Resolution

16. Februar 2012 22:50; Akt: 17.02.2012 06:19 Print

Vollversammlung der UNO verurteilt SyrienVollversammlung der UNO verurteilt Syrien

Mit grosser Mehrheit haben die Vereinten Nationen die seit elf Monaten anhaltende Gewalt des Regimes in Syrien verurteilt. 137 Länder stimmten für die Resolution.

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UN-Beobachter treffen sich am 3. Mai mit Mitgliedern der Freien Syrischen Armee in Homs. Ein aus Libyen kommendes Schiff mit Waffen ist am 28.4.2012 in Beirut von der libanesische Armee beschlagnahmt worden. Die Waffen waren für syrische Rebellen bestimmt. Im Zentrum von Damaskus explodierte am 27. April eine Bombe. Mindestens sieben Menschen wurden getötet und mindestens 20 verletzt. Eine gewaltige Explosion erschütterte am 26. April die Stadt Hama. Laut dem Regime haben Aufständische falsch mit Sprengstoff hantiert. Aktivisten behaupten dagegen Regierungstruppen hätten die Stadt beschosssen. Neeraj Singh, Leiter der UNO-Beobachtermission in Syrien (2. von rechts), erläutert am 25. April in einem Hotel in Damaskus die Arbeit der Beobachter. Am 21. April sind vier Mitglieder der UNO-Beobachter-Mission in Homs und sprechen mit Anwohnern. Gegen das Blutvergiessen können aber auch sie nicht viel ausrichten. Seit dem 12.4.2012 um 5 Uhr MESZ ist der Waffenstillstand in Kraft. Doch die Bilder sprechen eine andere Sprache: Ein Amateurvideo vom 15. April zeigt Explosionen und Bombeneinschläge in Homs. Zerstörte Gebäude in Homs. Syrische Truppen eröffneten am 9. April 2012 das Feuer auf ein Flüchtlingslager auf türkischem Boden. Am 5. April besetzte die syrische Armee die Stadt Duma bei Damaskus. Kämpfer der Freien Syrischen Armee: Wie am bekannt wurde, wollen mehrere Golfstaaten die Rebellen mit 100 Millionen Dollar unterstützen. Der türkische Ministerpräsident Tayyip Erdogan sieht vor dem Treffen der «Freunde Syriens» wenig Hoffnung. Der UNO-Sondergesandte Kofi Annan wirbt am 27. März in China um Unterstützung für den Friedensplan für Syrien. 16 000 Syrer sind bis zum 16. März über die Grenze in die Türkei geflohen. Laut Human Rights Watch wurde das syrische Grenzgebiet zur Türkei mit Minen ausgelegt. Derweil wird auch am 13.3.2012 die Forderung der Opposition nach internationaler Hilfe laut. Am 10. März 2012 trifft sich der UNO-Sondergesandte Kofi Annan mit dem syrischen Machthaber Baschar Assad - erfolglos. Gleichentags sterben bei Angriffen der Regierungstruppen erneut über 60 Menschen. Am 8. März berichtet UNO-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos von ihrem Besuch in Homs tags zuvor. Sie zeigt sich erschüttert über die schweren Zerstörungen in der syrischen Stadt. 6. März 2012: Die syrische Armee hat das aufständische Viertel Baba Amr in Homs gestürmt. Am 1. März geht das Leiden in Syrien weiter. Regierungstruppen setzen ihren Angriff auf die Stadt Homs fort. Die UNO kann ihre Nothilfe immer noch nicht starten. Der britische Fotograf Paul Conroy konnte am 28. Februar 2012 aus dem belagerten Viertel Baba Amr evakuiert werden. Mitten im grossen Blutvergiessen hat der syrische Präsident die Bevölkerung aufgerufen, über eine neue Verfassung abzustimmen. Ein beschossenes Gebäude in Homs zeugt am 19. Februar von den heftigen Bombardements, die die Stadt erdulden muss. Noch immer werden in Syrien Städte bombardiert. Am 21. Februar 2012 fordert Russland daher einen UNO-Sondergesandten einzusetzen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon spricht am 16.2.2012 von Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Syrien. In der Stadt Zabadani patroullierten Assad-Truppen mit Panzern (rechts) Am 16.02.2012 wurden in Syrien 14 Menschenrechtsaktivisten festgenommen. Darunter auch die Bloggerin Rasan Ghassawi. Der britische Aussenminister Hague spricht sich am 13.2.2012 für eine Friedenstruppe aus - jedoch ohne westliche Beteiligung. In der Stadt Daraa kam es zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Das Satellitenbildunternehmen Digital Globe hat Aufnahmen veröffentlicht, auf denen nach Angaben des Unternehmens Panzer und andere gepanzerte Fahrzeuge der syrischen Streitkräfte in der Stadt Homs zu sehen sind. Demnach wurden die Bilder am 10.2.2012 aufgenommen. Auf einigen der Fotos sei zu sehen, dass gepanzerte Fahrzeuge in der Nähe von Wohngebäuden stehen. Am 10. Februar 2012 erschüttern Detonationen Aleppo. Es gab viele Tote und Verletzte. Am 7. Februar 2012 trifft der russische Aussenminister Sergej Lawrow auf Syriens Präsident Baschar al-Assad (links). Die Oppositionshochburg Homs steht weiter unter beschuss. Am Montag, den 06. Feburar, kamen laut Oppositionsangaben mindestens 95 Menschen ums Leben. Während die Gewalt in Syrien anhält, protestieren Regierungsgegner in Jerusalem gegen Baschar al-Assad und das systematische Töten von Regierungsgegnern. Am 30.Januar gehen die Kämpfe zwischen Opposition und Regierungstruppen weiter. Viele Zivilisten sterben. Bei schweren Ausschreitungen in der Stadt Hama wurden am 27. Januar mindestens 44 Menschen getötet. Syrische Soldaten der freien Armee bei einem Protest gegen Präsident Baschar al-Assad in der Stadt Khalidieh am 26. Januar 2012. Am 24.1.2012 gaben sechs Golfstaaten bekannt ihre Beobachter aus Syrien abzuziehen. In den Strassen von Daraa patrouillieren schwer bewaffnete Polizisten... In Ghabagheb versammeln sich mehrere Hundert Syrer, um gemeinsam an einem Protestmarsch in die Provinzhauptstadt Daraa teilzunehmen. In Daraa kam es in der vergangenen Woche zu den bisher grössten Ausschreitungen gegen das Regime in Damaskus. Um die 100 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein... ... In einem improvisierten Konvoi - bestehend aus Motorrädern, Taxis, PWs, Pickups - fahren die Protestierenden von Ghabagheb nach Daraa und schwenken syrische Flaggen... ... Der Grund: Die Trauerfeier für neun Syrer, die bei Zusammenstössen mit der Polizei ums Leben kamen, weiten sich während des Tages zu einem Massenprotest aus, dem sich um die Einwohner anschliessen. ... Zur gleichen Zeit lässt das Regime in Damaskus protestieren: Regierunsnahe Aktivisten demonstrieren in der Hauptstadt, halten Fotos von Präsident Bashar Assad in die Höhe und singen patriotische Lieder. ... Augenzeugen berichten, Sicherheitskräfte hätten die al-Omara-Moschee, wo regimekritische Demonstranten Zuflucht suchten, gestürmt... ... Über 40 Leute sollen bei der Erstürmung ums Leben gekommen sein. ... und schiesst auf Demonstranten. Mehrere kommen ums Leben. Nur Stunden vorher soll es in einer Moschee in Daraa zu einem richtiggehenden Massaker gekommen sein... In Daraa kommt es zu schweren Zusammenstössen zwischen zumeist jugendlichen Protestierenden und Sicherheitskräften. Die Polizei setzt Tränengas ein... Die Proteste gegen die syrische Regierung gehen weiter. Bei den blutigen Kämpfen sind bereits 55 Menschen gestorben. : Baschar Assad spricht vor dem Parlament. Er sieht eine Verschwörung gegen sein Land im Gange. : Das Militär stärkt Präsident Baschar den Rücken und ist bereit mit allen Mitteln gegen Demonstranten vorzugehen. Wenn nötig auch mit Waffengewalt. Bei Protesten in Syrien sind am zahlreiche Menschen getötet und verletzt worden. Hier eine Demo in Daraa. Unterstützer des syrischen Regiimes haben am die Städte Baida und Beit Dschnad angegriffen. Als am 10. April die Stadt Bania angegriffen worden war, kam es zu mehreren Todesopfern. Am stellte Syrien ein neues Kabinett vor. Am wird eine Sitzblockade in der Stadt Homs gewaltsam aufgelöst. In Homs nehhttp://www.20min.ch/diashow/36477/syrien2-9fcc52cdbb342d2d40df83f1db04fd2c.jpgmen tausende Demonstranten an der Beerdigung der am Vortag an einer Trauerfeier getöteten vier Menschen teil. Die Proteste gehen auch nach der Gewalteskalation der letzten Tage weiter. Die Gewalt geht auch am Samstag weiter. Zuvor war heftige Kritik von Seiten Barack Obamas an die syrische Regierung geäussert worden. Der «Freitag der Wahrheit» hat begonnen. Sicherheitskräfte haben wiederum massive Gewalt angewandt. Beim Einsatz der syrischen Sicherheitskräfte gegen regierungskritische Demonstranten in der Stadt Daraa sind am dutzende Menschen getötet worden. Die Sicherheitskräfte feuerten mit schwerer Artillerie auf die Stadt. Trotz heftiger internationaler Kritik am Vorgehen der syrischen Regierung gehen die Sicherheitskräfte immer noch mit aller Härte gegen die Proteste vor. Trotz hartem Vorgehen der syrischen Regierung gegen die Opposition gehen die Proteste in zahlreichen Städten weiter. Die syrische Regierung hat daher am 1. Mai erneut Reformen angekündigt. Syrische Regierungstruppen nehmen die Protesthochburg Banias ein und verhaften über 1000 Oppositionelle. Panzer der syrischen Armee rollen in der Küstenstadt Banias ein. Die Opposition widersetzt sich dort dem Präsidenten Assad. Die Stadt Hama wird von der syrischen Armee belagert. Die Demonstranten werden massenhaft abgeführt. Das syrische Militär ist an der Grenze zum Libanon eingerückt - von dort flüchten immer mehr Syrier ins benachbarte Land. herunter. Teilnehmer an einer Trauerfeier für am Vortag getötete Demonstranten in der Stadt Homs. Gemäss Angaben von Menschenrechtsaktivisten sollen Sicherheitskräfte den Trauerzug und dabei mehrere Menschen getötet haben. Eine unabhängige Überprüfung der Echtheit dieser Videos ist allerdings wegen der schwierigen Nachrichtenlage nicht möglich. Die syrische Opposition hatte zu einem «Tag der Wut» aufgerufen. Dabei gingen die Sicherheitskräfte brutal gegen die Demonstranten vor. Baschar Assad erlässt eine Generalamnestie für politische Gefangene. Eine weitere Aufnahme aus dem Camp. Diese Bilder sind allerdings kaum von unabhängiger Seite zu überprüfen. Im Internet veröffentlichte Videos zeigen, wie Angehörige des Militärs in der Nähe der Stadt Homs einen wehrlosen Mann misshandeln. Kinder posieren im Flüchtlingslager für den Fotografen und machen das Victory-Zeichen. Ein Flüchtling mit seinem Baby im Lager nahe der türkischen Ortschaft Yayladagi an der Grenze zu Syrien. Die syrische Armee rückt im Norden Syriens immer mehr vor. Der syrische Aussenminister bestreitet iranische Hilfe bei der Gewalt gegen Demonstranten. Zu Hunderten flüchten Syrer über die Grenze in die Türkei. Sie fürchten die Gewalt des syrischen Militärs. Erstmals haben die Proteste auf Aleppo übergegriffen, die zweitgrösste Stadt und das wirtschaftliche Zentrum des Landes. Mehrere hundert Menschen protestieren gegen das Regime. US-Präsident Barack Obama spricht dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad die Legitimität ab. : Der internationale Druck auf Bashar Assad steigt. Die EU will eine internationale Verurteilung erwirken. Die EU verschärft die Sanktionen gegen Bashar Assad. Panzer greifen gleichentags die Stadt Hama an. Regierungstruppen bringen hunderte Panzer vor den Städten Hama und Deir al-Zor in Stellung. Am gibt es weitere Massaker in Syrien. Die USA beziffern die Zahl der Toten auf über 2000. ...als auch am Tag. In vielen Teilen gleicht Homs aber einer Geisterstadt. Sowohl in der Nacht... : Die Militärpräsenz in Homs ist massiv. : Die USA und die EU fordern Baschar al-Assad erstmals direkt zum Rücktritt auf. Die Demonstrationen gegen Baschar Assad nehmen zu. Wieder sterben Menschen bei den Protesten. Hiobsbotschaft am Die UNO zählt bereits 2600 Tote in Syrien seit Beginn des Aufstandes. Origineller Protest in Homs am : Taucher zeigen ein Anti-Assad-Plakat mit der Aufschrift «Menschen und Fische wollen, dass der Mörder verschwindet». Gleichzeitig mehren sich Berichte, wonach die Regimegegner zum bewaffneten Kampf übergehen. Am stürmen Assad-Truppen die Stadt Rastan. : Die staatliche syrische Zeitung «Al Baath», ein Sprachrohr der Regierung, warnte US-Botschafter Robert Ford davor, Stellung zu beziehen. Im Januar 2011 traf sich der Botschafter noch mit Syriens Präsident Baschar al-Assad. 4. November 2011: Ein Demonstrant stellt sich in der Nähe von Homs der Polizei in den Weg. Befürworter von Assad an einer Demo in Aleppo am 19. Oktober. Gaddafi ist weg, der nächste ist Assad: Mit Schuhen wird am 21. Oktober auf Assad-Porträts von Exil-Syriern in Libanon eingeschlagen. Auch nach der Friedensvereinbarung zwischen Assad und der Arabischen Liga vom 2. November 2011 dauern die Unruhen in Syrien an. Amateuraufnahmen eines Videos zeigen wie syrische Soldaten eine Leiche wegschleppen (11. November 2011). Bei schweren Gefechten in der Stadt Daraa kamen am 14. November 2011 bis zu 90 Menschen ums Leben. Das Bild zeigt einen brennenden Panzer der syrischen Armee. Ein Screenshot aus einem Youtube-Video, das am 19. November 2011 hochgeladen wurde, soll offenbar Dissidenten der syrischen Armee zeigen. Ob die Angriffe auf ein Gebäude der regierenden Baath-Partei in Damaskus auf ihr Konto gehen, ist unklar. Am 28. November 2011 protestieren tausende Syrier in Damaskus gegen die Sanktionen der arabischen Staaten. Auch am 3. Dezember, nach dem Beschluss von Sanktionen gegen Syrien, geht das Blutvergiessen weiter. Am 13.1.2012 warnt die Arabische Liga eindringlich vor einem Bürgerkrieg. Die Gewalt nimmt kein Ende: Am 17. Dezember sind in Syrien erneut 21 Zivilisten von Sicherheitskräften getötet worden. Die arabische Liga verliert langsam die Geduld mit dem syrischen Machthaber, stellt ein neues Ultimatum - und will sich bei einem Nichteinhalten «wahrscheinlich» an den UNO-Sicherheitsrat wenden. Präsident Baschar al-Assad (rechts) hat derweil eine irakische Delegation in Damaskus empfangen. Am Dienstag 27. Dezember schickt die Arabische Liga Beobachter nach Syrien: Desertierte Soldaten verschanzen sich in zerbombten Häusern. Beobater der Arabischen Liga erkunden am 28. Dezember Baba Amr, einen Stadtteil von Homs. Trotz der internationalen Mission gehen die Proteste und tödlichen Schiessereien weiter. Der Leiter der Beobachtermission in Syrien, General Mustafa al Dabi, gerät unter Druck: Am 29. Dezember wird von der syrischen Opposition seine Abberufung gefordert. Syrier in Daraa sprechen am 30. Dezember 2011 mit einem Delegierten der Arabischen Liga. Die syrische Armee hat ihre schweren Waffen aus den Städten abgezogen. Dies melden die Beobachter der Arabischen Liga (Bild) am 2. Januar. Eine Gruppe von Beobachtern der Arabischen Liga inspiziert am 2. Januar die Strassen von Idlib in Nordsyrien. Bei einem schweren Selbstmordanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus sind am 6. Januar mehrere Personen ums Leben gekommen. Diese Amateur-Aufnahmen aus einem Video sollen zeigen, wie Demonstranten im syrischen Hama vor Schüssen mit scharfer Munition fliehen müssen. Eine Überprüfung der Bilder auf ihre Echtheit ist jedoch von unabhängiger Seite nicht möglich. France 2-Journalist Gilles Jacquier stirbt am 11.1.2012 bei einem Granatbeschuss in Homs.

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Die UNO- Vollversammlung hat in einer Resolution das sofortige Ende der Gewalt in Syrien gefordert. Mit grosser Mehrheit stimmte das Gremium am Donnerstag in New York für den Entwurf, den Saudi-Arabien und Katar vorbereitet hatten.

In der Resolution wird die Unterdrückung der Protestbewegung gegen Staatschef Baschar al-Assad verurteilt. Nach Angaben syrischer Menschenrechtsaktivisten starben seit März 2011 mehr als 6000 Menschen. Die Entschliessung der UNO-Länder orientiert sich an einem Aktionsplan der Arabischen Liga, den diese vor rund zwei Wochen verabschiedet hat.

Eine Resolution der Vollversammlung hat aber nur Empfehlungscharakter und ist nicht völkerrechtlich verbindlich. Dennoch ist sie ein starkes Symbol, wenn ein Grossteil der UNO- Mitglieder zustimmt.

Im Falle der Syrien-Resolution stimmten trotz des Widerstands von China und Russland 137 Ländervertreter dafür. Zwölf Länder votierten dagegen, darunter auch Nordkorea und Venezuela. 17 Länder enthielten sich.

In der UNO-Vollversammlung, der 193 Länder angehören, gibt es kein Veto-Recht. Ein verbindlicher Beschluss im UNO-Sicherheitsrat zu Syrien scheiterte bislang an den Veto-Mächten China und Russland. Russland ist ein enger Verbündeter des Assad-Regimes und dessen zuverlässigster Waffenlieferant.

Gewalt eskaliert

Das Regime in Syrien ging weiter mit aller Härte gegen die Aufständischen vor. Mindestens 44 Menschen wurden nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag getötet, darunter 28 Deserteure. Die meisten starben durch Artillerie nahe der Stadt Hama.

Laut Oppositionellen nahmen Sicherheitskräfte auch den Leiter des Zentrums für Medien und Meinungsfreiheit, Masen Darwisch, sowie weitere Menschenrechtsaktivisten fest. Nach Angaben der Weltorganisation gegen Folter in Genf wurden insgesamt 14 Menschenrechtler festgenommen oder verhaftet.

«Verbrechen gegen Menschlichkeit»

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte kurz vor Beginn der Vollversammlung den Ton gegen das Assad-Regime verschärft. Er warf diesem «Verbrechen gegen die Menschlichkeit» vor. «Spitäler werden als Folter-Zentren benutzt und bereits zehnjährige Kinder inhaftiert und missbraucht», sagte er in Wien.

Um der Protestbewegung die Spitze zu nehmen, hatte Assad am Mittwoch ein Referendum über eine Verfassungsreform für den 26. Februar angekündigt. Unter anderem solle die Monopolstellung seiner Baath-Partei fallen.

Ban liess bei einem Treffen mit Russlands Aussenminister Sergej Lawrow in Wien durchblicken, dass er der Ankündigung eines Verfassungsreferendums geringe Bedeutung beimisst. Die Regierung müsse «zuerst die Gewalt beenden», sagte er.

Die US-Regierung nannte die Ankündigung gar «lächerlich»: Sie verhöhne die syrische Revolution, sagte der Sprecher des Weissen Hauses, Jay Carney. Die Tage Assads seien gezählt.

Ende der Gewalt hat Vorrang

Der Oppositionelle Hassan Abdul Asim, sagte der Nachrichtenagentur DPA am Donnerstag in Damaskus: «Wir werden nicht an diesem Referendum teilnehmen und auch nicht an den nächsten Wahlen.» Vorrang habe die Beendigung der Gewalt.

Der oppositionelle Syrische Nationalrat (SNC) zeigte sich bereit zu einem Dialog mit Vertretern der Baath-Partei. Voraussetzung sei aber der Rücktritt Assads, sagte Abdelbaset Seda vom SNC der DPA in Doha.

Der SNC erwarte seine Anerkennung durch viele Staaten als legitime Vertretung des syrischen Volkes. Dies dürfte nach einem Treffen der «Gruppe der Freunde Syriens» geschehen, das für Freitag kommender Woche geplant ist. Die Gruppe umfasst vor allem arabische und westliche Staaten.

In den Foren des sogenannten Revolutionskomitees tauchte am Donnerstag eine Erklärung auf, in der sich die Assad-Gegner von einer Solidaritätsadresse des Al-Kaida-Anführers Aiman al-Sawahiri distanzierten.

Das EU-Parlament verlangte erneut den Rücktritt Assads und von Russland einen sofortigen Stopp seiner Waffenlieferungen nach Syrien. Die Abgeordneten forderten ausserdem die EU auf, eine schwarze Liste von Unternehmen aufzustellen, die Waffen an das Assad- Regime liefern.

Assad geht gegen Blogger vor

In Syrien haben Sicherheitskräfte laut einem Oppositionellen den Leiter des Zentrums für Medien und Meinungsfreiheit festgenommen. Mitglieder der Sicherheitsdienste seien am Donnerstag gegen Mittag in das Zentrum in Damaskus eingedrungen und hätten Masen Darwisch, seine Frau und einen Angestellten festgenommen. Das sagte der Oppositionelle Anwar Luai Hussein der Nachrichtenagentur AFP. Was gegen Darwisch vorliegt, war demnach nicht bekannt.

Festgenommen wurden laut dem Oppositionellen Anwar al-Bunni insgesamt 14 Menschenrechtsaktivisten, darunter auch die Bloggerin Rasan Ghassawi. Die Anfang Dezember schon einmal festgenommene Bloggerin ist nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten wegen «Schwächung des Nationalgefühls», «Schürens von Streit zwischen den Konfessionen» und der Bildung einer Organisation mit dem Ziel wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen angeklagt. Der 30-Jährigen drohen demnach bis zu 15 Jahre Haft.

Medien- und Menschenrechtszentrum offiziell geschlossen

Darwisch war bereits am 16. März 2011 zu Beginn des Aufstands gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad festgenommen worden. Damals nahm er laut Reporter ohne Grenzen als Beobachter an einer friedlichen Sitzdemonstration vor dem Innenministerium in Damaskus teil. Laut der in London ansässigen Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurde er eine Woche später einbestellt, nachdem er Erklärungen zu Festnahmen in Syrien sowie zu den Ereignissen in der südlichen Stadt Daraa abgegeben hatte.

Das von dem 38-jährigen Darwisch geleitete Zentrum ist offiziell seit vier Jahren geschlossen. Es setzt seine Arbeit jedoch ohne amtliche Genehmigung fort. Die Assad-Regierung hat die internationale Medienberichterstattung über den Gewaltkonflikt in Syrien eingeschränkt. Die amtliche Nachrichtenagentur Sana meldete unterdessen, eine «bewaffnete terroristische Gruppe» habe am Mittwochabend den Imam einer Moschee in Damaskus getötet. Der 37-jährige Ahmad Sadek sei mit dem Auto unterwegs nach Hause in der Nähe der Hauptstadt gewesen, als Maschinengewehrschüsse auf ihn abgefeuert worden seien.

(sda/dapd)

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  • Mike am 17.02.2012 09:06 Report Diesen Beitrag melden

    UNO NEIN DANKE

    Die UNO ein Zahnloser Tiger! Ist wie wenn man sagt, zu bist böse, darfst das nicht machen sonst, darfst du nicht mehr mitspielen! Lächerlich diese Show! Veto gehört abgeschafft-zeigt aber wie "Demokratisch" gewisse Länder sind. Es geht nie um Menschenrechte - immer nur um Gewinn! Spart das Geld für die UNO und gebt diese Geld direkt den Bedürftigen.

  • Bruno Helbling am 17.02.2012 07:03 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Farce...

    Was für eine Leistung... nach rund einem Jahr, schafft es die UNO, schriftlich festzuhalten, dass sie das Treiben in Syrien verurteilt... bravo... jetzt ändert sich natürlich alles... sofort...

  • Hansueli Meili am 17.02.2012 06:27 Report Diesen Beitrag melden

    UNO und was danach?

    Was soll das? Die UNO hat NULL aber NULL Entscheidungsmacht. Ein Veto oder zwei, (Russland und China) und alles ist nur Makulatur. Ich frage mich wie lange die Welt diese Organisation noch mit Milliarden unterstuezt. Besser heute als morgen aufloesen. Die Schweiz? Einfach ein Mitglied aber ohne etwas zu bewegen. Austreten und in die Opposition gehen.