Europa friert

01. Februar 2012 11:06; Akt: 02.02.2012 16:34 Print

Kältewelle bringt weiter Chaos und TodKältewelle bringt weiter Chaos und Tod

Die sibirische Kälte hat Europa fest im Griff. In der Ukraine steigt die Anzahl Toter, Frankreich plagen Verkehrsprobleme, Italien und Griechenland kämpfen gegen den Schnee.

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Am 9. Februar steigt die offizielle Anzahl der Kältetoten auf über 500. In der Nacht auf den 7. Februar kamen in Italien wegen der extremen Kälte sieben Menschen ums Leben. Die Stadt Rom stellt 2000 Schlafplätze für Obdachlose zur Verfügung. Seltener Anblick: Das Römer Kolosseum am 4. Februar 2012 im Schneetreiben. Noch seltenerer Anblick: Ein Langläufer im Circus Maximus, ebenfalls in Rom. Seltsam, dass hier der Mann auf den Skiern auf den Auslöser drückt und nicht die Frau gegenüber den erinnerungswürdigen Moment festhält. Gut eingepackt: Frauchen und Hund zeigen sich in Rom gleichermassen wetterfest. Damit das auch für sein Auto gilt, legt ein junger Mann in den schneebedeckten Strassen selber Hand an. Auch Serbien versinkt im Schnee. Im Bild das Schloss Kalamegdan, mitten in Belgrad, am 3. Februar. Da hilft auch ein Bart nicht mehr viel. In Uzice, 200 Kilometer südwestlich von Belgrad, hält ein Mann Ausschau. In Serbien soll wegen der Kälte der Ausnahmezustand ausgerufen werden. Auch im nordfranzösischen Lille liegt Schnee. Allein in der Nacht auf den 3. Februar fielen in der Ukraine 38 Menschen der Kälte zum Opfer. In Athen liegt am 2. Februar 2012 eine dicke Schneeschicht. Seltenes Bild: Die Kathedrale von Siena in Italien, schneebedeckt, am 1. Februar 2012. Die blaue Moschee im türkischen Istanbul ist für einmal eher weiss. Palmen und Schnee. Diese seltene Kombination zeigt sich in der Türkei. Die Suleyman-Moschee in Istanbul muss vom Schnee befreit werden. Spektakuläre Bilder liefert uns ein Reutersfotograf aus dem deutschen Wendelstein bei Bayrischzell Kalt, kalt, kalt: Der Winter hält Europa fest im Griff. Im weissen Kleid präsentierte sich am 1. Februar selbst Nizza. Orangen im Schnee... ...die Palme an der Uferpromenade streckt sich hartnäckig grün in den Himmel. In der Elbe bei Dresden bilden sich Eisschollen Machen sich so klein wie möglich: Enten und ein Schwan in Weissrussland. Schnee liegt auch in Mailand. Schnee und Kälte auch in Genua, aufgenommen am 31. Januar 2012. Schneeräumung im Stadion von Juventus Turin am Montagabend, 30. Januar 2012. Schnee in Sotschi, Russland, Austragungsort der Olympischen Spiele 2014. Mitarbeiter des Roten Kreuzes helfen in Berlin einem Obdachlosen. Der gefrorene Wasserfall von Radau in der Nähe von Bad Harzburg (D). Vom Wind zugeweht und festgefroren. Schnee an der Kirche auf dem Wendelstein in der Nähe von Bayrischzell (D). Die Kältewelle hat auch Griechenland erfasst: In Athen versucht sich einer der 20 000 Obdachlosen zu erwärmen. In der Tat ein weisser Strand: In Südkreta könnte es schon bald wieder so aussehen. Noch kälter ist es in Rumänien, wo das Thermometer am Dienstag gerade einmal noch -27 Grad erreichte. Prekär ist die Lage in der Ukraine: Bereits sind 18 Menschen erfrorer. Auf der Strasse werden deshalb warme Mahlzeiten an Bedürftige abgegeben. In Bulgarien wurden rekordtiefe Temperaturen gemessen. Die Kältewelle fordert in zahlreichen Ländern Opfer: In Serbien sind bereits drei Menschen erfrorern. Russland, hier das Dorf Sliznevo in Taiga, muss Temperaturen von unter minus 30 Grad ertragen.

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Starke Schneefälle haben in der Nacht zum Mittwoch auch Teile Frankreichs lahmgelegt. Auf der Mittelmeer-Insel Korsika waren 14 000 Haushalte ohne Strom, wie die zuständigen Präfekturen mitteilten.

Im Inselinneren, wo zwanzig bis vierzig Zentimeter Schnee lagen, kam es zu grossen Verkehrsproblemen, Schulbusse fielen aus. Im südfranzösischen Département Var waren ebenfalls 17 000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten.

Nach Angaben des Wetterdienstes Météo France ist in Südfrankreich mit weiteren Schneefällen zu rechnen. In Cannes blieben schon am Dienstagnachmittag Schulen und Kindergärten geschlossen. Für die französischen Alpen wurde für die nächsten Tage eine Lawinenwarnung ausgegeben.

Landesweit wurden Übernachtungsplätze für Obdachlose bereitgestellt: Im ostfranzösischen Lyon, wo der Wetterdienst für Mittwoch einen Temperatursturz auf minus 13 Grad vorhergesagt hatte, sollte eine Sporthalle mit 120 Plätzen geöffnet werden.

Schnee auf der Akropolis

Die Ausläufer der sibirischen Kälte haben auch Athen erreicht. Schneeflocken fielen am Mittwochmorgen auf den Akropolis-Hügel, doch der Schnee blieb dort bei etwa ein Grad Celsius nicht liegen. In einigen Vororten der griechischen Hauptstadt lag zeitweise eine etwa drei Zentimeter dicke Schneedecke auf den Strassen. In Athen schneit es nur alle paar Jahre.

Freiwillige Helfer versorgten dort und in anderen Städten Obdachlose mit warmen Getränken, Decken und Schlafsäcken, wie das Fernsehen berichtete. Allein in der 4,5-Millionen-Metropole Athen sind mehr als 20 000 Menschen obdachlos. Rund ein Drittel davon verloren wegen der schweren Finanzkrise in den vergangenen zwei Jahren ihr Zuhause.

In Nordgriechenland herrschten in der Nacht zum Mittwoch sogar Temperaturen von bis zu minus 15 Grad. Zahlreiche Schulen in Nord- und Mittelgriechenland blieben den zweiten Tag in Folge geschlossen.

Viele Fährverbindungen fielen wegen stürmischer Winde in der Ägäis aus. Schnee fiel auch auf den Bergen und im hügeligen Hinterland von Kreta, berichtete das Lokalradio ERA-Iraklion.

Osteruopa: Zahl der Toten steigt auf 79

Die Zahl der Kältetoten in Osteuropa ist am Mittwoch auf 79 gestiegen. Allein aus der Ukraine wurden 43 Tote gemeldet. Bei den meisten Todesopfern handelte es sich um Obdachlose. In Serbien und Bosnien starteten die Behörden einen Rettungseinsatz. Dort sollten am Mittwoch Dutzende Menschen mit Hubschraubern aus schneebedeckten Dörfern in Sicherheit gebracht werden. Zudem wurden Hilfsgüter in die betroffenen Gebiete gebracht.

In einigen Regionen zeigte das Thermometer Temperaturen von bis zu minus 32,5 Grad an. Die klirrende Kälte führte zu Stromausfällen und einem Verkehrschaos. Zudem blieben vielerorts Schulen und Kindertagesstätten geschlossen.

Ukraine: Obdachlose dürfen in Kliniken bleiben

Wie das Katastrophenschutzministerium in der Ukraine am Mittwoch mitteilte, wurden 28 Menschen erfroren auf der Strasse gefunden, acht starben in Krankenhäusern und sieben bei sich zu Hause. Mehr als 720 Menschen seien wegen Unterkühlung und Erfrierungen in Kliniken behandelt worden. Die Behörden richteten mehr als 1.730 Betreuungsstellen ein, in denen Obdachlose sich aufwärmen und essen können.

Die Krankenhäuser des Landes wurden angewiesen, obdachlose Patienten nach Abschluss ihrer Behandlung nicht zu entlassen, um sie vor der Kälte zu schützen, wie eine Sprecherin des ukrainischen Gesundheitsministeriums, Switlana Tichonenko, mitteilte.

Schnee in Italien

In mehreren nördlichen Regionen Italiens kam es zu heftigen Schneefällen. Über Florenz und Bologna gingen Mittwoch früh dicke Flocken nieder.

In den kommenden Tagen sollen die Temperaturen in Italien noch weiter fallen. Wegen des heftigen Schnees kam es zu Verkehrsproblemen im Raum Mailand. Der Lastwagen-Verkehr wurde gestoppt. Bei regionalen Bahnverbindungen gab es Verzögerungen.

Heftige Niederschläge wurden in Rom gemeldet. In der Ewigen Stadt wurde bis Freitag weisse Pracht erwartet. Auch in den Bergen der südlichen Regionen Kalabrien und Basilikata schneite es.

(sda)

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  • Andy Juchli am 01.02.2012 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das hat die kalte Jahreszeit an sich 

    Es ist Winter, es ist kalt. Ich bin knapp 40 Jahre alt und mag mich erinnern, als im Flachland Minustemperaturen jenseits der 20 Gradmarke herrschten. Minus 10-15 Grad waren keine Seltenheit.

  • Rolf S. am 01.02.2012 13:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hype

    Ich versteh das theater un die kälte nicht so ganz. Ist ja nicht der erste winter. Dir voraussagen sind genauer, die medialisierung grösser, aber die kälte ist dieselbe wie eh und je.

  • Nicole am 01.02.2012 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So,so...

    Das sind solche Werte, die viele an der viel genannten Erderwärmung zweifeln lassen. Mal zu warm, dann zu kalt... Das Wetter tat schon immer was es wollte. Leben wir damit und tragen Sorge zur Natur.