Venezuela

08. August 2017 06:33; Akt: 08.08.2017 10:52 Print

Das neue Parlament von Maduro stürmt das alte

Mitglieder der neu gewählten Verfassunggebenden Versammlung sind ins von der Opposition dominierte Parlament eingedrungen.

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Die Gruppe von Maduro-Anhängern soll von Soldaten unterstützt worden sein: Der Parlamentssaal in Caracas. (Archivbild) «Die Rechnung für die Söldner wurde aus Miami und Kolumbien bezahlt»: Der venezolanische Staatschef Nicolás Maduro. (6. August 2017) Ein Screenshot zeigt das auf Social Media gepostete Video. Darauf spricht ein Mann, der sich als Militärcaptain Juan Caguaripano vorstellt, und zeigt weitere Männern in Militäruniform zeigt. (6. August 2017) Die Nationalgarde räumt von Demonstranten aufgestellte Barrikaden in Valencia. (6. August 2017) Politische Krise verschärft sich: Ein Anhänger der Opposition protestiert gegen Maduro. (4. August 2017) Die Maduro-Kritikerin und abgesetzte Generalstaatsanwältin Luisa Ortega spricht vor ihrem Büro mit der Presse, während die Nationalgarde das Gebäude umstellt. (5. August 2017) Luisa Ortega (m.) wird von der Nationalgarde umstellt, als sie vor ihrem Büro auftaucht. (5. August 2017) Staatschef Nicolás Maduro bestreitet Manipulationen bei der Wahl zur verfassungsgebenden Versammlung. (30. Juli 2017) Reagiert mit Spott auf die Sanktionen der USA: Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. (31. Juli 2017) Wurde in der Nacht abgeführt und in ein schwarzes Auto verfrachtet: Oppositionsführer Leopoldo Lopez. (8. Juli 2017) Wurde brutal im Schlafanzug aus seiner Wohnung gezerrt, Nachbarn schrien: «Nieder mit der Diktatur»: Antonio Ledezma, Bürgermeister von Caracas. (Archiv) Bürgerkriegsähnliche Zustände: Ein Polizist in Caracas. (30. Juli 2017) Regierungsgegner greifen eine Polizeistation an. (30. Juli 2017) Anhänger der Opposition küssen sich während der Auseinandersetzungen mit der Polizei. (30. Juli 2017) (30. Juli 2017) epa06118260 Opposition demonstrators protest the vote on the National Constituent Assembly, in Chacao, Caracas, Venezuela, 30 July 2017. Clashes are breaking out as the voting on a constituent assembly takes place under strict security measures and despite the rejection of local opposition and the international community. The new assembly would have powers to rewrite a constitution and bypass the National Assembly which is currently controlled by the opposition. EPA/HELENA CARPIO Ein verwundeter Demonstrant wird versorgt. (30. Juli 2017) Ein Anhänger der Opposition setzt sich zur Wehr. (30. Juli 2017) Die Demonstranten errichten in Caracas Strassenblockaden. (30. Juli 2017) Seine Stimmabgabe ging nicht problemlos über die Bühne: Staatspräsident Nicolás Maduro. (30. Juli 2017) «Dies ist ein schwarzer Tag, verursacht von den kranken Ambitionen einer einzigen Person»: Oppositionsführer Henrique Capriles. (30. Juli 2017)

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In der venezolanischen Hauptstadt Caracas haben Mitglieder der präsidententreuen Verfassungsversammlung nach Angaben der Opposition das von dieser dominierte Parlament gestürmt. Unterstützt wurde die Gruppe von Soldaten.

Auf der Parlamentsseite im Kurzbotschaftendienst Twitter wurden am Montagabend Fotos veröffentlicht, auf denen eine Gruppe von Menschen im Sitzungssaal des Parlaments zu sehen ist. Die Volksversammlung tagt im selben Gebäude wie die Verfassunggebende Versammlung, die nach dem Willen von Präsident Nicolás Maduro das Parlament ersetzen soll.

Zu den Eindringlingen zählte den Angaben zufolge die Vorsitzende der Verfassunggebenden Versammlung, die frühere Aussenministerin Delcy Rodriguez. Im Parlament verfügt die Opposition nach der Wahl vom Dezember 2015 über eine Zweidrittelmehrheit.

Kritik an Verfassunggebender Versammlung

Ein neuer Höhepunkt der seit Monaten andauernden Konfrontation zwischen Präsident und Opposition war die Einsetzung einer Verfassunggebenden Versammlung, die Maduro vor rund einer Woche trotz heftiger Proteste im In- und Ausland wählen liess. Die Mitglieder des neuen Gremiums sollen die Verfassung novellieren, die 1999 unter Maduros Vorgänger, dem 2013 gestorbenen Hugo Chávez, in einem Volksentscheid verabschiedet worden war.

Am Montag kritisierte die EU in einer Erklärung den Amtsantritt der Verfassunggebenden Versammlung und deren erste Handlungen, darunter die Entfernung Luisa Ortegas aus ihrem Amt als Generalstaatsanwältin. Ortega gehörte früher zu den Chavisten, ist mittlerweile aber eine ihrer schärfsten Kritikerinnen.

Das ölreiche südamerikanische Land wird seit Monaten von politischen Unruhen und einem erbitterten Machtkampf zwischen Regierungslager und Opposition erschüttert. Im Verlauf der gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden seit Anfang April mindestens 125 Menschen getötet.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PG am 08.08.2017 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffe nur eines...

    das kein Staat der Welt die Meinung hat...den Venuzelaner muss man helfen, diesem armen Volk. Habe dort selber 20 Jahre gelebt und für eine internationale Unternehmung gearbeitet. Das ganze Volk war begeistert von Chavez seinen sozialen Projekten und Enteignungen von privaten Unternehmen.Alle, ausser die Venezulaner, wussten das dies voll daneben gehen wird.So ist es jetzt und sollen sie es haben.

  • romeosail am 08.08.2017 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das

    Desaster nimmt seinen Lauf und die Welt schaut (gezwungener Massen) zu. Die Despoten auf dieser Welt haben Hochkonjuktur.

  • ale c. am 08.08.2017 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regime Change

    Hoffe das ganze hat bald ein Ende. Leider würde auch eine richtige Revolution oder eine Intervention von aussen, viel Blut fordern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • ale c. am 08.08.2017 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regime Change

    Hoffe das ganze hat bald ein Ende. Leider würde auch eine richtige Revolution oder eine Intervention von aussen, viel Blut fordern.

  • PG am 08.08.2017 09:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hoffe nur eines...

    das kein Staat der Welt die Meinung hat...den Venuzelaner muss man helfen, diesem armen Volk. Habe dort selber 20 Jahre gelebt und für eine internationale Unternehmung gearbeitet. Das ganze Volk war begeistert von Chavez seinen sozialen Projekten und Enteignungen von privaten Unternehmen.Alle, ausser die Venezulaner, wussten das dies voll daneben gehen wird.So ist es jetzt und sollen sie es haben.

  • Markus am 08.08.2017 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Putsch

    Nicht lange und die Armee sorgt für Ruhe, hoffentlich geschlossen und ohne tote.

  • Andrés Sinaola am 08.08.2017 08:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Chavez

    Leider ist Chavez gestorben. Mit ihm als Präsidenten konnte die Regierung nicht machen was sie wollte, sondern musste sich um ihre Aufgaben kümmern. Maduro hat seit Amtsbeginn versucht, die Bevölkerung mit Ihrer Begeisterung für Chavez zu gewinnen (Lied eingestimmt, welches Chavez mal im TV gesungen hat, "Chavez ist mir als Vogel erschienen"). Absurder Typ dieser Maduro, welcher von Chavez nicht nur 1x gesagt bekam, er solle seine Arbeit machen. Chavez hat die Fehler auch in seinen eigenen Reihen erkannt.

  • romeosail am 08.08.2017 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das

    Desaster nimmt seinen Lauf und die Welt schaut (gezwungener Massen) zu. Die Despoten auf dieser Welt haben Hochkonjuktur.