Toiletten-Streit

23. Februar 2017 05:21; Akt: 23.02.2017 12:21 Print

Trump-Regierung streicht Schutz für Transgender

Im Wahlkampf sagte US-Präsident Donald Trump noch, jeder Mensch sollte die Toilette benutzen dürfen, die er möchte. Das gilt nun nicht mehr.

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Soll laut Trump-Regierung traditionelle Werte verletzen: Eine Transgender-Toilette in den USA. (Archivbild) (Bild: Keystone/Gerry Broome)

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Die US-Regierung von Präsident Donald Trump hat am Mittwoch die Freizügigkeit für Transgender-Menschen rückgängig gemacht. Die Regelung Barack Obamas hatte es ihnen freigestellt, welche Toiletten und Umkleideräumen sie etwa in Schulen und Universitäten benutzen.

Mitarbeiter des Justiz- und des Bildungsministeriums informierten einem Bericht der «Washington Post» zufolge am Mittwoch den Obersten Gerichtshof, dass öffentliche Schulen und Universitäten angewiesen würden, die alte Regelung zu ignorieren.

Trump ignoriert Wahlkampfversprechen

Laut der Obama-Regelung konnten sich beispielsweise Transgender-Frauen auch dann in der Damen-Umkleidekabine umziehen, wenn ihre operative Geschlechtsumwandlung noch nicht vollzogen war. Kritiker hatten bemängelt, dies würde Männer unter einem Vorwand ermöglichen, in Damen-Toiletten einzudringen. Ausserdem würden traditionelle Werte verletzt.

Caitlyn Jenner geht im Trump Tower auf die Damentoilette. (Video: Youtube/CelebrityTalkies)

Im Wahlkampf hatte Trump gesagt, dass es jedem Menschen erlaubt sein müsse, die Toilette zu benutzen, die er benutzen möchte. Als Reaktion darauf war TV-Star Caitlyn Jenner, einst als Bruce Jenner bekannt als Olympiasieger im Zehnkampf der Männer, demonstrativ zum Pinkeln in ein Hotel des republikanischen Präsidentschaftsbewerbers gegangen.

Musiker-Protest in North Carolina

Transgender sind Menschen, deren sexuelle Identität nicht den Geschlechtsmerkmalen entspricht, mit denen sie geboren wurden. Die US-Ministerien für Bildung und für Justiz hatten im vergangenen Mai in einem Brief an Schulen und Universitäten Richtlinien definiert, um für Transgender-Schüler im Einklang mit den bestehenden Gesetzen gegen Diskriminierung ein sicheres Umfeld zu schaffen.

Die Anweisung der US-Regierung erging damals vor dem Hintergrund eines erbitterten Streits um ein Gesetz in North Carolina, das Transgender die freie Toilettenwahl in staatlichen Einrichtungen verbietet. Der Toilettenstreit löste auch eine Welle von Protesten gegen North Carolina aus. Bekannte Musiker wie Bryan Adams, Cyndi Lauper oder die Band Pearl Jam sagten Konzerte in dem Staat ab.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hellen Meier am 23.02.2017 06:22 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Ich bin in einer Berggemeinde aufgewachsen. Unser kleines Schulhaus hatte nur eine Toilette und es war nie ein Thema. Kann die ganze Aufregung nicht verstehen. Hier wird von den Amis aus einer Mücke einen Elefanten gemacht.

  • Karl Hänggi am 23.02.2017 06:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Problem!

    Wo ist das Problem. Es gibt Toiletten. Das sollte doch reichen. Wir müssen nicht für jede Minderheit etwas organisieren. Ich muss mich auch anpassen.

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  • Spyy83 am 23.02.2017 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    einfachere lösung

    dann führt doch einfach unisex-wc's ein und das problem ist gelöst. ist erst noch günstiger.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Grisu am 23.02.2017 09:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tschuldigung aber...

    Mit Schnäbeli aufs Männerklo und mit Schnäggli auf Frauenklo...Es gibt Anatomisch gesehen ja nur zwei Geschlechter, ich versteh nicht ganz warum man aus sowas eine solche riesen Geschichte machen muss.

    • lll am 23.02.2017 12:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Grisu

      Weil es offenbar Frauen gibt, die es als unangenehm empfinden, wenn eine Transfrau "deren" Toiletten benutzt. Widerum fühlt sich die Transfrau unwohl, wenn es die Männertoilette benutzen muss.

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  • Radix am 23.02.2017 09:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz klarer Tanzschritt

    einmal vorwärts, einmal rückwärts, gelegentlich auch zwei. Kunststück, bleiben die dort Drüben stehen und rutschen immer wie mehr in Richtung Drittweltland, siehe nur mal Infrastruktur und Spirale der Gewalttaten. Schade.

  • Hr Schmidt am 23.02.2017 09:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prioritäten nicht ganz im Griff

    Ich glaub ich lese nicht richtig! Kann es tatsächlich sein, dass der Präsident der USA angesichts der heutigen Weltsituation nichts anderes zu tun hat, als sich um WC's zu kümmern? Und das noch breit in den Medien diskutiert wird? Wichtig ist, dass das Klo eine abschließbare Tür hat und gut ist!

  • Kevin am 23.02.2017 09:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    66

    Ich fühle mich 66 Jahre alt und möchte auch entsprechend behandelt werden. Sobald mein Antrag auf Alterswechsel angenommen wird, kann ich endlich Rente beziehen. Denn mein Geist fühlt sich einfach nicht wie 27 an!

  • Toilettor am 23.02.2017 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Unisex-Toiletten die simple Lösung...

    ...jedoch ist das Problem die Duschen und Umkleiden weil man die im Gegensatz zu Toiletten teilt.