Eklat bei Besuch in Israel

12. Februar 2014 15:32; Akt: 12.02.2014 16:34 Print

«Akzeptiere keine Lügen von einem Deutschen»

Bei einer Rede des Präsidenten des EU-Parlaments, Martin Schulz, ist es im israelischen Parlament zum Eklat gekommen. Schulz wurde der Lüge bezichtigt, es fielen «Schande»-Rufe.

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Bei der Rede des Präsidenten des EU-Parlaments vor dem israelischen Parlament verliessen Abgeordnete der rechten Siedlerpartei von Wirtschaftsminister Naftali Bennett unter Protest den Saal.

Schulz hatte die israelischen Siedlungen im Westjordanland als Hindernis für den Frieden bezeichnet. «Schande!», riefen die Mitglieder der Siedlerpartei gemäss «Spiegel Online», und «Palästinsenser sind Lügner!».

Der Lüge bezichtigte Wirtschaftsminister Bennett auch den EU-Parlaments-Präsidenten. Bennett schrieb auf seiner Facebook-Seite, Schulz habe gelogen, als er sagte, Palästinensern stehe weniger Wasser zur Verfügung als Israelis. Ausserdem habe Schulz von einer Blockade des Gazastreifens durch Israel gesprochen.

«Ich fordere den Präsidenten des Europäischen Parlaments auf, sich von seinen beiden lügnerischen Äusserungen zu distanzieren», schrieb Bennett weiter. «Ich akzeptiere keine Lügen von einem Deutschen», wurde der Minister zitiert.

«Unpassende Rede auf Deutsch»

Mosche Feigling, Mitglied der Likud-Partei von Regierungschef Benjamin Netanjahu, war der auf Deutsch gehaltenen Rede ganz fern geblieben. «Ich werde während der Rede abwesend sein, weil es unpassend ist, dass im Parlament des jüdischen Staates eine Rede in der Sprache gehalten wird, in der unsere Eltern in die Eisenbahnwaggons und in die Krematorien gestossen wurden», schrieb er auf Facebook.

Schulz selbst, der sich entschieden gegen einen EU-Boykott gegen Israel ausgesprochen hatte, nahm es mit Humor. Im EU-Parlament seien die Reaktionen auf seine Reden schlimmer.

(gux/sda)