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Wirtschaftskrise
10. Februar 2012 19:23; Akt: 10.02.2012 19:23 Print
Spaniens Kampf gegen die Jugend-Arbeitslosigkeit
Jeder zweite unter 25 Jahre alte Spanier hat keinen Job. Die Regierung hat deshalb eine Arbeitsmarktreform beschlossen. Entlassene erhalten künftig eine niedrigere Abfindung.
Arbeitnehmer in Spanien werden in Zukunft bei Entlassungen niedrigere Abfindungen erhalten. Die Regierung in Madrid beschloss am Freitag per Dekret eine Arbeitsmarktreform, wonach Arbeitnehmern im Fall einer Kündigung nur noch eine Abfindung von 33 statt bisher 45 Tageslöhnen pro geleistetem Arbeitsjahr zustehen wird.
Vizeministerpräsidentin Soraya Sáenz de Santamaría erklärte am Freitag, das wichtigste Ziel der Reform sei es, die Einstellung von Arbeitnehmern, insbesondere von Jugendlichen und Langzeitarbeitslosen, zu erleichtern.
Cash für die Einstellung von Jungen
Neu können die Unternehmen ihre Mitarbeiter nun nicht mehr drei Jahre, sondern nur noch zwei Jahre mit befristeten Verträgen beschäftigen. Fast ein Drittel der spanischen Arbeitnehmer verfügt derzeit nur über einen Zeitvertrag. Dadurch können die Unternehmen in Zeiten des wirtschaftlichen Abschwungs die Zahl ihrer Beschäftigten leicht reduzieren.
Kleinere Firmen mit weniger als 50 Mitarbeitern erhalten zudem eine Steuervergünstigung von 3000 Euro, wenn sie junge Leute unter 30 Jahren einstellen, die ihre erste Arbeit aufnehmen.
Jeder zweite Junge hat keine Arbeit
Die Arbeitslosenquote Spaniens ist mit 22,85 Prozent die höchste in Europa. Mehr als fünf Millionen Menschen sind derzeit ohne Job. Bei den jungen Leuten unter 25 erreicht die Arbeitslosenquote gar schwindelerregende 48 Prozent.
Die Verabschiedung der Reform per Dekret bedeutet, dass das Parlament bei der Vorlage nur mit Ja oder Nein stimmen kann. Veränderungen am Text sind nicht möglich. Die Verabschiedung gilt als sicher, weil die regierenden Konservativen der Volkspartei (PP) über eine Mehrheit im Parlament verfügen.
(sda)
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