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Tote in Syrien
18. Februar 2012 15:51; Akt: 18.02.2012 17:45 Print
US-Drohnen beobachten Syrien
US-Drohnen beobachten offenbar das Geschehen in Syrien. Damit soll der Druck auf das Regime erhöht werden. Syrische Truppen schossen derweil auf einen grossen Protestzug in Damaskus.
In der syrischen Hauptstadt Damaskus haben am Samstag tausende Menschen an einem Trauerzug teilgenommen. Dabei sollen syrische Sicherheitskräfte das Feuer eröffnet und laut Menschenrechtlern mindestens einen Menschen getötet haben.
Infografik Die arabische Welt im UmbruchAktivisten berichteten, Angehörige der Sicherheitskräfte hätten im bürgerlichen Stadtteil Messe das Feuer eröffnet, als tausende von Menschen drei am Vortag getötete Regimegegner zu Grabe trugen. Ein Teilnehmer der Trauergemeinde sei erschossen worden. Es habe mehrere Verletzte gegeben.
Es habe sich um die bislang grössten Oppositionsproteste im Herzen von Damaskus gehandelt, sagte ein Sprecher der Lokalen Koordinierungskomitees (LCC), die vor Ort die Proteste organisieren. 15'000 Menschen hätten sich daran beteiligt.
Im Stadtteil Messe sind zahlreiche Botschaften, Regierungsgebäude sowie die Redaktionen mehrerer staatlicher Zeitungen untergebracht. Laut der Beobachtungsstelle für Menschenrechte gab es in dem Viertel am Samstag Durchsuchungen und Festnahmen.
In der Hauptstadt hatte es bisher hauptsächlich Kundgebungen für Präsident Baschar al-Assad gegeben. Inzwischen hat sich dies aber offenbar geändert: Nach Angaben der Opposition gab es in Damaskus am Freitag 49 Demonstrationen.
Syrische Aktivisten berichteten am Samstag ausserdem von erneuten Angriffen der syrischen Armee auf die Protesthochburg Homs. Es hiess, bis zum Nachmittag seien landesweit sieben Menschen getötet worden.
(Video: Youtube)
US-Drohnen beobachten Geschehen
Der Beobachtungsstelle in London zufolge wurde am Samstag zudem ein Mensch in der Protesthochburg Homs bei Heckenschützenfeuer getötet, ein weiterer wurde im Norden des Landes erschossen, wo Assads Sicherheitskräfte Razzien durchführten.
Die Angriffe der syrischen Armee auf die Zivilbevölkerung werden offenbar von unbemannten US-Flugzeugen beobachtet. Präsident Barack Obama hoffe, mit den Bildern der Drohnen und Abhörprotokollen von Militär und Regierung den Westen zu weiterem Druck gegen Damaskus bewegen zu können, berichtete der US-Sender NBC News.
Chinas Vize-Aussenminister in Syrien
Der chinesische Vize-Aussenminister Zhai Jun forderte bei einem Besuch in Syrien alle Konfliktparteien zu einem Ende der Gewalt auf.
Er sei zuversichtlich, dass die Behörden die Stabilität im Land bald wieder herstellten würden, sagte Zhai Jun am Samstag nach einem Treffen mit Präsident Assad in Damaskus. China sei «extrem besorgt» über die Eskalation der Krise in Syrien.
Peking hatte nach seinem zweifachen Nein im UNO-Sicherheitsrat am Donnerstag auch in der UNO-Vollversammlung gegen eine Resolution gestimmt, in der Menschenrechtsverletzungen in Syrien verurteilt wurden. China habe mit diesem Nein Mut in seiner Haltung gegenüber dem Westen bewiesen, urteilte die von der kommunistischen Regierungspartei herausgegebene Zeitung «The Global Times».
China verfolge aber mit seiner Position zu Syrien keine eigennützigen Ziele, stellte der Vizeaussenminister in Damaskus klar. Sie sei vielmehr «objektiv und gerecht» und habe das Wohlergehen der syrischen Bevölkerung zum Ziel.
Zhai rief die syrische Bevölkerung des Landes auf, an dem für 26. Februar geplanten Verfassungsreferendum teilzunehmen. Das syrische Staatsfernsehen strahlte derweil kurze Spots aus, in denen einzelne Paragrafen des Verfassungsentwurfs vorgestellt wurden. Er sieht unter anderem ein Ende der Monopolstellung der regierenden Baath-Partei vor.
Resolution will Machtübergabe
Die am Donnerstag verabschiedete UNO-Resolution stützt einen Plan der Arabischen Liga, wonach Assad die Macht an seinen Vizepräsidenten übergeben soll. Zudem wird die Bildung einer nationalen Einheitsregierung innerhalb von zwei Monaten gefordert, um Parlaments- und Präsidentschaftswahlen vorzubereiten, die unter internationaler Beobachtung stehen sollen.
Nach amerikanischen Medienberichten sollen die USA bereits mehrere unbemannte Flugzeuge über Syrien im Einsatz haben. Die Drohnen würden Angriffe der syrischen Armee auf Oppositionelle und die Zivilbevölkerung beobachten.
Die Luftüberwachung sei aber keine Vorbereitung für einen Militäreinsatz der USA gegen das Assad-Regime, wurde ein Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums zitiert.
Die syrische Führung geht seit elf Monaten mit Gewalt gegen Oppositionelle vor. Dabei kamen nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen bisher mehr als 6000 Menschen ums Leben.
(sda)






















