower teilgenommen, weil der Organisator der Zusammenkunft – der Musikverleger Robert Goldstone – per E-Mail erklärt hatte, die Anwältin habe schädigende Informationen über Clinton. Sie war damals die Rivalin von Donald Trump im Wahlkampf. Zudem deutete Goldstone in einer E-Mail an, dass die Informationen von der russischen Regierung stammten.

In einer Antwort an Goldstone schrieb Trump Jr.: «Wenn es das ist, was du sagst, dann finde ich das toll, vor allem später im Sommer.» Datiert war die Mail auf Anfang Juni 2016.

Im Wahlkampf war Trump Jr. einer der lautstarken Verfechter seines Vaters. Nach dessen Wahl blieben er und sein jüngerer Bruder Eric jedoch in New York, um das familiäre Immobilienimperium zu führen. Bei Twitter setzt sich Trump Jr. dennoch weiterhin für seinen Vater ein und macht regelmässig die «Fake-News»-Medien für schlechte Publicity verantwortlich.

Präsident stärkt Sohn den Rücken

Der US-Präsident selbst stärkte am Dienstag seinem Sohn den Rücken. Dieser sei eine Person mit ausgezeichneten Qualitäten, teilte Donald Trump in einer kurzen Erklärung mit, die er von Regierungssprecherin Sarah Huckabee Sanders verlesen liess. Er lobe «seine Transparenz».

Die Anwältin Weselnizkaja beteuerte indes, keine schädigende Informationen über Clinton besessen zu haben. «Ich habe niemals kompromittierende Informationen gehabt und konnte sie nicht gehabt haben», sagte sie vor Reportern. Sie repräsentiere niemand anderen als sich selbst, fügte sie hinzu.

Weselnizkaja bestand darauf, dass ihr angeboten worden sei, sich mit Trump Jr. in einem privaten Umfeld zu treffen, das nicht mit dem Fakt zusammenhänge, «dass er der Sohn des Präsidentschaftskandidaten ist». Sie sei sich zu diesem Zeitpunkt nicht einmal sicher gewesen, dass der ältere Trump bereits die republikanische Präsidentschaftsnominierung gewonnen habe.

(chk/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • U.S. resident am 12.07.2017 07:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wers glaubt wird seelig!

    Okay die vermeintlich belastenden Informationen über Hillary stellten sich nachweislich schnell als heisse Luft heraus. Fakt bleibt aber, dass der kleine Donald sofort angebissen hat und ja prompt darauf reagiert hat. Nun, dass man in einem U.S. Wahlkampf stark fokussiert auf Schmutzkampagnen resp. kompromitierende Informationen über den Gegner versucht zu verbreiten, ist hinlänglich bekannt und wird hüben wie drüben gemacht. Doch dass der kleine Trump sich mit Russen einlässt und sein Daddy davon nichts wusste, sicher nicht! Der darf ja nicht mal aufs Töpfchen ohne das Okay vom Papa.

  • Jan Moser am 12.07.2017 06:58 Report Diesen Beitrag melden

    Arme Trumpsters

    Der Dieb vor Gericht. "Ich bin unschuldig da ich beim Einbruch nichts fand". Fakt ist: DJT Junior ist nach US Gesetz damit sehr nahe sm Knast. Und sehr wohl gab es Kontakte zu Russland. Entgegen allem was gelogen wurde.

  • Amina123 am 12.07.2017 04:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klatsch

    es sollte wichtigeres geben im trump-clan als ständig in der klatschpresse aufzutauchen... punkt

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom am 12.07.2017 21:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ach so

    Es war also nichts, ach so! Eigentlich eine Frechheit für wie "saudoof" die Trump-Regierung die Erden-Bürger hält. Mir stellt sich nach diesen Monaten einfach die Frage "ist das eine geeignete und korrekte Arbeitshaltung für den Präsidenten der USA und seines Stabs?" Ein normaler Mitarbeiter fliegt bereits bei kleinen, für den Arbeitgeber unangenehmen, Verhaltensweisen. Das Weisse Haus darf sich aber aufführen wie es möchte, ohne Konsequenz!

    • zuiop am 13.07.2017 04:40 Report Diesen Beitrag melden

      @Tom: Trump Jr ist kein Member des Staff

      Und kein Mitarbeiter. Es ist auch nichts aussergewöhnliches oder illegales daran, an einem Meeting mit Informationen über den Politischen Gegner teilzunehmen. Die Dems haben sich in der Ukrainischen Botschaft getroffen. Nicht zu reden von den Unzähligen Skandalen, wie die Manipulation der Vorwahl und der TV Debatten (mit CNN), der durch Wikileaks aufgedeckten Wahlkampf Unterstützung der Mainstream Medien, uvm. Was Hillary betrifft, so hat Bill Clinton in Russland Mio Gagen für "Reden" bekommen. Wahrend Sie in der US Regierung sas. Private illegale Email Server, Beweise vernichtet. Und und und

    • Tom am 18.07.2017 19:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @zuiop

      Es zeigt halt einfach auf, dass spezielle Verbindungen zu Russland vor den Wahlen bestanden haben. Im Kern geht es ja nach wie vor darum, ob sich Russland eingemischt hat? Natürlich haben das die USA bei Wahlen in anderen wirtschaftlich wichtigen Ländern auch schon gemacht, wissen wir alles.

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  • O. H. am 12.07.2017 14:11 Report Diesen Beitrag melden

    Milliardäre ticken anders

    Das gilt selbstverständlich auch dann, wenn sie samt Clan an die Macht gelangt sind. Deshalb prüfe gut, wem man seine Stimme gibt.

  • Kim D. Garden am 12.07.2017 14:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt ist doch alles klar.

    Trump hat CNN in zwei Videos total besiegt und dem Erdboden gleichgemacht. Die können ihm jetzt nieee mehr schaden. Und jetzt schlaft schön, Kinder, Mama macht das Licht aus.

  • Wodoomaster am 12.07.2017 12:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das fromme Lämmchen

    Glaubt auch nur ein einziger Mensch, dass Jr. hinsteht und sagt '' ja ich war an dem Treffen um der gegnerischen Partei Schaden zuzuführen und Fakenews zu verbreiten''

    • weissesned am 12.07.2017 13:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Wodoomaster

      Im Fakenews zu verbreiten, muss man sich nicht mit einer russischen Anwältin treffen ;-)

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  • Boomerang am 12.07.2017 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Da wird noch einiges Rauskommen.

    Es gib Video aufnahmen und Fotos, die diese Anwältin als Gast bei einer Anhörung unter dem Früheren Russischen Botschafter der Obama Administration zum Thema: US Politik zu Russland, zeigen. Nur Tage nach dem Treffen mit Trump jr. Auch wurde ihr Visa 2016 abgelehnt. Und schliesslich auf Einspruch statt gegeben. Die beteiligten Anwälte lesen sich wie das Who and Who von Anti Russland und Never Trumpers. Es sieht eher danach aus das diese Frau Beziehungen zu Anti Trump Establishment und Demokratischen Kreisen und deren Schmierkampagnen (wie zB. Steel Trump Russia Dossier) hatte. Das wird lustig

    • Demokratos am 12.07.2017 15:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Boomerang

      Ja genau, und das DE TV hockt fast schon Hysterisch, jeder anti Trump Silbe auf. Aber es nützt nichts mehr, auch damit kann man Merkels total Versagen beim G20 nicht mehr kaschieren.

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