Grossbrand

26. November 2012 15:51; Akt: 26.11.2012 22:28 Print

14 Tote bei Feuer in Behindertenheim14 Tote bei Feuer in Behindertenheim

Im deutschen Titisee-Neustadt sind 14 Menschen bei einem Brand ums Leben gekommen, sechs wurden schwer verletzt. Das Feuer war in einer Werkstatt der Caritas ausgebrochen.

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Am Dienstag, 27. November, kennt die Polizei die Brandursache: Aus der Flasche eines Ofens in der Werkstatt ist offenbar Gas ausgetreten und hat sich entzündet. In der der Kirche des deutschen Dorfs Titisee-Neustadt brennen 14 Kerzen. Sie stehen für die 14 Menschen, die am Montag, 26. November, dem Brand in einem Behindertenheim zum Opfer gefallen sind. Das ganze Dorf in Baden-Würtemberg ist fassungslos. Manche Menschen legen Blumen vor das Behindertenheim ... ... andere zünden Kerzen an und beten. Tags zuvor ist in diesem Behindertenheim das Feuer ausgebrochen. Von aussen sieht man dem Gebäude im Schwarzwald am Dienstag bis auf wenige Brandspuren und zerborstene Scheiben wenig an. Ein vereinzelter Rollstuhl steht vor dem Gebäude. Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, ist am Montagnachmittag schnell zur Stelle. Die Feuerwehr war mit einem Grossaufgebot vor Ort. Zehn behinderte Frauen im Alter von 28 bis 68 Jahren sowie drei Männer im Alter von 45 bis 68 Jahren und eine 50-jährige Betreuerin kamen beim Brand ums Leben. Weitere neun Personen - sieben behinderte Menschen aus der Werkstatt und zwei Feuerwehrleute - wurden verletzt. In der Einrichtung der Caritas befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs etwa 120 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung. Weitere neun Personen - sieben behinderte Menschen aus der Werkstatt und zwei Feuerwehrleute wurden verletzt. In der Einrichtung der Caritas befanden sich zum Zeitpunkt des Brandausbruchs etwa 120 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung.

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Noch am Abend prägen Blaulicht, Krankenwagen, Notärzte und eine riesige Anzahl von Einsatzkräften den Ort der Brandkatastrophe in Titisee-Neustadt. Für 13 Behinderte und eine Betreuerin in der Behindertenwerkstadt kam am Montagnachmittag jede Hilfe zu spät. Dabei war die Feuerwehr bereits sechs Minuten, nachdem die Brandmelder angeschlagen hatten vor Ort. Der malerische Ferienort im Hochschwarzwald steht unter Schock.

«Ich bin seit 30 Jahren bei der Polizei, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt», sagte ein Sprecher der Polizeidirektion Freiburg. Die Beamten waren mit schwerem Atemschutzgerät in das Gebäude vorgedrungen, um die Bewusstlosen ins Freie zu bringen. Einige wurden noch beim Heraustragen beatmet, berichtet eine Augenzeugin. «Aber dann mussten die Retter draussen feststellen, dass die Menschen bereits tot waren.»

Mit einer so grossen Anzahl von Toten hatte niemand gerechnet. Insgesamt wurden nach Polizeiangaben acht weitere Menschen verletzt. Zahlreiche psychologische Betreuer mussten sich nicht nur um die Geretteten und Angehörige der Opfer kümmern, auch die Einsatzkräfte brauchten zum Teil ihre Hilfe. «Bei sehr starker Rauchentwicklung tritt bereits nach zwei bis drei Atemzügen vor der Bewusstlosigkeit eine starke Bewusstseinstrübung ein», sagte der Sprecher.

Medien berichten über Explosion

Der Brand war in der Behindertenwerkstatt der Caritas im Ortsteil Neustadt ausgebrochen. Gegen 14.00 Uhr wurde die Feuerwehr über einen Brandmelder alarmiert. In der Werkstatt sind etwa 120 Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung unter anderem in der Metall- und Holzverarbeitung sowie in der Elektromontage beschäftigt. Die Brandursache sei weiterhin unklar, sagte der Polizeisprecher, die Brandermittler seien im Gebäude. Medienberichten zufolge soll sich in einem Lagerraum im Dachstuhl des Gebäudes eine Explosion ereignet haben. Dies konnte die Polizei auf dapd-Anfrage zunächst nicht bestätigen.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der sich vor Ort ein Bild von der Katastrophe machte, sagte: «Die Nachricht über den Brand in der Behindertenwerkstatt und das schreckliche Ausmass haben mich zutiefst getroffen.» In Gedanken sei er bei den Opfern. Sein tiefes Mitgefühl gelte ihren Angehörigen. «Ganz Baden-Württemberg trauert mit ihnen.»

Auch der Caritasverband Freiburg-Stadt zeigte sich entsetzt: «Wir sind völlig fassungslos, wie in einer modernen und gut ausgestatteten Werkstatt am helllichten Tag eine solche Katastrophe passieren kann», sagte der Stellvertreter des Vorstands, Rainer Gantert, auf dapd-Anfrage. Zur Brandursache konnte Gantert zunächst keine Angaben machen. Die Sicherheitsvorkehrungen entspreche nach jetzigem Stand «absolut jeglichen Anforderungen», sagte er.

(dapd)