Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Kleider machen Leute
21. Juli 2011 14:36; Akt: 21.07.2011 16:22 Print
Der Schleier macht intelligent
Eine von konservativen Medien verbreitete Karikatur erhitzt die Gemüter im Iran. Demnach sollen nachlässig verschleierte Frauen dumm, vorbildlich verschleierte hingegen klug sein.
Schlecht verschleierte Frauen galten bisher «nur» als weniger tugendhaft als korrekt verschleierte. Nun sollen sie auch noch dümmer sein.
Manchmal ist eine Karikatur gut, aber die zugrunde liegende These hinkt. Manchmal verhält es sich genau umgekehrt. Und manchmal sind sowohl These als auch Karikatur unbrauchbar. So geschehen in den vergangenen Tagen mit einer Karikatur, die von der konservativen iranischen Nachrichtenagentur Fars verbreitet wurde und viele Frauen im Iran empört.
Infografik Politisches System des IranDie Karikatur (siehe oben) zeigt zwei Frauen, eine liederlich verschleiert mit einem kleinen Hirn und eine vorbildlich verschleierte mit einem grossen. Laut der offiziellen Haltung der Regierung beschützt der Schleier die Frauen vor unanständigen Blicken der Männer. Wer ihn nicht richtig trägt, muss demnach ein Flittchen sein. Die besagte Karikatur geht noch einen Schritt weiter, indem sie einen Zusammenhang zwischen Schleier und Hirnmasse herstellt.
Die These ist so irrwitzig wie die Karikatur schludrig gezeichnet. Mit aufgespritzten Lippen, einer schlanken Statur und unbedeckten Haaren wurden durchaus Attribute gebündelt, die dem Klischee vieler jungen Frauen im Iran entspricht. Dasselbe gilt allerdings auch für operierte Nasen. In der Karikatur weist die verwestlichte Frau links aber eine wesentlich grössere Nase auf als die traditionelle rechts.
«Trotz solcher Bemühungen, Gewaltanwendung, Schikane, Verhaftungen, Bedrohungen und anderen Mitteln ist es den iranischen Behörden in den vergangenen 32 Jahren nicht gelungen, Frauen dazu zu zwingen, sich in der Öffentlichkeit so zu kleiden, wie sie es gerne hätten», kommentierte Radio Free Europe.
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
-
Alle 38 Kommentare

























Respektiert andere Kulturen
Ist unsere Kultur und Gesellschaft nur vorbildlich?? Auch wenn wir die Gepflogenheiten anderer Kulturen verabscheuen oder belächeln, nur weil wir anders aufgewachsen sind, sollten wir sie respektieren, was nicht heissen soll das wir sie befürworten. Aber unsere Bling-Bling-Mainstream-MTV-McDonalds-Geld und Reichtum-gierige Gesellschaft voller Vorurteile und Klischees kann genauso kritisiert werden.
Ihr beisst euch fast in die Finger...
Über unser Kopftuch, doch ihr müsst diesen Ärger in euch fühlen, nicht wir. Das Kopftuch der katholischen Nonnen hingegen stört euch nicht, ich weiss warum es euch nicht stört, wisst ihr das auch? Wenn ihr Hass, Neid oder Ärger über unser Kopftuch verspürt, nicht vergessen dies sind eure Emotionen nicht unsere...ihr liebt es durch solche Diskussionen immer ein bisschen zu sticheln und Öl ins Feuer zu giessen, Streit anzufachen...doch: Jeder erntet genau das was er aussät, genau wie im Garten auch, wer Tomaten sät wird keine Gurken ernten.
@Amira
Sehr schön!!! Wie man in den Wald ruft, hallt es zurück. Viele merken gar nicht, dass wenn sie sich aufregen und stören, sie sich nur selbst schaden bis sie grün und blau werden. Man kann andere grundsätzlich nicht scharf kritisieren, verurteilen, verpöhnen und über andere herziehen, ohne dass man auch mit sich selbst so umgeht. Respektiert andere, dann werdet ihr euch auch selbst respektieren können. Respektiert euch selbst, dann werden es auch andere tun...!!!
Nonnen
Das Kopftuchtragen war und ist in Europa in ländlichen Gebieten, nicht nur bei Nonnen, sondern bei landfrauen auch üblich. Es geht in diesem Artikel auch nicht darum sich über Kopftücher lustig zu machen, sondern darum, dass die iranische Regierung den Frauen weismachen will, dass sich Frauen, die sich das Kopftuch nicht so binden wie es die Regierung will, dümmer sind.
@Katharina Keller
Und was ist mit unseren Vorurteilen. Blondinen sind dümmer, Schöne Frauen = wenig Hirn. Frauen bekommen weniger Lohne, weil sie vielleicht weniger Leisten können, in einer Dienstleistungsgesellschaft??? Sind wir nun so viel besser und erhaben?
Es geht drum, das Thema mal lassen
@Peter Steiner, ach weisst du, es geht doch mal darum, dass man dieses Thema nicht immer erwähnt. Das führt doch immer zu Unruhe, ich bin selbst keine Iranerin, sondern gebürtige Schweizerin. Ich trage gerne ein Kopftuch, meine Mutter und Grossmutter, Christen trugen auch eins. @K.Keller, ja klar, das ist natürlich Blödsinn, und die iranische Regierung ein Fall für sich. Intelligenter am Kopftuch: es ist gewiss ein Schutz, das merke ich seit Jahren. Habe eine gute Verbindung zu Gott und liebe gewiss auch die ehrlichen und guten Menschen.
Zwang und Verleumdung
Liebe Amira, die meisten Frauen werden schlicht weg gezwungen ein Kopftuch oder einen Schleier zu tragen. Ich habe mal erlebt wieviel angst eine Frau hatte als es ein kleines Problem gab. Die Gewalt die sie zu Hause erlebt haben musste muss unglaublich gewesen sein. anders kann ich mir die Panik nicht vorstellen. Wir haben die Wahl; in diesen Laendern und Gesellschaften wird das Kopftuch erzwungen. Nicht selten mit Todesdrohungen. Ich haette weniger Probleme damit wenn es freiwillig waere. Nonne: eine Frau die unverheiratet ist und ihr Leben Gott widmet. Das ist kein Vergleich.
Wenn einem jemand Leid tut
Ich antworte Ihnen zum zweiten Mal:Tun Sie was für Sie richtig ist und lassen Sie andere Frauen für sich selbst entscheiden.Nicht jede Frau lässt sich von Männern oder Religionen vorschreiben wie sie sich anzuziehen hat.Sie können so viele Kopftücher tragen wie Sie wollen,das stört keinem hier.Aber die,die stichelt sind Sie,Sie werfen uns alle in den gleichen Topf und erwarten sicher eine negative Reaktion,um sich selbst zu bestätigen.
Viele Vorteile
Wenn ich ein Kopftuch trage geniesse ich viele Vorteile. Erstens habe ich Gott für mich, wer wollte dann gegen mich sein? Geniesse Gottes direkten Schutz, kann von Ihm direkt Wissen beziehen, keine Angst vor Menschen und Finanzkrisen, wegen dieses enormen Wissens. Gott zum Freund und Helfer haben, da weiss ich ganz einfach nichts besseres. Siehe 1.Korintherbrief, 11,6-7.
Gott ist in jedem drin
"Gott" ist in jedem drin aber nicht in einem Kopftuch. Ich erhalte Massenhaft Infos von Ihm auch ohne Kopftuch. Auch ich habe keine Angst vor allem was auf der Welt passiert. Er ist immer für mich da und hat mir schon 2x das Leben gerettet. Es war noch nicht meine Zeit zu gehen.
Bitte Koranstelle angeben!
Nun sag mir bitte mal, Amira, in welcher Sure ein Kopftuch erwähnt wird.
Gott gepachtet, oder was?
Im Prinzip ist mir egal, was man trägt. Aber die Einstellung, die damit einhergeht, stört mich. Ich trage Kopftuch, bin züchtig und Gott ist deshalb mit mir. Damit grenzen Sie sich wohl von den unreinen, ungläubigen Frauen ab. Alle Menschen sind gleich und Gott (sollte es einen geben) schert sich sicher nicht um deren Kopfbedeckung sondern bewertet ihre Taten. Geben Sie auch Ungläubigen nicht die Hand, wie ich es schon erleben mußte? Ich kann jederzeit ein Kopftuch aufsetzen, können Sie es jederzeit abnehmen. Wollen wir mal ein Sektchen zusammen trinken. Schade, geht ja nicht. Kein Alkohol!
Kein Zwang im Glauben
Ich sagte nie, Gott wohnt im Kopftuch, doch Er sagte, dass wir es tragen sollen um als Gläubige erkannt zu werden. Und: wir sollen es tragen wenn wir prophetische Worte sprechen. Gott spricht auch von Seinem gewaltigen Thron über den Himmeln, also nicht allein, dass Er nur in unseren Herzen wohnt. Ich habe dies nicht erfunden, selber trage ich das Kopftuch gerne, finde es auch schön. Wenn andere es nicht tragen kritisiere ich sie nicht. Und, ich bin kein überheblicher Mensch, aber sicherlich stolz darauf eine Dienerin Gottes zu sein, da geb ich mir auch Mühe ob mit Menschen oder Schöpfung.
Gott in Form von Mode?
Mir macht diese verbissene Fixation auf weltliche Dinge wie sie im Islam so stark betont wird grosse Muehe. Wie kann man nur so fixiert auf Mode sein? Mode ist oberflaechlich. Mohhamed hat das Kopftuch empfohlen als Schutz vor gewalttaetigen Maennern. In friedenszeiten ist se nicht noetig. Gott muss man in sich tragen und seine Handlungen muessen ein Zeichen Gottes sein. Ein Kopftuch ist aeusserlich und oberflaechtlich. Und ein Symbol der Gewalt.
Hausgemacht
Gottes direkten Schutz? keine Angst vor Finanzkriesen? Wohl eher den Schutz der westlichen Welt. Was ist mit der Hungersnot in Somalia? Sie ist weitgehend hausgemacht, ... von Islamisten die den Frauen das Kopftuch aufzwingen (und anderes). Mit einer verantwortungsvollen Familienpolitik haette Al Schahal die Kriese vermeiden koennen.
Vorteile??
Amira,wenn Sie meinen Sie müssten so leben,ist das Ihre Einstellung und fertig.Wenn Sie aber für alle iranischen Frauen(um die geht es hier)sprechen wollen,sage ich Ihnen,dass das nicht Sie zu entscheiden haben.Jede Frau im Iran ist für ihre eigene Entscheidung selbst verantwortlich.