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Tierquälerei
22. November 2012 16:40; Akt: 22.11.2012 17:14 Print
Jetzt werden wieder Truthähne getreten
von Martin Suter - Termingerecht vor dem Thanksgiving-Fest machen Tierschützer den Amerikanern ein schlechtes Gewissen. Ihr Video zeigt, wie die Truthähne auf Farmen gekickt und geschleudert werden.
Dem wichtigsten Fest Amerikas geht jedes Jahr eine Schlacht-Orgie voraus. Rund 46 Millionen Truthähne müssen ihr Leben lassen, damit im ganzen Land die um den Esstisch vereinten Familien mit der traditionellen «Turkey»-Platte Thanksgiving feiern können.
Rechtzeitig vor dem Erntedank-Festschmaus am Donnerstag sorgt diesmal die Tierschutzorganisation «Mercy for Animals» - Gnade für Tiere - dafür, dass womöglich vielen Essern die Bissen gebratenen Truthahns im Hals stecken bleiben. Auf der Website butterballabuse.com veröffentlichten die Tierschützer ein versteckt aufgenommenes Video, das Arbeiter des Butterball-Truthahnkonzerns bei Misshandlungen der Vögel zeigt.
Gekickt und herumgeschleudert
Das graue, leicht körnige Video ist nur etwas für starke Mägen. Es zeigt, wie Arbeiter auf einer Farm des weltgrössten Truthahnproduzenten in North Carolina die weissen Vögel mit Füssen kicken wie Fussbälle. Sie packen sie an den Flügeln und schleudern sie im Gehege herum. Zu sehen sind auch Tiere mit unbehandelten Verletzungen, gebrochenen Flügeln und offenen Wunden.
Butterball, von deren Farmen 30 Prozent der an Thanksgiving verspeisten Vögel stammen, hat auf die Veröffentlichung mit einer Pressemitteilung reagiert. Darin hält das Unternehmen fest, dass es die im Video gezeigten Misshandlungen genau untersuchen werde. «Wir haben seit Langem eine Nulltoleranz-Politik, was Tierquälerei angeht», schreibt Butterball. Angestellte, die interne Richtlinien für den Umgang mit den Vögeln missachteten, würden entlassen, ebenso solche, die Zeugen von Misshandlungen geworden seien, ohne diese zu melden.
Butterball-Arbeiter verurteilt
Die im neusten Video gezeigten Praktiken ähneln jenen, die «Mercy for Animals» im vergangenen Dezember in einem Undercover-Video dokumentierte. Damals führte die Untersuchung dazu, dass fünf Butterball-Arbeiter wegen Tierquälerei angeklagt wurden. Laut Associated Press bekannte sich einer der Arbeiter letzten August der Grausamkeit gegen Tiere schuldig und wurde zu 30 Tagen Haft sowie einer Busse von 550 Dollar verurteilt.
Der Tierschutzorganisation geht es darum, Amerikaner vom Fleischgenuss abzubringen. Auf ihrer Website schlägt «Mercy for Animals» veganische Alternativen zum Turkey-Dinner vor. Das wichtigste Rezept beschreibt einen «Hackbraten» aus Linsen, Hirse, Reis, Brot, Hafer, Mandeln und Sonnenblumenkernen. Den Kartoffelstock sollen Tierfreunde mit Sojamilch statt Kuhmilch zubereiten, ebenso den Kürbiskuchen.
Konsument will Herkunft kennen
Butterball könnte die Tierschutzkampagne durchaus schaden, vermutet der Marktexperte Phil Lempert in einem Interview mit NBC. Der «Supermarkt-Guru» glaubt nicht, dass viele Leute an Thanksgiving auf den Truthahn verzichten würden. Aber sie könnten eine andere Marke wählen, womöglich die eines kleineren Züchters: «Heute wollen die Käufer mehr über die Herkunft ihrer Nahrungsmittel wissen.»
Besorgte Käufer konnten ihre Gemüter wie jedes Jahr am Mittwoch vor dem Festtag beruhigen, wenn der Präsident einen Truthahn symbolisch begnadigt. Barack Obama wird dieses Jahr einen Vogel aus Virginia dazu ausersehen, seine Tage friedlich auf Mount Vernon zu beenden, dem Anwesen des ersten US-Präsidenten George Washington.
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Falls es die Menschheit schafft
Falls Menschen in 500 Jahren noch existieren, werden sie schockiert sein, was für Barbaren wir waren. Unser Weg liegt definitiv im In-Vitro-Fleisch. Dann gehören solch schreckliche Bilder zum Glück der Vergangenheit an! Und ja: ich bin Fleischesser, kaufe aber nur Demeter-Produkte.
Meint ihr bei uns ist es besser?
Oder bei anderen Tierarten? Aber garantiert nicht! Nur wird es besser abgeschirmt.
Stress macht Fleisch schlechter.
Das ist nicht nur übel für die armen Tiere, das ist auch schlecht für den Konsumenten. Wenn die Tiere Stress haben wird das Fleisch schlechter im Geschmack.