Offizielles Präsidenten-Foto

15. September 2017 19:37; Akt: 15.09.2017 19:37 Print

Leere, wo Trumps Porträts hängen sollten

In Amerikas Amtsstuben fehlen die offiziellen Fotos des Präsidenten und seines Vizes. Grund: Trump mochte sich bislang nicht ablichten lassen.

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In den Medien ist Donald Trump allgegenwärtig. An den Wänden seiner Ämter ist er absent. Nach bald acht Monaten im Weissen Haus hat es der US-Präsident nicht über sich gebracht, ein Porträt von sich selbst schiessen zu lassen.

Wie die «Washington Post» schreibt, fehlen daher die offiziellen Fotos des Präsidenten, die eigentlich die Eingangsbereiche von 9600 Bundesgebäuden zieren sollten. Die staatliche Druckerei, «Government Printing Office» (GPO) genannt, hat noch immer keine Vorlagen erhalten, die sie vervielfältigen könnte. «Das GPO steht bereit, um Kopien von Fotos des Präsidenten und des Vizepräsidenten zu reproduzieren, damit sie für amtliche Zwecke verwendet werden können», sagt der Sprecher der Druckerei. Und nein, es gebe keinen Zeithorizont.

Merkwürdig für Trump

Das Fehlen der Porträts ist eigenartig bei einem US-Präsidenten, der wie kaum ein anderer stets auf sein Image schaut. Bekanntlich hing in seinem Golfklub in Mar-a-Lago einmal ein Fake-Titelblatt des Magazins «Time» mit seinem Konterfei. «Man sollte meinen, dass Trump sein Porträt überall in alle Bundesgebäude verstreuen würde», sagt der Historiker Douglas Brinkley, ein Kritiker des 45. US-Präsidenten.

Trumps Vorgänger Barack Obama liess sich noch vor der Amtseinsetzung für ein Porträt ablichten, das er dann rasch in einer Auflage von 130’000 drucken liess. Die Fotos hingen schon an den Wänden, als er erst drei Monate im Amt war. Bei Bill Clinton habe es ein bisschen länger gedauert, schreibt die «Post». Doch seine Fotos und die von Vize Al Gore seien im Juni 1993 gehangen.

Manche improvisieren

Weil sie nicht warten wollten, haben einzelne Amtsvorsteher zur Selbsthilfe gegriffen. Wie die «Burlington Free Press» berichtete, benutzten die Grenzwächter in Swanton, Vermont, ein Trump-Foto von der Inaugurationszeremonie. Andere Ämter laden Bilder von der Website des Weissen Hauses herunter. Von Vizepräsident Mike Pence und seiner Frau liefert die Website offizielle Porträts, aber nicht von Trump und Gattin Melania. Auf dem provisorischen Foto blickt der Präsident streng in die Kamera, im Hintergrund sind das Weisse Haus und eine amerikanische Flagge zu sehen.

Wichtige Departemente halten mit Improvisationen zurück, weil sie dem Präsidenten nicht zuvorkommen wollen. In den Departementen für Energie und Wohnbau sowie im wichtigen Aussenministerium finden sich daher auch keine Porträts der zuständigen Minister. Sobald die offiziellen Porträts vorhanden seien, werde man sie in allen Büros im In- und auch im Ausland aufhängen, verspricht das State Department.

Zaudern auch bei Besetzungen

Trumps «Trödeln» passt indes zum langsamen Rhythmus der Amtsbesetzungen. Laut «Newsweek» hat der US-Präsident erst 124 von jenen über 1000 Posten besetzt, die der Senat absegnen muss. Zum Vergleich: Obama hatte zum gleichen Zeitpunkt schon 315 Positionen besetzt, George W. Bush 294.

Im Weissen Haus wird die Schuld für die Verzögerungen den Demokraten zugeschoben, die bei den Bestätigungsverhandlungen Bremsmanöver inszenierten. In Wahrheit hat Trumps Team aber auch viel weniger Namen vorgeschlagen.

(sut)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Seat Butter am 15.09.2017 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Darstellung

    Es ist nicht richtig, dass kein offizielles Foto vorhanden wäre. Aber bei der Portätverarbeitung gibt es massive Probleme. Trump fällt immer wieder aus dem Rahmen.....

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  • Walter H am 15.09.2017 20:17 Report Diesen Beitrag melden

    Ist doch logisch

    Wie in der Schweiz dürfen auch in den USA Darstellungen von gewissen Körperteilen nicht öffentlich gezeigt werden.

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  • WC Bürsteli am 15.09.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trump tut gut

    Ich habe das offizielle Foto im Versäuberungsraum aufgehängt, ist besser als jedes Abführmittel und ungemein befreiend.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bill am 16.09.2017 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts dagegen

    ...ich hätte nichts dagegen, wenn am Trump aufhängen würde. Sorry, ich meine natürlich ein schönes Bild von ihm.

  • Trese am 16.09.2017 18:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz ruhig

    Wenn ich die Schlagzeilen lese, werden hier U Bahnen gesperrt oder Menschen verletzt Oder getötet und nicht in den USA. Statt hier immer auf Trump,zu hauen, sollten wir uns um unsere Sicherheit sorgen und Mauern bauen und zB aus Magreb keinen einzigen mehr einreisen lassen. Aber solange da keiner den wir kennen oder lieben in die Luft fliegt, bashen wir noch ein bisschen Trump.

    • Rüedu am 16.09.2017 21:18 Report Diesen Beitrag melden

      Trese

      Pro Jahr sterben mehr als 10 000 Menschen in den USA durch Schusswaffen und mehr als 30 000 werden verletzt. Es starben in den letzten 10 Jahren in den USA mehr als 300 mal mehr Kinder durch Schusswaffen als alle Terroranschläge zusammen. Es ist nur noch hysterisch, wirr und völlig irrational Mauern bauen zu wollen und gleichzeitig die Beschränkung von Schusswaffen abzulehnen. DAS ist das Resultat von Gehirnwäsche, die Menschen die wahren Gefahren nicht mehr erkennen lässt. Orwell lässt grüssen!

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  • Beni am 16.09.2017 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kindergarten

    Wenn ich hier die Kommentare lese, denke ich bin wieder Im Kindergarten angelangt.

    • Ernst Heinrich am 16.09.2017 19:55 Report Diesen Beitrag melden

      Unmöglich

      Ja Beni Du hast recht es gibt nur noch links oder rechts gesinnte und diese kennen keine Grenzen mehr leider auch bei den Medien.

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  • spötter am 16.09.2017 17:27 Report Diesen Beitrag melden

    Alernativen gibt's!

    Ist doch OK! Wer möchte Trumps Gesicht schon den ganzen Tag im Arbeitszimmer sehen müssen? Ich nicht.. Ein Trumpeltier als Bild wäre doch auch ganz nett.. Und wer mag schon keine Tiere?

  • Brenner Kurt am 16.09.2017 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lieber Trump

    In Trump habe ich mehr Vertrauen wie in der EU Regierung, die USA ist im Gegensatz zur EU noch eine Demokratie, die EU ist die moderne Art von Diktatur.

    • Randy Tomlinson am 16.09.2017 17:45 Report Diesen Beitrag melden

      Trumps Erfolg

      So ist es. Auch ich sehe die vielen guten Dinge die Trump bis jetzt vollzogen hat. Aber das wird von den linken Medien totgeschrieben. Obama hat in den letzten 8 Monaten seiner Regierung 8 Billionen schulden generiert. Das muss man sich mal ans Knie hämmern. Trump hat in den ersten 8 Amtsjahren KEINE Schulden generiert sondern die Haushaltskasse mit 2 Billionen gefüllt, die Arbeitslosigkeit ist auf dem Tiefststand seit über 20 jahren, generiert wurden bisher knapp 1 Million neue Jobs. Davon redet aber keiner. Man schreit nur dass Trump böse ist, kann aber letztentlich nicht sagen warum.

    • Rüedu am 16.09.2017 18:46 Report Diesen Beitrag melden

      Randy Tomlinson

      Faktisch Falsch! Die Gesamtverschudung unter Obama ist von 2009 bis 2017 von rund 10 Billionen auf rund 20 Billonen verdoppelt worden. Die Grundlagen dieser Verschuldung wurden durch Bush jr. und der Finanzkrise gelegt . Der Anstieg der Verschuldung wurde durch Obama massgeblich gebremst und hat im Jahr 2016 bis 2017 um 1,2 Billionen zugenommen. Trump hat absolut gar nichts mit der Sanierung des Haushalt zu tun, solange Trump kein eigenes Haushaltsbudget und Steuergesetz präsentiert. Die 2 Billionen sind nun komplette Phantasie, wenn die Verschuldungsobergrenze angehoben werden musste!

    • Rüedu am 16.09.2017 18:58 Report Diesen Beitrag melden

      Randy Tomlinson

      Obama hat von 2012 bis 2016 rund 10 Millionen Jobs geschaffen, Das sind 2,5 Millionen pro Jahr. Sie sollten nicht "linke Medien" kritisieren , diese Zahlen zu verheimlichen, wenn Sie noch nicht mal in der Lage sind, sich umfassend informieren zu können. Englisch lesen ist die Lösung!

    • zertrümmertes Knie am 16.09.2017 19:01 Report Diesen Beitrag melden

      @ Randi Tomlinson

      Mr. Trump ist nicht 8 Jahre im Amt. Es gibt auch keine "ersten" 8 Jahre. Der Präsident der USA wird auf eine Amtsdauer von 4 Jahren gewählt. Eine einmalige Wiederwahl ist möglich, nach maximal 8 Jahren ist Schluss.

    • Dominique Peeters am 16.09.2017 19:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Randy Tomlinson

      8 Amtsjahren.? Muss er nicht alle 3 Monaten die Kredit Obergrenze erhöhen damit er überhaupt erst mal die Löhne in der Verwaltung zahlen kann.

    • Nik am 16.09.2017 19:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Brenner Kurt

      Die USA ist genausso wie alle anderen, nur eine Demokratie auf dem Papier oder Pergament wenn man so will. Trump ist der Undemokratiste von allen. Einmal nicht seiner Meinung und du fliegst. Aber glaubt ihr nur an den Blender..

    • Nik am 16.09.2017 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Randy Tomlinson

      Oops hab ich verschlafen? Oder warum ist Trump schon 8 Jahre im Amt. Was stimmt da nicht?

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