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Neue Proteste in Ägypten
04. Februar 2012 13:35; Akt: 04.02.2012 14:47 Print
«Das Volk will den Marschall hinrichten»
Auf dem Tahrir-Platz in Kairo, dem Symbol der ägyptischen Revolution, demonstrieren wieder hunderte Menschen. Einige von ihnen fordern gleich die Hinrichtung der Mitglieder des Militärrats.
Bei den Protesten gegen den regierenden Militärrat in mehreren Städten in Ägypten sind mindestens elf Menschen getötet worden, wie am Samstag aus Sicherheitskreisen verlautete. Tausende Menschen hatten am Freitag den Rücktritt des Militärrats gefordert, der überwiegend aus langjährigen Gefolgsleuten des vor einem Jahr gestürzten Machthabers Hosni Mubaraks besteht.
Bildstrecken Die Krawallnacht von Port Said Video
Über 70 Tote an Fussballspiel in Ägypten
Auslöser war das Blutbad in einem ägyptischen Fussballstadion am Mittwoch, bei dem mindestens 74 Menschen getötet wurden. Viele Menschen werfen den Sicherheitskräften vor, dort absichtlich untätig gewesen zu sein.
Auf dem Kairoer Tahrir-Platz versammelten sich am Samstag wieder hunderte Demonstranten. Viele forderten eine Reform der Polizeikräfte, andere aber auch gleich die Hinrichtung der Mitglieder des Militärrats.
Aufruf zur Einigkeit
Nach den Stadionkrawallen am Mittwoch in Port Said warfen die Protestierenden den Sicherheitskräften Versagen, teilweise auch absichtliche Untätigkeit vor. In Sprechchören forderten sie am Freitag die Hinrichtung des Vorsitzenden des Militärrats, Feldmarschall Hussein Tantawi. «Das Volk will den Marschall hinrichten», riefen die Demonstranten. Mit Helmen und Gasmasken bahnten sie sich in Kairo ihren Weg Richtung Innenministerium. Bei Einbruch der Dunkelheit ging ein Regierungsgebäude auf der gegenüberliegenden Strassenseite in Flammen auf.
Bei den Protesten am Freitag wurden alleine fünf Menschen in der Stadt Suez erschossen, wie ein Polizeisprecher erklärte. Dort hatten Sicherheitskräfte auf tausende Demonstranten geschossen, die sich vor dem Polizeihauptquartier versammelt hatten. Insgesamt sechs Tote gab es am Freitag auch bei den Protesten in Kairo vor dem Innenministerium, wie am Samstag bekannt wurde. Bei den Opfern handelte es sich den Angaben zufolge um fünf Demonstranten und einen Polizisten.
Der regierende Militärrat veröffentlichte am späten Abend eine Stellungnahme, in der er die Ägypter zur Einigkeit aufrief und die gegenwärtige Situation als «gefährlichste und wichtigste Phase in der ägyptischen Geschichte» bezeichnete.
«Das ist eine billige Verschwörung»
Die Demonstranten in Kairo und anderen Städten sowie Abgeordnete des neu gewählten Parlaments werfen der Polizei vor, gegen die Ausschreitungen in dem Stadion nicht entschieden vorgegangen zu sein oder der Gewalt tatenlos zugesehen zu haben. Die Proteste richten sich auch gegen den regierenden Militärrat. Viele vermuten, dass hinter den Stadionkrawallen eine geplante Aktion der Generäle stecke, als Vergeltung für die Schlüsselrolle der als Ultras bekannten Fussballfans bei den Protesten, die zum Sturz Mubaraks geführt hatten.
Die Gewalt in Kairo begann am Donnerstagabend und eskalierte über Nacht. Demonstranten stürmten bei einem Protestmarsch die um das Innenministerium errichteten Barrikaden. Einige Demonstranten warfen mit Steinen und Schuhen und zündeten Autoreifen an, die Polizei feuerte Tränengas und Vogelschrot in die Menge. Hunderte Menschen wurden von Sanitätern behandelt.
In Alexandria zogen Tausende Menschen mit Fotos der bei den Stadionkrawallen Getöteten vor das örtliche Hauptquartier der Streitkräfte. In Port Said protestierten Hunderte gegen die Gewalt gegen Fussballfans am Mittwoch. Auf einigen Transparenten war zu lesen: «Port Said ist unschuldig, das ist eine billige Verschwörung.»
(dapd)
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Cui Bono?
Wer steckt wirklich hinter dem Fussballmassaker? Cui Bono? Die Antwort ist zu offensichtlich. Es nützt einzig und allein den Islamisten. Alles, wirklich alles, spricht gegen sie. Sie werden nicht nur von den Militärs gehindert die Macht zu übernehmen, sie haben auch ein grosses Terrornetzwerk aus Fanatikern hinter sich und sie verfügen vor allem über einen bestens funktionierenden Propagandapparat um Gerüchte und Unwahrheiten zu verbreiten und die Tat anderen in die Schuhe zu schieben. Was sie in der ersten Revolution nicht ganz geschafft haben werden sie in einer zweiten sicher gelingen.