Europa friert

09. Februar 2012 17:22; Akt: 09.02.2012 17:36 Print

Zahl der Kältetoten steigt auf über 500Zahl der Kältetoten steigt auf über 500

Die anhaltende Kälte in Europa lässt die Opferzahlen weiter nach oben schrauben. Am schlimmsten ist die Lage in der Ukraine. Dort will man allerdings keine Zahlen mehr bekannt geben.

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Am 9. Februar steigt die offizielle Anzahl der Kältetoten auf über 500. In der Nacht auf den 7. Februar kamen in Italien wegen der extremen Kälte sieben Menschen ums Leben. Die Stadt Rom stellt 2000 Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung. Seltener Anblick: Das Römer Kolosseum am 4. Februar 2012 im Schneetreiben. Noch seltenerer Anblick: Ein Langläufer im Circus Maximus, ebenfalls in Rom. Seltsam, dass hier der Mann auf den Skiern auf den Auslöser drückt und nicht die Frau gegenüber den erinnerungswürdigen Moment festhält. Gut eingepackt: Frauchen und Hund zeigen sich in Rom gleichermassen wetterfest. Damit das auch für sein Auto gilt, legt ein junger Mann in den schneebedeckten Strassen selber Hand an. Auch Serbien versinkt im Schnee. Im Bild das Schloss Kalamegdan, mitten in Belgrad, am 3. Februar. Da hilft auch ein Bart nicht mehr viel. In Uzice, 200 Kilometer südwestlich von Belgrad, hält ein Mann Ausschau. In Serbien soll wegen der Kälte der Ausnahmezustand ausgerufen werden. Auch im nordfranzösischen Lille liegt Schnee. Allein in der Nacht auf den 3. Februar fielen in der Ukraine 38 Menschen der Kälte zum Opfer. In Athen liegt am 2. Februar 2012 eine dicke Schneeschicht. Seltenes Bild: Die Kathedrale von Siena in Italien, schneebedeckt, am 1. Februar 2012. Die blaue Moschee im türkischen Istanbul ist für einmal eher weiss. Palmen und Schnee. Diese seltene Kombination zeigt sich in der Türkei. Die Suleyman-Moschee in Istanbul muss vom Schnee befreit werden. Spektakuläre Bilder liefert uns ein Reutersfotograf aus dem deutschen Wendelstein bei Bayrischzell Kalt, kalt, kalt: Der Winter hält Europa fest im Griff. Im weissen Kleid präsentierte sich am 1. Februar selbst Nizza. Orangen im Schnee... ...die Palme an der Uferpromenade streckt sich hartnäckig grün in den Himmel. In der Elbe bei Dresden bilden sich Eisschollen Machen sich so klein wie möglich: Enten und ein Schwan in Weissrussland. Schnee liegt auch in Mailand. Schnee und Kälte auch in Genua, aufgenommen am 31. Januar 2012. Schneeräumung im Stadion von Juventus Turin am Montagabend, 30. Januar 2012. Schnee in Sotschi, Russland, Austragungsort der Olympischen Spiele 2014. Mitarbeiter des Roten Kreuzes helfen in Berlin einem Obdachlosen. Der gefrorene Wasserfall von Radau in der Nähe von Bad Harzburg (D). Vom Wind zugeweht und festgefroren. Schnee an der Kirche auf dem Wendelstein in der Nähe von Bayrischzell (D). Die Kältewelle hat auch Griechenland erfasst: In Athen versucht sich einer der 20 000 Obdachlosen zu erwärmen. In der Tat ein weisser Strand: In Südkreta könnte es schon bald wieder so aussehen. Noch kälter ist es in Rumänien, wo das Thermometer am Dienstag gerade einmal noch -27 Grad erreichte. Prekär ist die Lage in der Ukraine: Bereits sind 18 Menschen erfrorer. Auf der Strasse werden deshalb warme Mahlzeiten an Bedürftige abgegeben. In Bulgarien wurden rekordtiefe Temperaturen gemessen. Die Kältewelle fordert in zahlreichen Ländern Opfer: In Serbien sind bereits drei Menschen erfrorern. Russland, hier das Dorf Sliznevo in Taiga, muss Temperaturen von unter minus 30 Grad ertragen.

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Die Kältewelle hält Europa weiter fest im Griff. In der Ukraine tobte ein Schneesturm auf der Halbinsel Krim am Schwarzen Meer. In mehr als hundert Ortschaften fiel deswegen stundenlang der Strom aus, wie das Zivilschutzministerium in Kiew am Donnerstag mitteilte.

Mittlerweile wurden in Europa mehr als 500 Kältetote gezählt. Die ukrainischen Behörden geben seit Dienstag keine neuen Zahlen mehr heraus, doch hat das Land die mit Abstand meisten Opfer zu beklagen.

Polen meldete bis Donnerstag 77 Kältetote. Mehr als 50 Menschen starben zudem wegen defekter Öfen an Kohlenmonoxidvergiftung oder verbrannten in durch Öfen ausgelösten Bränden.

Mehr als 70 000 Menschen waren am Donnerstag noch in Serbien, Kroatien, Bosnien, Mazedonien und Montenegro von der Aussenwelt abgeschnitten. In der bosnischen Stadt Mostar waren rund 15 000 Haushalte den dritten Tag in Folge ohne Strom.

Schneekettenpflicht in Rom

Italien bereitete sich am Donnerstag auf eine weitere Kältewelle vor. Bereits für den Abend sagten die Meteorologen Eisstürme im Norden des Landes voraus. Viele Einwohner reagierten mit Hamsterkäufen, das Rathaus liess 4000 Schaufeln verteilen.

Diesmal sei Rom vorbereitet, sagte Bürgermeister Gianni Alemanno. Am vergangenen Wochenende hatten Eis und Schnee ein Verkehrschaos in der Hauptstadt verursacht. Alemanno ordnete an, dass am Freitag und Samstag in Rom nur Autofahrer unterwegs sein dürfen, die Schneeketten dabei haben.

Selbst Nordafrika wird von der Kältewelle zunehmend in Mitleidenschaft gezogen. Allein in Algerien starben innert einer Woche 44 Menschen bei Unfällen oder weil sie mit behelfsmässigen Methoden zu Hause für Wärme sorgen wollten und erstickten.

Kein Gips mehr

Ungewöhnliche Folgen hatte das kalte Wetter in Kroatien: Wegen der aussergewöhnlich hohen Zahl von Knochenbrüchen war im kroatischen Split der gesamte Gipsvorrat von zwei Jahren innert fünf Tagen aufgebraucht.

Bürgermeister Zeljko Kerum machte die hohe Mehrwertsteuer für die vielen Unfälle verantwortlich: Sie habe die Preise für Winterstiefel in solche Höhen getrieben, dass die Leute sie sich nicht mehr leisten könnten.

Weniger Verbrechen

In Serbien wurde der Schiffverkehr auf der Donau gestoppt. Serbiens Innenminister Ivica Dacic konnte der Kälte jedoch auch Positives abgewinnen: Wegen ihr sei die Zahl der Verbrechen im Land deutlich zurückgegangen, sagte er der Nachrichtenagentur Tanjug.

Die Zahl der Straftaten sei um 40 Prozent gesunken; in den vergangenen Tagen sei nicht ein einziger Autodiebstahl registriert worden.

«Elf-Städte-Tour» vorerst abgesagt

Andernorts sorgten zugefrorene Seen bei Schlittschuhläufern für Freude. Doch nicht überall ist das Eis dick genug: In den Niederlanden müssen Wintersportler womöglich ein weiteres Jahr auf eine Neuauflage der traditionsreichen «Elf-Städte-Tour» warten. Die Veranstalter sagten das Rennen über die zugefrorenen Kanäle der Provinz Friesland vorerst ab.

In Polen ist die Masurische Seenplatte nach zwei Wochen Kälte zwar zugefroren und die Eisschicht im Schnitt 20 Zentimeter dick. Dennoch warnte die Polizei in Olsztyn (Allenstein) davor, mit dem Auto über die Seen zu fahren. In den vergangenen Tagen hatten Autofahrer bereits mehrfach improvisierte Rennen auf dem Eis ausgetragen.

(sda)

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  • hatschepust am 09.02.2012 21:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schlim

    das sind extrem schlime zahlen doch den Schuhmachern soll man nicht alles in die Schuhe schiben .und Rom reagiert über.