Rohingya-Flüchtlinge

03. Dezember 2017 07:51; Akt: 03.12.2017 08:21 Print

Papst wollte «Tür nicht vor der Nase zuschlagen»

In Burma wird der Name Rohingya nicht genannt. Deshalb habe er in seiner offiziellen Rede auf das Wort verzichtet, begründet Papst Franziskus seine vorsichtigen Worte bei seinem Besuch.

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Hat sich für eine diplomatische Artikulierung entschieden: Papst Franziskus trifft Rohingya-Flüchtlinge während dem Interreligiösen und Ökumenischen Treffen für Frieden in Dhaka, Bangladesch.(1. December 2017). (Bild: Keystone/EPA/ETTORE FERRARI)

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Papst Franziskus hat seinen zögerlichen Umgang mit der Krise um die Rohingya-Flüchtlinge auf seiner Asien-Reise verteidigt. «Für mich ist am wichtigsten, dass die Botschaft ankommt», sagte der Pontifex auf dem Rückflug von seinem Besuch in Burma und Bangladesh. «Wenn man dem anderen die Tür vor der Nase zuschlägt, dann kommt die Botschaft nicht an», sagte der Papst am Samstag. Deshalb versuche er, die Dinge «Schritt für Schritt zu sagen und die Antworten anzuhören».

Franziskus wurde bei seinem Besuch vorgeworfen, den Konflikt zu lange nicht angesprochen zu haben und die in Burma verfolgte muslimische Rohingya-Minderheit auch nicht beim Namen genannt zu haben. Erst am vorletzten Tag seiner Reise in Bangladesh benutzte er den Begriff «Rohingya» bei einem Treffen mit einigen Flüchtlingen.

Rohingya, ein ungenannter Name

«In einer offiziellen Rede dieses Wort (Rohingya) zu sagen, hätte jemandem die Tür vor der Nase zugeschlagen», fuhr das Katholiken-Oberhaupt fort. Er habe sich mit anderen Worten auf den Konflikt bezogen. Er sei sehr zufrieden, dass seine Botschaft auf diese Weise angekommen sei.

Aus Burma sind fast eine Million Rohingya nach Bangladesh geflüchtet. In Burma werden sie nicht als Staatsbürger und nicht als eigene Ethnie anerkannt, weshalb ihr Name dort nicht benutzt wird und sie Menschen ohne jeglichen Rechte sind. Die Vereinten Nationen sprechen davon, dass es in Burma eine «ethnische Säuberung» gegeben habe.

(foa/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ansprechen? am 03.12.2017 09:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht notwendig

    warum genau soll der papst das ansprechen? hört man von hohen islamischen führern irgendetwas über die unterdrückung von christen in deren ländern? wohl kaum...

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  • emf949 am 03.12.2017 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einseitige Belehrung

    Mitleid für diese Vertriebenen empfinde ich natürlich aber ich will mich nicht belehren lassen von einseitigen Artikeln , die die Ansichten der Buddhisten nirgendwo widerspiegeln. Blind und Naiv zu sein sind keine Tugenden . Die Buddhisten haben auch beim Papst eine Botschaft geliefert. Wo ist die erwähnt?

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  • Jodeldiplom am 03.12.2017 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Teilweise sehr naives Weltbild...

    Öffentliches Anprangern und das Gegenüber das "Gesicht verlieren" lassen nützt in solchen Fällen nichts. Dann schaltet das Gegenüber erst Recht auf stur. Es braucht schon sehr viel Naivität und eine Dosis "Null-Ahnung" wenn man glaubt, der Papst könne dort mit herumpoltern etwas erreichen. Mit was soll er den Generälen drohen? Mit der Exkommunikation? Genauso könnten schweizerische Politiker dort nicht viel in die Waagschale werfen. China würde allfällige Sanktionen kompensieren; denen ist es egal, wenn irgend ein Regime in Afrika oder Asien Minderheiten ausmerzt oder vertreibt.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jodeldiplom am 03.12.2017 20:15 Report Diesen Beitrag melden

    Teilweise sehr naives Weltbild...

    Öffentliches Anprangern und das Gegenüber das "Gesicht verlieren" lassen nützt in solchen Fällen nichts. Dann schaltet das Gegenüber erst Recht auf stur. Es braucht schon sehr viel Naivität und eine Dosis "Null-Ahnung" wenn man glaubt, der Papst könne dort mit herumpoltern etwas erreichen. Mit was soll er den Generälen drohen? Mit der Exkommunikation? Genauso könnten schweizerische Politiker dort nicht viel in die Waagschale werfen. China würde allfällige Sanktionen kompensieren; denen ist es egal, wenn irgend ein Regime in Afrika oder Asien Minderheiten ausmerzt oder vertreibt.

  • Lena. am 03.12.2017 17:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Religionen

    Sind vereint mit der Politik um uns zu unterdrücken.

    • Realist am 03.12.2017 17:53 Report Diesen Beitrag melden

      Religion und Politik

      Lehren uns Nächstenliebe und Verantwortung für die Umwelt und achten auf die Umsetzung wie es sich die Mehrheit vorstellt. Es ist die Aufgabe jeden Einzelnen der in einer Demokratie lebt seinen Beitrag zu leisten das es so bleibt. Wenn es anders ist dann ist es die Schuld der Bürger die ihre Verantwortung nicht wahrgenommen haben. Und immer daran denken: ein grosses Schiff hat einen langen Bremsweg und lasst sich nur schwerfällig lenken. Es sei denn es läuft auf Grund auf (Chaos und Anarchie).

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  • Noaa am 03.12.2017 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Hindus haben wohl keine anderen Probleme

    Die Hindus haben ein ziemlich scheussliches Kastensystem. Die sollten lieber dieses Menschenverachtende System ändern, anstatt Muslime im Land abzuschlachten! Muslime in Indien sind viel toleranter und anständiger als die Hindus in Indien und Sri Lanka. Ich war mal dort und habe mir ein Bild von der Situation gemacht. Die Hindus sind die schlimmsten, wenn sie unter ihrer Gruppe sind. Da hat man nur noch Angst alleine unter Hindus.

    • kobi am 03.12.2017 16:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Noaa

      nur weil es noch etwas schlimmeres gibt, macht dies das weniger schlimme nicht gut...

    • tjt am 03.12.2017 19:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Noaa

      Burma ist ein buddhistisches Land, also nicht Hindus und dort hat es versch. Minderheiten wie eben Muslime.

    • Jan U. am 03.12.2017 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Noaa

      Wie gut dass die Burmesen mehrheitlich Buddhisten sind! Hat wenig mit der Rohingya Thematik zu tun, die Hinduisten!

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  • J.S. am 03.12.2017 15:33 Report Diesen Beitrag melden

    Offenheit

    Sieht aus dass Ihr die Botschaft nicht hören wollt! War selber in Myanmar, und nicht Burma wie es zu Kolonialzeit gennat wurde, und verstehe die ganze Debatte in den Medien nicht. Die Leuten leben dort friedlich und offen gegenüber den Anderen. Sie zeigen mehr Anerkkennung zu den Religionen als in Europa. Ist eine Botschaft nur das was man hören will?

  • Lena. am 03.12.2017 12:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Botschaft?

    Ich verzichte auf diese Botschaft.

    • Art. am 03.12.2017 15:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lena.

      Wenn Sie glauben, dass ein Mensch allein nicht die Welt verändern kann, dann bedeutet das einfach, dass Sie nicht derjenige sein werden.

    • Warum am 03.12.2017 16:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lena.

      Schon einmal von ihnen gelesen. Wenn Sie die Welt ändern können, tun sie es. Dann sind sie derjenige.. .

    • Floskel am 03.12.2017 16:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Art

      Sie sind derjenige, der die Welt verändern, verbessern kann. Tun sie Es!

    • ACP45 am 03.12.2017 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Warum

      Warum die welt verändern? Würde mich eher dafür einsetzen, dass die welt hier so bleibt wie sie ist. Mit anderen worten. Stopt die islamisierung europas.

    • Art. am 03.12.2017 17:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Floskel

      Tu ich täglich mehr mals. Die Welt wird und wurde nur von denjenigen zusammengehalten, die mehr leisten als es ihre Pflicht wäre.

    • Floskel am 03.12.2017 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Art

      Machen viele Menschen so wie sie. Ich auch. Bleiben wir bescheiden. Kein Grund zur Überheblichkeit.

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